Goetheschule Wetzlar

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Goetheschule
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Früheres Gebäude
Schulform Oberstufengymnasium
Gründung 1799
Adresse

Bergstraße 45 (vorübergehend)

Ort Wetzlar
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 33′ 11″ N, 8° 30′ 40″ OKoordinaten: 50° 33′ 11″ N, 8° 30′ 40″ O
Träger Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises
Schüler 1240 (Schuljahr 2012/13)
Leitung Carsten Scherließ
Website www.goetheschule-wetzlar.eu

Die Goetheschule ist das allgemeinbildende Oberstufengymnasium für die Stadt und den Altkreis Wetzlar. Es entstand 1799 und ist heute das größte Oberstufengymnasium in Hessen.

Die Goetheschule ist das einzige selbständige Oberstufengymnasium im Lahn-Dill-Kreis und das größte seiner Art in Hessen mit über 1000 Schülern in der Einführungs- und Qualifikationsphase. Schüler der Goetheschule können aus einem Angebot von 17 Leistungsfächern wählen. Ein Besuch der Goetheschule führt zur allgemeinen Hochschulreife.

Schulgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1799 wurde in Wetzlar im Gebäude der Freimaurerloge Joseph zu den drei Helmen (Ecke Zucker- und Kornblumengasse) eine sogenannte Oberschule eröffnet.[1] Sie gilt als die Grundlage der heutigen Goetheschule. 1810 wurde die private Oberschule mit einer katholischen Schule zu einem öffentlichen Königlichen Gymnasium vereinigt. Im Jahr 1819 verließen die ersten Abiturienten das Gymnasium, das seit 1817 im Arnsburger Hof untergebracht war. Als 1872 an gleicher Stelle ein Neubau bezogen wurde, legten durchschnittlich fünf bis neun Abiturienten pro Jahr ihre Prüfung ab. Zwischen der Straße und dem Gebäude Bergstraße Nr. 45 erinnert ein Kriegsopferdenkmal an die toten Lehrer und Schüler des 1. Weltkrieg 1914/1918

1925 erhielt das Königliche Gymnasium auf Antrag des Schulleiters und des Lehrerkollegiums die Bezeichnung Staatliches Goethe-Gymnasium. Vier Jahre später vereinigte es sich mit der Freiherr-vom-Stein-Schule auf dem sogenannten Spilburggelände zum Staatlichen Goethe-Gymnasium mit Stein-Aufbauschule.

In der Zeit des Nationalsozialismus musste die Goetheschule aufgrund der militärischen Nutzung als Spilburg-Kaserne in den Arnsburger Hof zurückkehren. Infolge des Gesetzes über die Vereinheitlichung des höheren Schulwesens verlor sie ihren humanistischen Charakter. 1939 erhielt das Gymnasium an der heutigen Bergstraße ein neues Gebäude. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden der Schulleiter und zahlreiche Lehrer, ab 1940 auch Schüler in den Krieg gezogen.Im November 1944 bereiteten schwere Bombenschäden am Schulgebäude dem bereits eingeschränkten Unterricht ein Ende. Bis zum Kriegsende verloren 300 Goetheschüler auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen ihr Leben. Im Dezember 1945 wurde das Gymnasium mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung, die das Schulgebäude beschlagnahmt hatte, wiedereröffnet.

1966 zog die Goetheschule an ihren heutigen Standort in der Frankfurter Straße um. Das Schulgebäude galt zu dieser Zeit als eines der größten und modernsten im Bundesgebiet. Im Zuge der Einführung der integrierten Gesamtschulen im Landkreis Wetzlar entschied der Kreistag 1969, dass die Schüler der Gesamtschulen von einer neu einzurichtenden gymnasialen Oberstufenschule GOW aufgenommen werden sollen. 1975 wurde im Gebäude der Goetheschule die erste Jahrgangsstufe 11 von den Gesamtschulen in die neue gymnasiale Oberstufenschule aufgenommen. Das Schulgebäude war für diese Aufgabe verändert und durch einen Anbau erweitert worden.

Als 1977 der letzte Jahrgang von Schülern, die mit Beginn der Klasse 5 die Gymnasien besuchten, das Abitur erwarb, hörten die Goetheschule (Jungengymnasium) und die seit 1909 bestehende Lotteschule (Mädchengymnasium) auf zu bestehen. Die gymnasiale Oberstufenschule erhielt am 6. Juni 1978 vom Regierungspräsidenten in Darmstadt aufgrund eines Beschlusses des Kreistages ihren traditionsreichen Namen zurück. Seither heißt sie nicht mehr GOW, sondern wieder Goetheschule.

Sie pflegt eine Partnerschaft mit der Goetheschule Ilmenau.

Seit dem 1. August 2014 ist Carsten Scherließ neuer Schulleiter in der Nachfolge von Dieter Grebe. Der Oberstudiendirektor leitete zuvor die Liebigschule Gießen.

Das Schulgebäude gilt seit Jahren als stark sanierungsbedürftig. Eine frühere Aussage des Schulträgers, bis 2013 müsse aus Sicherheitsgründen ein neues Gebäude bezogen werden, wurde vom Lahn-Dill-Kreis lange Zeit ignoriert. Stattdessen wurden lediglich vereinzelte Sanierungsmaßnahmen an den Decken durchgeführt und der sog. Brandschutz hergestellt.

