Wieringermeer

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Wieringermeer
Flagge des Ortes Wieringermeer
Flagge
Wappen des Ortes Wieringermeer
Wappen
Provinz Nordholland
Bürgermeister Loes de Zeeuw-Lases (VVD)
Gemeinde Wieringerwerf
Fläche
 – Land
 – Wasser
309,37 km2
206,57 km2
102,70 km2
Einwohner 12.577 (31. Dezember 2010)
Koordinaten 52° 51′ N, 5° 2′ OKoordinaten: 52° 51′ N, 5° 2′ O
Bedeutender Verkehrsweg A7, N240, N242, N248
Vorwahl 0227
Postleitzahlen 1770–1775
Website www.wieringermeer.nl
LocatieWieringermeer.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Wieringermeer (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist ein Polder und eine ehemalige Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Nordholland. Die Gemeinde hatte am 31. Dezember 2010 eine Einwohnerzahl von 12.577. Ihre Gesamtfläche betrug 309,37 km². Davon waren 102,70 km² Wasser (ein Teil des IJsselmeeres).

Die Gemeinde Wieringermeer ist am 1. Januar 2012 zusammen mit den Gemeinden Anna Paulowna, Niedorp und Wieringen zur Gemeinde Hollands Kroon fusioniert.

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde lagen folgende Dörfer (in Klammern die ungefähre Einwohnerzahl):

  • Wieringerwerf (5600 Einwohner), Sitz der Gemeindeverwaltung
  • Middenmeer (3100)
  • Slootdorp (1250)
  • Kreileroord (600)

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wieringermeer liegt im Nordosten der Provinz, zwischen der ehemaligen Insel Wieringen im Norden, dem IJsselmeer im Osten und Medemblik im Süden. Die Autobahn A7 AmsterdamHoornAbschlussdeichLeeuwarden durchquert den Polder. Bei Middenmeer zweigt eine Fernstraße (keine Autobahn) nach Alkmaar und Haarlem ab. Die nächsten Bahnhöfe sind ziemlich weit entfernt, nämlich in Den Helder und Hoorn.

Der Polder kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig in Entwicklung. Deswegen gibt es hier ziemlich weiträumige, moderne Bauernhöfe. Die Landwirtschaft ist denn auch der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde war ein zum Teil mit Urwald bedecktes, zum Teil mooriges, dünnbesiedeltes Land, bis der Gau Wiro im Jahr 1066 zum Teil durch das Meerwasser verschlungen wurde. Der Rest wurde um 1300 vom selben Schicksal getroffen.

Im Rahmen der Zuiderzeewerke (siehe dort, wo Sie mehr über die Trockenlegung lesen können) wurde in den 1920er-Jahren mit der Einpolderung dieses Wassergebietes angefangen. Am 10. Februar 1930 wurden zwei Pumpwerke in Den Oever (Gemeinde Wieringen) und Medemblik in Betrieb genommen. Das vorher schon von einem Deich umringte Gebiet fiel am 21. August 1930 trocken. Schon bald begann der Bau von Dörfern und einzelnen Bauernhöfen. Am 1. Juni 1941 wurde der bis dann von Beamten aus Den Haag verwaltete Polder offiziell zu einer Gemeinde.

Eine Katastrophe traf Wieringermeer im Zweiten Weltkrieg. Gegen den Willen der höchsten Stellen des Deutschen Reiches sprengten Soldaten der deutschen Besatzungstruppen (um eine Landung alliierter Fallschirmjäger zu erschweren) am 17. April 1945 den Seedeich des Polders. Zuvor war die Bevölkerung durch die deutsche Wehrmacht evakuiert worden. Nach der Sprengung des Deiches drangen große Wassermassen mit Wucht in den Polder und zerstörten alle Häuser und Straßen. Auch einiges Vieh verendete. Sofort nach der Befreiung am 5. Mai wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Bereits am 11. Dezember 1945 war der Polder wieder trocken. Das nordöstlichste Eck wurde dann bewaldet.

Ab 1947 entwickelte sich Wieringermeer zu einem modernen Landwirtschaftsgebiet. Um 1998 wurde noch ein kleines Stück IJsselmeer eingedeicht für ein Kleingewerbegebiet. Im Jahr 2005 wurde von den Provinz- und Gemeindebehörden, zusammen mit dem benachbarten Wieringen, beschlossen, den nördlichsten Streifen Land wieder dem Wasser preiszugeben. Es soll in den nächsten Jahren ein Wassersport- und Naherholungsgebiet entstehen (Wieringerrandmeer: Wieringer Randsee).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wieringermeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]