Wiesenfeld (Karlstadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wiesenfeld
Gemeinde Karlstadt
Wappen von Wiesenfeld
Koordinaten: 49° 59′ 37″ N, 9° 40′ 52″ O
Höhe: 245 m ü. NN
Einwohner: 1120 (1. Jan. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97753
Vorwahl: 09359

Wiesenfeld ist der flächenmäßig größte Stadtteil von Karlstadt und im Landkreis Main-Spessart genau zwischen Lohr am Main und Karlstadt am Main.

Auf einer Fläche von 22,4 km² leben 1120 Einwohner, in der Mehrzahl römisch-katholischen Glaubens. Im Ort, zu dem die Weiler Erlenbach und Rettersbach gehören[2], entspringt der Ziegelbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1139. Im Jahre 1351 wurde durch die Grafen von Rieneck, die zeitweilig die Herrschaft über einen Teil des Ortes ausübten, eine Dorfordnung erlassen. Das Dorfgericht war auch für den Nachbarort Rettersbach und die beiden Nachbarorte Steinbach und Halsbach zuständig, die heute Stadtteile von Lohr sind. Das Gerichtssiegel aus dem Jahre 1679 lieferte auch die Vorlage für das Ortswappen mit einem schreitenden silbernen Gotteslamm auf rotem Grund.

Die Besiedlung durch Bürger jüdischen Glaubens erfolgt ab der Mitte des 17. Jahrhunderts infolge von Vertreibungen andernorts. Um das Jahr 1800 zählt die jüdische Gemeinde 90 Mitglieder aus zwanzig Familien. Insgesamt hatte der Ort zu dieser Zeit etwa 630 Einwohner. 1848 gab es 125 jüdische Einwohner. Am bekanntesten ist wohl der am 17. April 1860 in Wiesenfeld geborene Josef Schlossmann, ein Textilgroßhändler und großzügiger Stifter und Wohltäter. An seinem Wiesenfelder Geburtshaus erinnert eine Gedenktafel an ihn. Von Verwüstungen und Verhaftungen während der Novemberpogrome 1938 und vor allem von Deportationen durch die Nazis wurde auch die jüdische Gemeinde nicht verschont. 22 von 25 deportierten Wiesenfeldern jüdischen Glaubens wurden ermordet.[3]

Die Kirche Maria Himmelfahrt wurde um das Jahr 1610 erbaut, nach den Schäden im Dreißigjährigen Krieg gab es ab 1673 eine Renovierung und Neuausstattung. Im Jahre 1905 wurde das Kirchengebäude erweitert und erneut renoviert. Die Kirche und die von 1861 bis 1863 im gotischen Baustil erbaute Synagoge[4] zählen zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Kreisstadt Karlstadt eingegliedert.[5]

Geboren in Wiesenfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der Stadt
  2. Karlstadt - Kreisstadt Main-Spessart. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  3. Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid: Wiesenfeld. In: Wolfgang Kraus / Hans-Christoph Dittscheid / Gury Schneider-Ludorff in Verbindung mit Meier Schwarz (Hgg.) Mehr als Steine…Synagogen-Gedenkband Bayern Band III/1 Unterfranken. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2015. ISBN 978-3-898-70449-6. S. 359-380.
  4. Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid:ebenda S. 361-366.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]