Wetzlarer Festspiele

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Die Wetzlarer Festspiele sind ein seit 1953[1] alljährlich im Sommer stattfindendes Kulturfestival in der hessischen Stadt Wetzlar. Bis 1982 trug die Veranstaltung den Namen Wetzlarer Industriefestspiele. Die Festspiele genießen eine weit über Hessen hinausgehende Anerkennung.[2] Das Hauptprogramm ist traditionell breit gefasst und bietet Schauspiel, Konzerte, Musiktheater (Opern, Operetten, Musicals) und Lesungen. Daneben wird das Hauptprogramm seit 1995 durch ein regionales Rahmenprogramm flankiert, das von Schulen und Theatergruppen der Region gestaltet wird. Intendantin der Wetzlarer Festspiele ist seit 2008 Marion Grundmann.

Besucher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2015 wurden 15.715 Karten verkauft. Neben 18 Veranstaltungen im Hauptprogramm und sieben im Rahmenprogramm wurde im Lottehof die Eigeninszenierung "Lotte - Ein Wetzlarer Musical" veranstaltet. Allein zu den 12 ausverkauften Abenden im Lottehof kamen insgesamt 4000 Besucher. In der Saison 2014 waren 13.937 Karten verkauft worden.[3]

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als wichtigste Spielstätte dient die Freilichtbühne Rosengärtchen im Bereich der historischen Stadtmauern, deren Tribünen Platz für 950 Zuschauer bieten. Weitere Spielstätten sind das Hofgut Hermannstein (350 Sitzplätze) sowie der ehemalige Deutschordenshof in der Wetzlarer Altstadt, der Lottehof (350 Sitzplätze), an dem das Geburtshaus der Charlotte Buff steht. Auch der Wetzlarer Dom zählte regelmäßig zu den Spielstätten der Wetzlarer Festspiele. Bei Regen werden die Veranstaltungen von Lottehof und Rosengärtchen in die Wetzlarer Stadthalle verlegt, während in Hermannstein eine Scheune ausreichend Schutz für Bühne und Besucher bei schlechtem Wetter bietet. 2010 musste die Spielstätte in Hermannstein aufgrund eines Besitzerwechsels aufgegeben, um 2014 wieder unter neuer Leitung aufgenommen zu werden.

Hauptprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hauptprogramm sind verschiedene Theater mit Gastspielen vertreten, darunter traditionell immer zwei klassische Schauspiele und eine Operette sowie ein Kabarett Programm, die auf der Freilichtbühne im Rosengärtchen gezeigt werden. Dazu kommt - ebenfalls am größten Spielort - eine Vorstellung einer Musical-Tournee. Auch im Rosengärtchen finden verschiedene Konzerte, darunter auch das große Preisträgerkonzert statt. An den kleinen Spielorten werden ebenfalls verschiedene Kabaretts, Konzerte und Schauspiele gezeigt. Seit 2010 wird aufgrund des geringen Interesses in den vergangenen Jahren an diesen Sparten keine Oper und kein Ballet mehr im Programm gegeben.

Rahmenprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rahmenprogramm beteiligen sich verschiedene Amateurensemble aus der Region. Erfolgreichste Veranstaltung des Rahmenprogramms ist das Musical der Goetheschule Wetzlar, das seit 1996 die Festspiele auf der Freilichtbühne im Rosengärtchen eröffnet. An den kleineren Spielorten sind Stücke des Neuen Kellertheater Wetzlars, der Schwingbachschule Rechtenbach und der Lahntalschule Atzbach zu sehen. Das Rahmenprogramm wird ab Anfang Juni vor der eigentlichen Eröffnung des Hauptprogramms gezeigt.

Eigenproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem umfangreichen Gastspielprogramm produzieren die Wetzlarer Festspiele unregelmäßig auch selbst.

Die Tagebücher von Adam und Eva (2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Musical von Kevin Schroeder (Buch und Texte) und Marc Seitz (Musik) wurde in der Saison 2012 im Lottehof gezeigt. Die Produktion basierte auf der Uraufführungsproduktion des Stücks im Berliner Admiralspalast aus dem Herbst 2011. Die Inszenierung übernahm Christoph Drewitz.

Lotte – Ein Wetzlarer Musical (2015 und 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Auftrag der Wetzlarer Festspiele schrieben die Autoren Kevin Schroeder (Buch und Liedtexte) und Marian Lux (Musik) unter Mitwirkung von Christoph Drewitz (Regie und Dramaturgie) das Musical Lotte, welches lose auf dem Roman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe basiert, die Geschichte aber aus der Perspektive von Charlotte Buff erzählt. Das Musical wurde in der Saison 2015 am Originalschauplatz Lottehof uraufgeführt. Die Produktion wurde in sieben Kategorien für den Deutschen Musical Theater Preis 2015 nominiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Musikrat [1]
  2. European Business Network [2]
  3. Region Wetzlar: Abschied nehmen von den Festspielen, In: Wetzlarer Neue Zeitung. 3. August 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]