Wilhelm Henke (Rechtswissenschaftler)

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Wilhelm Henke (* 2. Mai 1926 in Göttingen; † 17. Juli 1992 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler, Rechtsphilosoph und Professor für öffentliches Recht an der Universität Erlangen-Nürnberg. Henke widmete sich wissenschaftlichen Fragen der öffentlich-rechtlichen Dogmatik und Grundlagenproblemen des öffentlichen Rechts und des Rechts allgemein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henke studierte von 1948 bis 1953 Rechtswissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie an den Universitäten Göttingen und Tübingen. Er promovierte 1957 über das Thema „Die verfassungsgebende Gewalt des deutschen Volkes“ und habilitierte sich 1964 in Göttingen bei Werner Weber mit dem Thema „Das Recht der politischen Parteien“.[1]

Wissenschaftliches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als zentralen Baustein des Rechts sah Henke das Zwei-Personen-Verhältnis. Es ist durch den Streit über das, was rechtens ist, charakterisiert. Aus dem Zwei-Personen-Verhältnis wird auch die Gerechtigkeit als ein Weg der Lösung von Streit und Rache bestimmt. Gerecht ist, zu tun, was die Lage des anderen erfordert. Damit wird das Leitmotiv skizziert, aus dem Henke Staat und Recht aufbaut. Henke bringt die Gestaltungen zur Darstellung, die nach ihm streitbewältigenden Charakter haben und damit zumindest helfen, das zu tun, was die Lage des anderen erfordert. Das ist der Vertrag, der Richterspruch, die Gemeinschaft, das Eigentum und die Herrschaft. Sie alle interessieren unter dem Gesichtspunkt einer Begrenzung des Streits.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das subjektive öffentliche Recht, Mohr Siebeck 1968
  • Das Recht der politischen Parteien, 2. Aufl. Otto Schwarz, 1972
  • Kritik des kritischen Rationalismus, Reihe: Recht und Staat in Geschichte und Gegenwart, Bd. 434, Mohr Siebeck, 1974
  • Das Recht der Wirtschaftssubvention als öffentliches Vertragsrecht, Mohr Siebeck, 1979
  • Recht und Staat: Grundlagen der Jurisprudenz, Mohr Siebeck, 1988 (Hauptwerk)

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das subjektive Recht im System des öffentlichen Rechts, DÖV 1980, 621ff
  • Wandel der Dogmatik des öffentlichen Rechts, JZ 1992, S. 541
  • Das Ende der Revolution und die verfassungsgebende Gewalt des Volkes, Der Staat 1992, S. 265

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erinnerungen an Wilhelm Henke, Juristenzeitung 1992, S. 1067–1070.
  • Albert Jansen: Die Kunst des Unterscheidens zwischen Recht und Gerechtigkeit. Studien zu einer Grundbedingung der Rechtsfindung, v&r unipress 2016. ISBN 978-3 8471-0542-8.
  • Albert Jansen: Die gefährdete Staatlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Beiträge zur Bewahrung ihrer verfassungsrechtlichen Organisationsstruktur. v&r unipress, 2014, ISBN 978-3-8471-0280-9; dort insbes. Nr. 20: Notwendiger Wandel der Dogmatik des deutschen Staats- und Verwaltungsrechts in einem zusammenwachsenden Europa. Überlegungen zum Verständnis der Europäischen Gemeinschaft als Rechtsgemeinschaft.
  • Katharina Gräfin von Schlieffen (Hrsg.): Republik, Rechtsverhältnis, Rechtskultur, Mohr Siebeck, 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jan Schapp: Nachruf Wilhelm Henke, Sonderdruck aus: Archiv des öffentlichen Rechts, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 117. Band, Heft 4, 1992, S.654-655