Wiener Sportklub

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Dieser Artikel beschreibt den österreichischen Fußballverein Wiener Sportklub; für den Sportverein, der ebenfalls eine Fußballsektion unterhält, siehe Wiener Sport-Club.
Wiener Sportklub
Wiener SK.svg
Basisdaten
Name Wiener Sportklub
Sitz Hernals
Gründung 2001
Farben schwarz-weiß
Präsident Manfred Tromayer
Vorstand David Krapf-Günther, Lutz Giese, Thomas Girstmair, Jakob Schenkyr, Christian Peterka, Christoph Jank
Website wienersportklub.at
1. Mannschaft
Trainer Andreas Reisinger
Stadion Wiener Sportclub-Platz
Plätze 7.828
Liga Regionalliga Ost
2015/16 14. Platz
Heim
Auswärts

Der Wiener Sportklub ist ein österreichischer Fußballverein aus dem Bezirk Hernals in der Bundeshauptstadt Wien und spielt in der Saison 2015/16 in der drittklassigen Regionalliga Ost.

Der Verein wurde von ehemaligen Funktionären und Spielern der Fußballsektion des Wiener Sport-Clubs 2001 als Auffangverein für den wirtschaftlich in Not gekommenen Klub gegründet. Dies geschah im Streit mit dem Wiener Sport-Club, sodass dieser bis heute jegliche Verbindung zum Wiener Sportklub bestreitet. Der WSK übernahm Platz, Lizenz, Spieler und Fans des WSC. Die Geschichte der Fußballsektion des WSC, die unter anderem drei Mal österreichischer Meister wurde und im Europapokal Juventus Turin 7:0 deklassierte, wird im Artikel Wiener Sport-Club behandelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wiener Sportklub hat seine Wurzeln im Wiener Sport-Club. Der Traditionsverein der seit 1883 besteht und seit 1907 eine eigene und erfolgreiche Fußballsektion führte, geriet Mitte der 1990er Jahre in finanzielle Schwierigkeiten, die in zwei mit einem Ausgleich abgeschlossenen Konkursverfahren mündeten, den Verein 1995 aber zum freiwilligen Rückzug aus der damals bestehenden Partnerschaft mit dem SV Gerasdorf und dem damit verbundenen Abstieg aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga Ost zwangen.

2001 erreichte der WSC den Meistertitel in der Wiener Stadtliga und konnte durch den Wiederaufstieg in die drittklassige Regionalliga mit der AXA-Versicherung erstmals seit vielen Jahren wieder einen potenten Vereinssponsor gewinnen und das Spieljahr auch in wirtschaftlicher Hinsicht positiv abschließen. Da das zweite Konkursverfahren zu dieser Zeit noch nicht abgeschlossen war und die Zukunft des Vereins trotz der wirtschaftlichen wie sportlichen Aufbruchstimmung nicht gesichert schien, sahen sich einige Funktionäre und Aktive der Fußballsektion dazu veranlasst, einen Auffangverein für die Spieler des Wiener Sport-Clubs zu gründen.

Gründungsgeschichte und erste Erfolge des WSK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2001 kam es zur vereinsrechtlichen Gründung des FC Wien-Hernals und im Dezember desselben Jahres zur Umbenennung in Wiener SK AXA. Im Jänner 2002 beschloss die Generalversammlung des WSC mehrheitlich die Neugründung des Wiener SK AXA und damit die Übernahme des Spielbetriebes des WSC. Diese Entscheidung fiel nicht zuletzt deswegen, weil der Masseverwalter des WSC, Alzinger, der Generalversammlung eine Schließung des Spielbetriebes in Aussicht stellte.

