Windpark Hesselbach

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Windpark Hesselbach
Sechs der acht Anlagen des Windparks
Sechs der acht Anlagen des Windparks
Lage
Windpark Hesselbach (Nordrhein-Westfalen)
Windpark Hesselbach
Koordinaten 50° 53′ 28,1″ N, 8° 22′ 41,3″ OKoordinaten: 50° 53′ 28,1″ N, 8° 22′ 41,3″ O
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Daten
Typ Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 24 Megawatt
Eigentümer Wittgenstein New Energy
Betreiber Wittgenstein New Energy
Betriebsaufnahme 2013
Turbine 8 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V112
Website wne-holding.de
Stand September 2017

Der Windpark Hesselbach ist ein Windpark im Stadtgebiet von Bad Laasphe im Kreis Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen). Er befindet sich auf dem Gebiet der Gemarkungen Hesselbach, Banfe und Bad Laasphe. Es handelt sich um den ersten Wald-Windpark in Nordrhein-Westfalen.[1] Der Windpark verfügt über acht Windkraftanlagen vom Hersteller Vestas. Eine Erweiterung um zwei Anlagen befindet sich in der Umsetzung; zwei weitere Anlagen sind in Planung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motivation für den Windpark waren die großen Sturmschäden durch Orkan Kyrill im Januar 2007. Ebenso wichtig waren die veränderten politischen Rahmenbedingungen wie ein revidierter Windenergieerlass.[2][3]

Bau und Einweihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau der Windräder
Einweihungsrede von Johannes Remmel

Im Oktober 2012 bekam der Investor die erste Genehmigung. Im Mai 2013 erfolgte die Betonage der Fundamente; pro Fundament wurden 1.050 Kubikmeter Beton und 93 Tonnen Stahl verarbeitet. Für jede Anlage wurde eine Fläche von etwa zwei Hektar benötigt. Im Juli desselben Jahres wurden die ersten Großkomponenten angeliefert und im August wurde die erste Anlage am Spreitzkopf fertiggestellt.

Für die Bauarbeiten wurde in Spezialkran des Unternehmens Franz Bracht nötig, welcher über eine Hublast von 750 Tonnen verfügt. Die Vorarbeiten wurden von 130- und 400-Tonnen-Kränen ausgeführt.

Am 11. September 2013 wurde der Windpark vom Nordrhein-Westfälischen Umweltminister Johannes Remmel eröffnet.[4]

Erste Erweiterung: WEA 7 und 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2014 wurde die Genehmigung für die Erweiterung des Windparks um zwei weitere Anlagen desselben Typs bekannt.[5] Der Bau wurde im November desselben Jahres umgesetzt.[6] Die zusätzlichen Anlagen wurden Anfang Dezember 2014 fertiggestellt und einige Wochen später an das Stromnetz angeschlossen.[7]

Zweite Erweiterung: WEA 9 und 10[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 wurde bekannt, dass das ein Genehmigungsantrag für zwei weitere Anlagen nordöstlich von Hesselbach auf dem Gerhardsberg und dem Görzberg eingereicht wurde. Die Genehmigung wurde im Dezember 2016 erteilt.[8][9] Der Bau der beiden Anlagen wurde im April 2017 begonnen.[10]

Dritte Erweiterung: WEA 11[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planungen um ein weiteres Windrad kurz hinter der Landesgrenze auf hessischer Seite des Görzberges wurden im März 2017 bekannt. Es würde rechnerisch etwa 3000 Zwei-Personen-Haushalte versorgen.[11]

Vierte Erweiterung: WEA 12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 wurden Pläne für Windrad auf dem Raumberg, südöstlich von Banfe, bekannt.[12]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nahegelegenen Erndtebrück betreibt Vestas eine Wartungs-Außenstelle mit vier Mechanikern.[9]

Stromerzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jährliche Regelarbeitsvermögen der ersten sechs Windenergieanlagen entspricht laut RWE rechnerisch dem Verbrauch von 14.000 Haushalten.[3]

Zufahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der jeweiligen Bauzeiten des Windparks und dessen Erweiterungen wurde die Straße, genannt Armer Mann (Teil der Kreisstraße K 36), in eine Einbahnstraße umgewidmet. Die erlaubte Fahrtrichtung war jeweils von Bad Laasphe nach Hesselbach. Grund dafür war jeweils, dass sonst stattfindender Begegnungsverkehr mit den Baufahrzeugen ein Sicherheitsrisiko wäre.[13] Aufgrund einer Sperrung der Bundesstraße 62 wurden bei den Bauarbeiten 2017 komplizierte Regelungen erforderlich.[10]

Defekter Generator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Monaten April und Mai 2015 tauschte ein Kran einen defekten Generator aus.[14][15]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle acht Windkraftanlagen sind sichtbar
Windenergieanlage WEA 2

Die acht ersten Windkraftanlagen sind vom Typ Vestas V112, welche einen Rotordurchmesser von 112 m, eine Nabenhöhe von 140 m und daraus folgend eine Gesamthöhe von 196 m haben. Sie haben eine installierte Leistung von jeweils 3 MW und wurden im Jahr 2013 und 2014 errichtet.