Zum Schuljahr 2018/2019 ist die Goetheschule teilweise in das Gebäude der ehemaligen Kestnerschule an den Standort Bergstraße vorübergehend umgezogen, da das Gebäude an der Frankfurter Straße abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Ein Teil des Unterrichts findet jedoch weiterhin am bisherigen Standort bzw. in den Räumlichkeiten der anderen Schulen am dortigen Schulzentrum statt. Entsprechend wird im Schulbetrieb von "Goetheschule (Standort Bergstraße)" und "Goetheschule (Standort Frankfurter Straße)" gesprochen.

Musicalgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musicalgruppe besteht seit 1979 und ist nach eigenen Angaben die älteste Amateurmusicalgruppe in Deutschland[2]. Sie wurde von Englischlehrer Peter Merck (* 1939 in Darmstadt) und Musiklehrer Peter Marschall (1932–2019) gegründet. Merck ist seit 1964 als Schauspieler am englischsprachigen The Keller Theatre in Gießen aktiv und als Journalist tätig[3]. Peter Merck leitete die Gruppe bis 1993, seit 1995 arbeitet die Gruppe in Eigenregie[4].

Seit 1979 führte die Musicalgruppe jährlich – mit Ausnahme der Jahre 1985 und 1994 – Produktionen auf. Die Gruppe besteht seit 1994 aus Schülern der Goetheschule, Ehemaligen und Schulfremden. Die Aufführungen der Stücke finden zum Schuljahresende hin in der Schulaula statt sowie seit 1995 auch bei den Wetzlarer Festspiele.[5] Bis 1991 gab die Gruppe auch Gastspiele in Gießen, Braunfels, Büdingen und Fulda.

Zu den Produktionen zählen auch die deutschen Erstaufführungen von Andrew Lloyd WebbersJoseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ im Jahr 1980[6][7][8], Lionel Barts "Oliver!"[9] 1981, Nick Munns' "Swan Esther"[10] 1986 und Harvey Schmidts "Celebration"[11] 1987, die europäische Erstaufführung des südafrikanischen Musicals „Christian“ 1982[12][13][14] sowie die deutschsprachige Erstaufführung von „Moby Dick“ 2002.[15] 2020 wird die Musicalgruppe das Stück Atomic erstmalig in Europa aufführen.

In der Musicalgruppe haben unter anderem der Regisseur, Dramaturg und Schauspieler Christoph Drewitz[16], der Tenor, Musicaldarsteller und Gesangslehrer Christian Schleicher[17], der Musicaldarsteller Kurosch Abbasi[18], die Dirigenten Martin Spahr[19] und Jesko Sirvend[20] erste Bühnenerfahrung gesammelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer, Professoren und Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Staatliche Goetheschule Wetzlar. Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Anstalt. Wetzlar 1953

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Logenchronik. (Nicht mehr online verfügbar.) Freimaurerloge Wilhelm zu den drei Helmen i.Or. Wetzlar C.R., archiviert vom Original am 10. Februar 2018; abgerufen am 10. Februar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/logewetzlar.mytestcloud.de
  2. http://www.musicalgruppe.de/presse/
  3. http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/besondere-vorliebe-fuer-skurrile-und-schraege-charaktere_14810583.htm
  4. http://www.musicalgruppe.de/presse/
  5. http://www.wetzlarer-festspiele.de/fileadmin/festspiele/website/media/2016/Downloads/Festspiele_Spielplaene_seit_1953.pdf
  6. Gießener Allgemeine vom 4. Februar 1980
  7. Gießener Anzeiger vom 5. Februar 1980
  8. Frankfurter Rundschau vom 18. Juni 1980
  9. 1981: Oliver! Abgerufen am 28. November 2017 (deutsch).
  10. 1985/86: Swan Esther. Abgerufen am 28. November 2017 (deutsch).
  11. 1987: Celebration. Abgerufen am 28. November 2017 (deutsch).
  12. „The Star“, Johannesburg vom 10. Mai 1982
  13. „The Star“, Johannesburg vom 2. Mai 1982
  14. Wetzlarer Neue Zeitung vom 9. Juni 1982
  15. Wetzlarer Neue Zeitung
  16. http://www.musicalgruppe.de/produktionen/1997-glory/
  17. http://www.musicalgruppe.de/produktionen/1996-beauty-and-the-beast/
  18. 2007: Assassins. Abgerufen am 14. November 2017 (deutsch).
  19. 2009: Jekyll & Hyde. Abgerufen am 14. November 2017 (deutsch).
  20. "Die Schöne und das Biest" - Musicalgruppe der Goetheschule, Wetzlar. In: Musicals - Das Musical Magazin. Oktober 2004, S. 82.
  21. Johann Samuel Ersch (Hrsg.), Johann Wilhelm Sigismund Lindner (Bearb): Wiedasch (Ernst), in dies.: Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller, angefangen von Georg Christoph Hamberger, fortgeführt von Johann Georg Meusel, Bd. 21, 5., durchaus vermehrte und verbesserte Auflage, Lemgo: Verlag der Meyerschen Hofbuchhandlung, 1827, S. 545; Vorschau über Google-Bücher
  22. Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde, Band 10, Selbstverlag des Historischen Vereins für das Grossherzogtum Hessen, 1914, S. 148, 263; Vorschau über Google-Bücher