Der Wiener SK AXA trat in weiterer Folge als „Wiener Sportklub“ auf und ersetzte, ohne dem Wiener Fußballverband beigetreten zu sein, aber mit dessen Duldung, ab dem Frühjahr 2002 stillschweigend und vorerst auch von der Konkurrenz in der Regionalliga unbemerkt den Wiener Sport-Club. Unbelastet von den Schulden des Altvereins verstärkte sich der neue Klub auf mehreren Positionen und wurde – obwohl der Verein nur 15 der 30 Meisterschaftsrunden selbst absolvierte – mit den noch vom WSC erzielten Punkten in der Saison 2001/02 mit zehn Zählern Vorsprung auf den Floridsdorfer AC Meister der Regionalliga Ost.

Mit diesem Titelgewinn qualifizierte sich der Verein für die Relegationsspiele zur zweiten Bundesliga, der damaligen Ersten Division. Gegen den neuntplatzierten Zweitligisten FC Lustenau 07 kam der WSK im Heimspiel nur zu einem 0:0-Remis und verlor das Rückspiel in Lustenau mit 0:4. Nachdem über den Bundesligameister FC Tirol Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet worden war und die Tiroler sich aus der Liga zurückgezogen hatten, wurden diese Relegationsspiele für obsolet erklärt und der Wiener SK AXA Wienstrom durfte direkt in die zweite Spielstufe aufsteigen.

Im Lizenzierungsverfahren für die Bundesliga wurde dem WSK jedoch in erster Instanz die Lizenz mit der Begründung, dass der Verein weder Mitglied des WFV noch regulärer Teilnehmer der Regionalliga Ost wäre, verweigert. Der Wiener Sportklub AXA Wienstrom erhob gegen diese Entscheidung keinen Einspruch, sodass dieser formal in Rechtskraft erwuchs. Teile der Vereinsführung des WSK traten stattdessen an mehrere Politiker der im Parlament vertretenen Parteien, unter anderem auch an Peter Westenthaler, den seinerzeitigen Klubobmann der FPÖ, heran und erhielt durch eine damals umstrittene Entscheidung der zweiten Instanz im Lizenzierungsverfahren die Lizenz für die Bundesliga bewilligt.

Ein Jahr Zweitklassigkeit und Erfolge in der Stadthalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ersten Division der Bundesliga erreichte der Wiener SK AXA Wienstrom in der Saison 2002/03 trotz zwölf Siegen und sechs Remis mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nur den letzten Tabellenrang und musste nach nur einem Jahr wieder in die Regionalliga Ost absteigen. Im ÖFB-Pokal konnten die Dornbacher bis in das Achtelfinale vordringen, wo sie allerdings dem Erstligisten SK Sturm Graz auswärts mit 0:3 unterlagen. Überraschend gut spielte der WSK beim Wiener Stadthallenturnier, wo der Verein nach der Auftaktniederlage gegen FK Austria Wien (3:4) mit Siegen über den SK Rapid Wien (5:4 und 3:1) und Austria Wien (3:1) überlegener Gruppensieger vor den beiden Spitzenvereinen wurde und nach einem 6:5-Erfolg im Semifinale über den SV Mattersburg sogar ins Endspiel vordrang. Dort blieben die Dornbacher allerdings chancenlos und verloren gegen die Austria mit 1:5.

Nach dem Abstieg aus der Ersten Division belegten die Schwarz-Weißen in der Regionalligasaison 2003/04 nur den enttäuschenden 12. Tabellenrang. Der Verein konnte den Verkauf vieler Leistungsträger nicht verkraften und musste sich zu einem Umbau gezwungen sehen.

Die Dornbacher konnten sich aber wieder stabilisieren und sind seither immer ein Favorit für Plätze im ersten Tabellendrittel der Regionalliga-Ost.

Rechtliches Verhältnis zum Wiener Sport-Club[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Altverein Wiener Sport-Club überstand die durch den Austritt der Fußballsektion hervorgerufene Vereinskrise und führt nach wie vor eine offiziell derzeit ruhende Fußballsektion. Der Wiener Fußballverband musste dem seinerzeitigen Gründungsmitglied im Jahr 2003 die auf den WSK übertragene Verbandsnummer zurückgeben und den WSC als eigenständiges Verbandsmitglied anerkennen.