Die zweite Erweiterung wird mit zwei Anlagen vom Typ Vestas V126 durchgeführt. Sie verfügen über eine Nabenhöhe von 137 Metern und einem Rotordurchmesser von 126 Metern. Die installierte Leistung liegt bei 3,3 MW. Dieser Anlagentyp ist für die dritte Erweiterung um eine Anlage vorgesehen.[8][9][11]

Angeschlossen ist der Windpark über etwa 36 km Stromkabel an ein Umspannwerk in Bad Laasphe. Für die Kommunikation und für den Blitzschutz wurden weitere 15 bzw. 10 km verlegt.[16]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Anlage Aufstellung Typ Koordinaten Position Gemarkung
1 2013 V112-3 MW WEA 1 Spreitzkopf Hesselbach
2 2013 V112-3 MW WEA 2 Wipper Camp Hesselbach
3 2013 V112-3 MW WEA 3 Großer Ahlertsberg Hesselbach
4 2013 V112-3 MW WEA 4 Grahberg Hesselbach
5 2013 V112-3 MW WEA 5 Wartholzkopf Banfe
6 2013 V112-3 MW WEA 6 Alter Sportplatz (Banfe) Banfe
7 2014 V112-3 MW WEA 7 Kleiner Ahlertsberg Hesselbach
8 2014 V112-3 MW WEA 8 Hasseln Banfe
9 2017 V126-3.3 MW WEA 9 Gerhardtsberg[9] Hesselbach
10 2017 V126-3.3 MW WEA 10 Görzberg[9] Hesselbach
11 Umsetzung offen V126-3.3 MW Görzberg[11] Wiesenbach (Hessen)
12 Umsetzung offen Raumberg[12] Banfe

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Windpark sind Geocaches platziert.[17]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Windpark Hesselbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erster Wald-Windpark in NRW. Siegener Zeitung, archiviert vom Original am 11. Januar 2014, abgerufen am 17. April 2014.
  2. Über WNE. In: Wittgenstein New Holding. Abgerufen am 23. Februar 2017.
  3. a b Strom aus Wald. In: RWE. 11. September 2013, archiviert vom Original am 18. April 2014, abgerufen am 8. Mai 2016 (PDF).
  4. Energieagentur NRW: Windpark in Bad Laasphe eröffnet: Auch den Wald für den Wind erschließen. Archiviert vom Original am 19. September 2013, abgerufen am 18. April 2014.
  5. Grünes Licht für weitere Anlagen. Siegener Zeitung, 7. Januar 2014, abgerufen am 17. April 2014.
  6. Windrad 7 stand in Rekordzeit. Windpark Bad Laasphe/Hesselbach wächst. Siegener Zeitung, 6. November 2014, abgerufen am 15. September 2016.
  7. Arbeiten am Windpark abgeschlossen. In: Siegener Zeitung. Ausgabe Wittgenstein. 3. Dezember 2014, S. 7.
  8. a b Der Windpark soll weiter wachsen. In: Siegener Zeitung. siegener-zeitung.de, 23. März 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  9. a b c d e Neue Windkraftanlagen für Benfe und Hesselbach genehmigt. wp.de, 30. Dezember 2016, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  10. a b Baustelle auf B 62 wirkt weiträumig. wp.de, 13. Mai 2017, abgerufen am 14. Mai 2017.
  11. a b c Windpark wächst in der Boxbach. Weitere Anlage ist auf hessischer Seite geplant. In: Siegener Zeitung. 10. März 2017, abgerufen am 13. März 2017.
  12. a b 11. Windrad in Banfe steht nichts im Wege. In: Siegener Zeitung. Ausgabe Wittgenstein. 15. September 2017.
  13. Bad Laasphe: Kreisstraße 36 zeitweilig Einbahnstraße. wp.de, 7. April 2017, abgerufen am 8. April 2017.
  14. Eine tonnenschwere Reparatur am Alertsberg. In: Siegener Zeitung. Ausgabe Wittgenstein. 5. Mai 2015, S. 6.
  15. Schwere Aufgabe in 140 Metern Höhe. derWesten.de, 5. Mai 2015, abgerufen am 15. September 2016.
  16. Abschreckendes Beispiel: Windpark im Wald bei Bad Laasphe. Bürgerinitiative Rettet den Wollenberg, abgerufen am 8. Mai 2015.
  17. Windpark Hesselbach/Banfe/Bad Laasphe (öffentlich). geocaching.com, abgerufen am 8. Mai 2016.