Meier Schwarz

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Meier Schwarz (* 28. Januar 1926 in Nürnberg) ist ein ehemaliger israelischer Hydrobiologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meier Schwarz ist als Sohn jüdischer Eltern in Nürnberg zur Welt gekommen. Sein Vater, Ludwig Schwarz, von Beruf Kaufmann, geb. in Egenhausen/Ansbach, war Offizier im Ersten Weltkrieg und Träger des Eisernen Kreuzes erster Klasse sowie Vorsteher der „Adas Israel“-Gemeinde. Er wurde im September 1937 von den Nationalsozialisten ermordet. Seine Mutter, Meta geb. Stern, geb. in Wiesenbach/Rothenburg, verstarb 1940 an Medikamentenmangel. Sein einziger Bruder Joseph war zuletzt Hachschara-Leiter in Neuendorf bei Fürstenwalde und wurde 1943 in Auschwitz ermordet.

Nach der Pogromnacht gelang es der Familie, für Meier Schwarz die Emigration mit einem Kindertransport nach Jerusalem zu organisieren. Dort wurde er in einem Internat aufgenommen. Mit 15 Jahren war er Mitbegründer des Kibbuz Hafez Haijim und beteiligte sich aktiv in der Hagana und für die Illegale Einwanderung in Europa.

Im Alter von 21 Jahren war er Kommandant der Ocean Vigour, mit der im Rahmen der Operation Oasis ein Teil der Exodus-Passagiere nach Deutschland gebracht wurden. Vorher half er in Frankreich Holocaustüberlebende auf die Exodus zu bringen.

Danach betätigte er sich als Erzieher und wirkte in der Landwirtschaft. Zwanzig Jahre verbrachte er im Kibbuz Hafez Haijim, weitere 14 Jahre in Petach-Tikwa und seit 1973 lebt und wirkt er in der Altstadt von Jerusalem.

1952 heiratete Meier Schwarz die in Lodz geborene Mirjam. Auch sie war die einzige Überlebende ihrer Familie. Gemeinsam haben sie sieben Kinder.

Akademische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen akademischen Leistungen gehört die Entwicklung der Hydrokulturen (Soilles-Cultures), die die minimale Bewässerung von Pflanzen in Wüstengegenden erlaubt. In dieser Eigenschaft übernahm er ein Doktorat in Pflanzenphysiologie an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Seine Forschungstätigkeiten bezogen sich auf Hydrokultur (Soilless-Cultures). In diesem Bereich betrieb er Forschung und stellte Beratung im Ausland zur Verfügung, darunter Deutschland und den USA (für die NASA).

Schwarz war Präsident der International Society for Soilless Culture (ISOSC), Gründer der Naturwissenschaftlichen Abteilung für Ausbildung von Mittelschullehren im Jerusalem College und im Technology College und Präsident der internationalen Vereinigung religiöser Wissenschaftler. Er war Mitglied des Kuratoriums der Universität Haifa.

Seit 1988 ist er aktiv an den Arbeiten für die Synagogen-Gedenkbuchreihe als Direktor des Synagogue Memorial und von Haus Ashkenaz beteiligt sowie Vorsitzender der Vereinigung CENTRA, der Vertretung deutsch-jüdischer Einwanderer der Jahre 1930–50 nach Israel. Mit Originalunterlagen dokumentierte er die ehemalige jüdische Gemeinde und erstellte eine Liste mit den Namen der aus Nürnberg deportierten Juden.

Meier Schwarz ist Mitglied der Vereinigung der Organisationen israelischer Holocaust-Überlebender und vertritt dort die überlebenden deutschen Juden. Außerdem ist Meier Schwarz Mitglied des Beirats des Holocaust Memorials Yad Vashem.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 70 wissenschaftliche Berichte und vier Bücher

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]