Drückjagd

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Schütze auf Drückjagdbock

Als Drückjagd, im Gebirge aufgrund der abgeriegelten Zwangswechsel des Wildes auch Riegeljagd genannt, bezeichnet man eine Form der Bewegungsjagd, bei der Wild gedrückt,[1][2] d. h. von Treibern und zumeist auch von Jagdhunden langsam in Richtung der vorher aufgestellten Jäger gescheucht wird.[3][4][5][6] Bei Drückjagden wird versucht, das Wild bewusst langsam aus seinen Einständen (etwa in Dickungen, Brombeerverhauen, Schilfgürteln, etc.) heraus und in Bewegung zu bringen, um einen sicheren Schuss zu ermöglichen.[3][4][6]

Während einige Dutzend Schützen sowie Treiber und Hundeführer bei Drückjagden die Regel sind,[4] gibt es bei revierübergreifenden Jagden mehrerer Jagdreviere sowie im Staats- und Großprivatwald Jagden mit z. T. mehreren Hundert Beteiligten.[7] Ist das Jagdgebiet zu groß, um es „am Stück“ zu bejagen, wird es in mehreren als Treiben bezeichneten Teilgebieten bejagt. Drückjagden finden fast ausschließlich im Winterhalbjahr und nur bei Tageslicht statt.

In Abgrenzung von Drückjagden, die auf Schalenwild wie etwa Reh und Wildschwein und hauptsächlich im Wald ausgeübt werden, bezeichnet man Bewegungsjagden, bei denen im Offenland mit Schrot meist auf Hasen, Federwild oder Füchse gejagt wird, als Treibjagd.[3][5][6]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicherheitseinweisung durch den verantwortlichen Jagdleiter vor Beginn der Drückjagd

Drückjagden starten zumeist bereits am frühen Morgen. Nach einer kurzen gemeinsamen Besprechung samt Sicherheitseinweisung für alle Beteiligten begeben sich Treiber sowie Hundeführer an ihre vorgesehenen Ausgangspositionen, während die Schützen ihre Stände beziehen, in dem Treiben, das meist einige hundert Hektar umfasst. Beginn und Ende der Jagd sind vorher zeitlich festgelegt oder werden flexibel per Jagdhorn oder heute eher per Funk mitgeteilt. Die Treiber versuchen anschließend zusammen mit den Hunden das Wild in Bewegung zu versetzen. Als Jagdhunde werden bei Drückjagden vorzugsweise eher kurzbeinige, spurlaute Stöberhunde eingesetzt, die langsamer sind als das Wild, das sie verfolgen, und es so aus seinen Einständen zwingen, ohne es zu hetzen. Aus hygienischen Gründen wird bei längeren Drückjagden eine Aufbrechpause gemacht.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Drückjagden sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. In Deutschland sind dabei insbesondere die Regelungen der Berufsgenossenschaft Landwirtschaft u. a. in der VSG-UVV-Jagd zu beachten.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drückjagd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drück­jagd, die. In: Duden. Abgerufen am 22. Januar 2019.
  2. drü­cken. In: Duden. Abgerufen am 22. Januar 2019.
  3. a b c Fritz Völk: Treibjagden auf Schalenwild? - Zur Anwendung von Bewegungsjagden und zur Begriffsverwendung..
  4. a b c Jakob Schrenk: Formen der Jagd. In: Magazin der Bayerischen Staatsforsten - Ausgabe: Waldjagd. Bayerische Staatsforsten AöR, 10. Juli 2012, S. 14 f. (baysf.de [PDF; abgerufen am 22. Januar 2019]).
  5. a b Julia Numßen: Handbuch Jägersprache. Gräfe Und Unzer, 2017, ISBN 978-3-8354-6241-0 (google.de [abgerufen am 15. Januar 2019] ohne Seitenzahlen).
  6. a b c Die Arten der Jagd..
  7. Die große Drückjagd im Jestetter Zipfel ist eine Aktion gegen Wildschäden. In: Südkurier. 22. November 2017, abgerufen am 22. Januar 2019.
  8. Abkürzungen unverständlich