Wiesenfeld (Karlstadt)

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Wiesenfeld
Stadt Karlstadt
Wappen von Wiesenfeld
Koordinaten: 49° 59′ 37″ N, 9° 40′ 52″ O
Höhe: 245 m ü. NN
Einwohner: 1135 (1. Jan. 2020)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97753
Vorwahl: 09359

Wiesenfeld ist der flächenmäßig größte Stadtteil von Karlstadt und liegt im Landkreis Main-Spessart genau zwischen Lohr am Main und Karlstadt am Main.

Auf einer Fläche von 22,4 km² leben 1135 Einwohner, in der Mehrzahl römisch-katholischen Glaubens. Im Ort, zu dem die Weiler Erlenbach und Rettersbach gehören[2], entspringt der Ziegelbach.

Gemarkung Wiesenfeld

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1139. Im Jahre 1351 wurde durch die Grafen von Rieneck, die zeitweilig die Herrschaft über einen Teil des Ortes ausübten, eine Dorfordnung erlassen. Das Dorfgericht war auch für den Nachbarort Rettersbach und die beiden Nachbarorte Steinbach und Halsbach zuständig, die heute Stadtteile von Lohr sind. Das Gerichtssiegel aus dem Jahre 1679 lieferte auch die Vorlage für das Ortswappen mit einem schreitenden silbernen Gotteslamm auf rotem Grund.

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sich hier andernorts vertriebene Juden an. Um das Jahr 1800 zählte die jüdische Gemeinde 90 Mitglieder aus zwanzig Familien. Insgesamt hatte der Ort zu dieser Zeit etwa 630 Einwohner. 1848 gab es 125 jüdische Einwohner. Am bekanntesten ist wohl der am 17. April 1860 in Wiesenfeld geborene Josef Schlossmann, ein Textilgroßhändler und großzügiger Stifter und Wohltäter. An seinem Geburtshaus erinnert eine Gedenktafel an ihn. Verwüstungen und Verhaftungen während der Novemberpogrome 1938 und vor allem Deportationen durch die Nazis erlebten auch die Wiesenfelder Juden. 22 von 25 deportierten Juden aus Wiesenfeld wurden ermordet.[3]

Die Kirche Maria Himmelfahrt wurde um das Jahr 1610 erbaut, nach den Schäden im Dreißigjährigen Krieg gab es ab 1673 eine Renovierung und Neuausstattung. Im Jahre 1905 wurde das Kirchengebäude erweitert und erneut renoviert. Die Kirche und die von 1861 bis 1863 im gotischen Baustil erbaute Synagoge[4] zählen zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Kreisstadt Karlstadt eingegliedert.[5]

Geboren in Wiesenfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten, Fakten. Stadt Karlstadt, archiviert vom Original am 30. März 2020; abgerufen am 30. März 2020.
  2. Karlstadt - Kreisstadt Main-Spessart. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  3. Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid: Wiesenfeld. In: Wolfgang Kraus / Hans-Christoph Dittscheid / Gury Schneider-Ludorff in Verbindung mit Meier Schwarz (Hgg.) Mehr als Steine…Synagogen-Gedenkband Bayern Band III/1 Unterfranken. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2015. ISBN 978-3-898-70449-6. S. 359–380.
  4. Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid:ebenda S. 361–366.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]