Am 23. April 2004 einigten sich der WSC und der WSK auf eine vertragliche Vereinbarung, in der es dem WSK untersagt wird, „sich der Geschichte und Tradition des WSC zu berühmen, insbesondere auf eine Weise, aus der für Dritte abgeleitet werden könnte, dass der WSK mit dem WSC ident ist“. Weiters hat der WSK auch gegenüber den Medien und sonstigen Dritten „auf erste Aufforderung des WSC klarzustellen, dass der WSK nicht die vom WSC zuvor erzielten Erfolge, Resultate und sonstigen Leistungen für sich in Anspruch nimmt und nehmen kann“.[1]

Auf rechtlichen Druck des Wiener Sport-Clubs zahlt der Wiener SK für die Möglichkeit, sich in beschränktem Umfang – und nicht länger als zehn Jahre – „Wiener Sportklub“ nennen zu dürfen, jährlich ein Entgelt von 10.750 €, das zur Erfüllung des überwiegenden Teils des Zwangsausgleichs des WSC verwendet wird. Daneben wurden seit 2004 zwischen den Verantwortlichen der beiden Vereine Gespräche über eine Integrierung des neuen WSK als Fußballsektion in den Sport-Club bzw. über die Möglichkeit, dem WSK den Status eines eigenständigen Zweigvereins des WSC zu gewähren, geführt. Im März 2006 wurden diese Gespräche ergebnislos abgebrochen, da der nunmehrige Ex-Präsident des Wiener SK den Klub auch in Zukunft als eigenständigen Verein erhalten wollte. Auch seither gab es immer wieder Gespräche zwischen verschiedenen Funktionären der beiden Vereine, die jedoch keine konkreten Ergebnisse brachten. Von Seiten des WSC stellte man die Reaktivierung ihrer eigenen Fußballsektion in Aussicht.

Sowohl bei WSC und Wiener SK als auch bei der Anhängervereinigung des WSC und den FreundInnen der Friedhofstribüne gibt es nach wie vor Stimmen, die eine Zusammenführung von WSC und Wiener SK als wünschenswert erachten, zumindest jedoch eine friedliche Koexistenz der beiden Vereine fordern.

Seit März 2010 gibt es vermehrt Diskussionen, den WSK wieder in den WSC einzugliedern.

Am 25. April 2016 entschied die Mitgliederversammlung des WSC, in der Saison 2016/17 wieder eine Fußballsektion zu betreiben. In der darauffolgenden Spielzeit 2017/18 will der WSC mit dem WSK fusionieren.

Fans des Wiener Sportklubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der WSK zählt zu den Zuschauermagneten in der Regionalliga Ost. Durchschnittlich wird der WSC-Platz von 1.700 Zuschauern besucht. Die Fans gelten als „tolerant“ und „gewaltfrei“,[2] weshalb es bisher auch nie Fan-Ausschreitungen gab. Darüber hinaus sind die Fans stark mit ihrem Verein verbunden und schätzen besonders die Traditionstreue des Clubs.

Der größte Fanklub des Wiener Sportklubs wurde 1990 gegründet und nennt sich FreundInnen der Friedhofstribüne. Der Name des Fanklubs leitet sich von der sogenannten Friedhofstribüne ab, die ihren Namen wiederum auf Grund des gegenüberliegenden Dornbacher Friedhofs bekam. Der Fanklub beeindruckt vor allem durch seine kreativen Fangesänge. Besonders bei Auswärtsspielen motivieren die Anhänger ihre Mannschaft, indem sie einen ganzen Tribünensektor ausfüllen. Gewalt und Fremdenhass wird von den Mitgliedern des Fanklubs strikt abgelehnt.[3]

