Wilhelm Cavallar von Grabensprung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Freiherr Cavallar von Grabensprung (* 25. Februar 1889 in Aussig, Königreich Böhmen; † 20. Dezember 1957 in Wien, Republik Österreich) war ein Offizier der k.u.k. Armee. Er wurde im Ersten Weltkrieg mit dem Militär-Maria-Theresien-Orden ausgezeichnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verleihung des Maria-Theresien-Ordens während des Ersten Weltkrieges 1918 in der Villa Wartholz. Wilhelm von Cavallar ist unten als zweiter von links abgebildet.

Wilhelm Ritter Cavallar von Grabensprung entstammte einer altösterreichischen Offiziersfamilie. Nach seiner Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie[1] in der Burg in Wiener Neustadt wurde er 1909 zum Infanterieregiment Nr. 92 in Komotau ausgemustert.[2]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges hatte er den Dienstgrad eines Oberleutnants erreicht und war Kommandant der 13. Kompanie seines Regiments. Im Kampf gegen die serbische Timok-Division eroberte er mit seiner Einheit am 6. September 1914 bei Šašinci an der Save nahe Sremska Mitrovica eine serbische Batterie, deren Geschütze er kurzerhand umdrehen und die nahe serbische Kriegsbrücke unter Beschuss nehmen ließ. Durch die Zerstörung dieser Brücke trug er entscheidend zur Vernichtung der Timok-Division und zum Zusammenbruch der geplanten serbischen Offensive über die Save gegen österreichisch-ungarisches Gebiet bei.[2]

Bald nach seinem erfolgreichen Einsatz erlitt er einen Bauchschuss. Nach seiner Genesung meldete er sich zur Fliegertruppe, wurde aber nach einer Reihe von Feindflügen als Beobachter bereits im Sommer 1915 in den Generalstabsdienst übernommen. Ab 1916 war er an der italienischen Front. Für die Zerstörung der Brücke bei Šašinci im September 1914 wurde er schließlich mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet, das er zusammen mit zehn anderen Trägern am 17. August 1918 durch Kaiser Karl in der Villa Wartholz erhielt.[3] Aufgrund der Ordensstatuten wurde Wilhelm Ritter Cavallar von Grabensprung außerdem in den Freiherrenstand erhoben. Am gleichen Tag des Vorjahres war auch Josef Lutschounig mit dem Maria-Theresia-Orden ausgezeichnet worden, ebenso wie Cavallar für Leistungen im Kampf gegen die Timok-Division am 6. September 1914 bei Šašinci.

Kaiserin Zita spricht mit Wilhelm von Cavallar in Villa Wartholz (1918). Im Hintergrund, Anton von Lehár.

Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns im November 1918 wurde Cavallar als Major dem Oberbefehlshaber der Volkswehr zugeteilt.[2][4] Nach dem Ende der Friedensverhandlungen kehrte er in seine Heimat, die nunmehrige Tschechoslowakische Republik, zurück und betätigte sich in Landwirtschaft und Industrie.[2] In der Tschechoslowakischen Armee wurde er als Deutscher zum Infanteristen degradiert, erhielt allerdings 1938 als deutscher Staatsbürger seinen früheren Dienstgrad wieder.[4]

Im Jahr 1948 enteignet und vertrieben, verbrachte er als Major a. D. seinen Lebensabend in Österreich. Sein Grab befindet sich auf dem Döblinger Friedhof in Wien. Ein Ölgemälde mit seinem Porträt befindet sich an der Theresianischen Militärakademie.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Schmitz: 'Als ob die Welt aus den Fugen ginge': Kriegserfahrungen österreichisch-ungarischer Offiziere 1914–18. Verlag Ferdinand Schöningh, 2016, ISBN 978-3-657-78115-7 (google.at [abgerufen am 2. Februar 2018]).
  2. a b c d e Karl Liko, 100 Jahre Ausmusterungsjahrgang 1909 in: Österreichische Militärische Zeitschrift 5/2009, S. 21–26
  3. Chronik. Neue Maria Theresien-Ordensritter. In: Streffleur’s Militärblatt, Nr. 35/1918, 31. August 1918, S. 15, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/st3.
  4. a b Südmähren.at: Cavallar Ritter von Grabensprung, abgerufen am 9. Juni 2010