Ebergassing

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Ebergassing
Wappen von Ebergassing
Ebergassing (Österreich)
Ebergassing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL (seit 2017; alt: WU)
Fläche: 16,26 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 16° 31′ OKoordinaten: 48° 2′ 45″ N, 16° 30′ 58″ O
Höhe: 180 m ü. A.
Einwohner: 3.930 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 242 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2435
Vorwahl: 02234 Ebergassing
02230 Wienerherberg
Gemeindekennziffer: 3 07 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwadorfer Straße 9
2435 Ebergassing
Website: www.ebergassing.at
Politik
Bürgermeister: Roman Stachelberger (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
14
4
4
1
14 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am Leithaberge Bad Deutsch-Altenburg Berg Bruck an der Leitha Ebergassing Enzersdorf an der Fischa Enzersdorf an der Fischa Fischamend Göttlesbrunn-Arbesthal Götzendorf an der Leitha Gramatneusiedl Hainburg an der Donau Haslau-Maria Ellend Himberg Hof am Leithaberge Höflein Hundsheim Klein-Neusiedl Lanzendorf Leopoldsdorf Mannersdorf am Leithagebirge Maria-Lanzendorf Moosbrunn Petronell-Carnuntum Prellenkirchen Rauchenwarth Rohrau Scharndorf Schwadorf Schwechat Sommerein Trautmannsdorf an der Leitha Wolfsthal ZwölfaxingLage der Gemeinde Ebergassing im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ebergassing ist eine Gemeinde mit 3930 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebergassing um das Jahr 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Ebergassing liegt im Industrieviertel am Fluss Fischa im Wiener Becken. 10,57 Prozent der Fläche der Gemeinde sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Ebergassing (3108)
  • Wienerherberg (822)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Ebergassing und Wienerherberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Himberg Rauchenwarth Schwadorf
Velm Nachbargemeinden Margarethen am Moos
Gramatneusiedl Reisenberg
(Bezirk Baden)
Götzendorf an der Leitha

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. 1120 wird in einer Melker Urkunde der Ort Ebergozzingen genannt,[2] die Ebergassinger waren die Untertruchsess von Niederösterreich. 1334 gehörte die Burg einem Zweig der Stuchsen von Trautmannsdorf. 1486 gelang es den Ungarn mit Hilfe von Wiener Söldnern Ebergassing nach einer längeren Belagerung einzunehmen. Um 1540 kaufte Andreas Thonradl die Herrschaft. Der alte Wehrbau wurde zum Renaissance-Wasserschloss umgebaut. Da die Freiherren von Thonradl zu den führenden Protestanten in Niederösterreich zählten,[3] wurde ihr Besitz 1620 eingezogen. 1642 kam der Besitz an die Fürsten von Liechtenstein, die den barocken Ausbau der Burganlage veranlassten. Von 1788 bis 1811 gehörte die Herrschaft den Edlen von Trattner. Franz von Schloissnigg ließ zwischen 1863 und 1865 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen.

Die Frühansiedlung von Industrie wurde durch die Fischa begünstigt, die durch geringe Wasserstands- und Temperaturschwankungen die besten Bedingungen dafür schaffte. In der Zeit Maria Theresias (Mitte 18. Jahrhundert) wurde ein Stückbohrwerk bzw. Kanonenbohrerei für Artillerie in Ebergassing errichtet. Um 1770 ließ Johann Thomas Trattner eine Mühle in eine Papierfabrik umbauen, die später durch Herstellung von Endlospapier Weltbedeutung erlangte (siehe Vinzenz Sterz). Stolz konnte man auch auf die Herstellung des ersten Banknotenpapiers für die österreichische Nationalbank sein. Die sogenannte Ebergassinger Kolonie war eine der ersten Arbeiterwohnsiedlungen in Ostösterreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Dritte Reich im Jahre 1938 wurde der Ort als Teil des neu geschaffenen 23. Bezirkes Schwechat nach Groß-Wien eingegliedert. Die Gemeinde wurde 1954 durch die Abtrennung von Wien wieder selbständig. Im Jahr 1975 erfolgte die Zusammenlegung mit der ehemals eigenständigen Gemeinde Wienerherberg.

1995 rückte Ebergassing kurzzeitig ins öffentliche Interesse, als Linksextreme dort einen Strommast zu sprengen versuchten und dabei ums Leben kamen. Siehe dazu Anschlag von Ebergassing.

Von 1954 bis zu dessen Auflösung mit 31. Dezember 2016 war Ebergassing Teil des Bezirks Wien-Umgebung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 3.449 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 2.880 Einwohner, 1981 2.746 und im Jahr 1971 2.549 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Roman Stachelberger (SPÖ).

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 23 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: Liste SPÖ 14, Die Eber 4, Liste ÖVP 4, FPÖ 1, andere Parteien haben keine Sitze.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SC Ebergassing
  • TC Ebergassing
  • Jiu Jitsu Verein Ebergassing uvm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche hl. Georg in Wienerherberg
Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Ebergassing

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2001 gab es in Ebergassing 95 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, nach der Erhebung 1998 standen dem 38 landwirtschaftliche bzw forstwirtschaftliche Betriebe gegenüber. Die Zahl der Erwerbstätigen 2001 betrug am Wohnort 1781. Die Erwerbsquote lag bei 52,33 Prozent (Stand 2001).

Einer der größeren ansässigen Firmen ist die zum Magna International-Konzern gehörende Firma „Intier Automotive Eybl“, welche Kunststoffteile für zahlreiche Autohersteller liefert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter

  • Mathias Winter (1732–1777), Mühlherr, Marmor-Gedenktafel an der Kanzel in der Kirche von Wienerherberg
  • Carl Magnus Winter (1771–1827), Referent in Beethovens Vormundschaftsprozess für dessen Neffen Karl.
  • Hubert Peterka (1908–1976), Bergsteiger und Autor
  • Walter Skocik (* 1940), Fußballteamspieler und -trainer.
  • Udo Fischer (* 1952), Benediktinerpater

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebergassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2015 nach Ortschaften
  2. Erste urkundliche Nennungen Gramatneusiedls in vier Urkunden, ausgestellt von Ulrich von Hoeft, seit 1092 Bischof von Passau
  3. Constantin von Wurzbach: Habsburg, Ferdinand II.. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 184–188 (Digitalisat).