In den Fansektoren des Sportklubs ist eine britische Fußball-Atmosphäre bemerkbar.[2] Anders als bei üblichen Fanklubs, wird auf den Einsatz von Fahnen, optischen Unterstützungen und Capos eher verzichtet und mehr auf Fangesänge und akustische Elemente gesetzt. Ein großer Teil ihrer Fangesänge wird auf englisch gesungen, so wird auch der traditionell-britische Anfeuerungsruf „Score in a minute“ bei einer Standardsituation gesungen. Zu ihrer Fankultur zählt außerdem das ungewöhnliche Klirren mit dem Schlüsselbund durch die Zuschauer, das vor einem unmittelbar bevorstehenden Eckball und bei Freistößen aus aussichtsreicher Position eingesetzt wird.

Lokalrivale des WSK war bis zur Saison 2008/09 – bis zu deren Aufstieg – der Ligakonkurrent Vienna. Das „kleine Wiener Derby“, wie die Begegnungen zwischen den beiden ehemaligen Erstligisten genannt werden, wurde zumeist vor bis zu 7.000 Fans ausgetragen.

Seit der Saison 2014/15 gibt es wieder das „kleine Wiener Derby“, da die Vienna seit dieser Saison wieder in der Regionalliga Ost spielt. Am 27. März 2015 fand das erste Heim-Ligaderby des Sportklubs mit der Vienna seit der Saison 2008/09 auf dem WSC-Platz statt, bei dem auf der restlos ausverkauften traditionsreichen Sportstätte 7.842 Zuschauer zugegen waren.

Zwischen 2009 und 2016 konnte der Wiener Sportklub insgesamt die meisten Zuschauer in der Regionalliga Ost für sich gewinnen.[4]

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielstätte des WSK ist der Wiener Sportclub-Platz, der älteste noch bespielbare Fußballplatz in Österreich.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Spieler (seit 2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Damenteam wurde im Mai 2011 gegründet und startete in der 1. Klasse A (4. Liga). Gründer und Sektionsleiter ist der bekannte Musiker Chris Peterka, der auch als Trainer seit 2006 im Wiener Frauenfußball aktiv ist. Trainer der Kampfmannschaft war in den ersten drei Saisonen Thomas Rauch und ist seit der Saison 2014/15 Mehmet Aksoy. In der Premierensaison 2011/12 wurde man auf Anhieb ohne Punkteverlust Meister und stieg in die Wiener Landesliga (3. Liga) auf. Neben dem Meistertitel holte man auch den Wiener Frauencup. Damit bekam man einen Startplatz im ÖFB-Frauencup für die Saison 2012/13. In der Saison 2012/13 wurde man ungeschlagen Meister in der Wiener Landesliga, der Aufstieg in die zweithöchste Leistungsstufe wurde in der Relegation knapp verfehlt. Auch in der Saison 2013/14 wurde der Meistertitel in der Wiener Landesliga ungeschlagen fixiert, der Aufstieg in die 2. Liga wurde abermals in der Relegation vergeben. Im ÖFB-Frauencup kamen die WSK-Frauen in der Saison 2013/14 als Drittligist unter die Top 16. Insgesamt erreichten die WSK-Frauen in den ersten drei Jahren ihres Bestehens in 50 Meisterschaftsspielen 47 Siege und 3 Unentschieden. Nach einem Vizemeistertitel in der Wiener Landesliga in der Saison 2014/15 übernahmen in der folgenden Saison 2015/16 der ehemalige Austria-Wien-Profi Patrick Kasuba sowie Josef Kirchberger das A- bzw. B-Team der WSK-Frauen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Geschichte von WSC und WSK AXA.
  2. a b 11 Freunde. Heft 17 (PDF).
  3. FreundInnen der Friedhofstribüne.
  4. Regionalliga Ost 2015/2016 - Zuschauer. In: weltfussball.de. Abgerufen am 8. Dezember 2016 (de-de).