Wilfried Feldenkirchen

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Wilfried Paul Feldenkirchen (* 25. Oktober 1947 in Köln; † 21. Juni 2010 in Hinterzarten[1][2]) war ein deutscher Wirtschaftshistoriker und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilfried Feldenkirchen studierte Geschichte, Anglistik und Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Er wurde 1974 mit einer Arbeit über den Handel der Stadt Köln im 18. Jahrhundert zum Dr. phil. promoviert. 1980 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets von 1879 bis 1914. Feldenkirchen wurde 1982 mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. 1985 wurde er außerplanmäßiger Professor an der Universität Bonn und war von 1985 bis 1990 Direktor des Akademischen Auslandsamtes der Universität.[3] 1989/1990 hatte er eine Professur an der Universität des Saarlandes inne und wurde 1990 auf den Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg berufen. 1990 gab er die Lebenserinnerungen von Werner von Siemens heraus, 1992 publizierte er dessen Biographie; er arbeitete an der Enzyklopädie deutscher Geschichte mit. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit war die Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Banken- und Sparkassengeschichte und die Geschichte der Agrarpolitik. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt war die Geschichte großer Unternehmen wie Siemens, Daimler, GfK und Henkel.[4]

Feldenkirchen war Rotarier-Mitglied (Rotary Club Euskirchen-Burgfey).[5][6]

Feldenkirchen starb 2010 bei einem Unfall während einer Testfahrt mit einem Nachbau der Elektrischen Viktoria, der unter seiner Projektleitung von einem Karosseriebauer aus Hinterzarten gebaut und von Siemens auf der Expo 2010 gezeigt worden war.[7][8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Handel der Stadt Köln im 18. Jahrhundert (1700–1814). Bonn 1975.
  • Die Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets 1879–1914. Wachstum, Finanzierung und Struktur ihrer Großunternehmen. Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-03463-3.
  • Werner von Siemens. Erfinder und internationaler Unternehmer. Berlin 1992, ISBN 3-8009-4156-2.
  • Die deutsche Wirtschaft im 20. Jahrhundert. München 1998, ISBN 3-486-55744-0.
  • Zusammen mit Susanne Hilger: Menschen und Marken: 125 Jahre Henkel, 1876–2001. Hrsg.: Ernst Primosch und Wolfgang Zengerling im Auftrag der Henkel KGaA. Henkel KGaA, Düsseldorf 2001, ISBN 978-3-923324-79-8 (404 S., henkel.de [PDF]).

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siemens-Projektleiter stirbt bei Fahrt mit Elektro-Oldtimer In: Badische Zeitung online vom 21. Juni 2010
  2. Tragische Testfahrt: Professor stirbt bei Oldtimer-Unfall In: Südkurier online vom 21. Juni 2010
  3. a b Feldenkirchen/Hilger 2001, S. 401, henkel.de
  4. Michael Amberg: Universität Erlangen-Nürnberg trauert um Professor Feldenkirchen. In: Uni-Mediendienst Aktuell Nr. 137/2010. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 22. Juni 2010; abgerufen am 26. August 2016.
  5. Homepage des Rotary-Club Euskirchen-Burgfey
  6. Rotarier-Präsident tödlich verunglückt in: Kölner Stadt-Anzeiger online vom 23. Juni 2010
  7. Die verhängnisvolle Probefahrt der „Elektrischen Viktoria“ In: Badische Zeitung vom 23. Juni 2010
  8. sueddeutsche.de 23. April 2015: Herstellungsfehler an der Kupplung