Winfried Orthmann

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Winfried Orthmann (* 16. August 1935) ist ein deutscher Vorderasiatischer Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winfried Orthmann studierte von 1954 bis 1961 die Fächer Vorderasiatische Altertumskunde, Klassische Archäologie und Altorientalistik an den Universitäten München, Berlin und Ankara. 1961 wurde er an der FU Berlin bei Anton Moortgat mit der Arbeit Keramik der Frühen Bronzezeit aus Inneranatolien promoviert. Nach dem Studium erhielt er zunächst 1962/63 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts und war dann Referent am Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul. Von 1966 bis 1969 erhielt er ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1969 erfolgte seine Habilitation an der Universität des Saarlandes mit der Arbeit Untersuchungen zur späthethitischen Kunst und 1971 dort die Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat und Professor. Von 1971 bis 1994 war Orthmann Professor für Vorderasiatische Archäologie an der Universität des Saarlandes. Von 1994 bis 2000 war er dann Professor an der Universität Halle, zeitweise als Dekan des Fachbereichs Kunst- und Altertumswissenschaften. Ende des Sommersemester 2000 wurde er emeritiert.

Wirken und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Archäologie Syriens vom 3. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. und die Archäologie des Südkaukasus in der Frühen und Mittleren Bronzezeit.

Reisen in die Länder des Vorderen Orients und Ausgrabungskampagnen in Ilica (Türkei) und ab 1973/74 in Mumbaqat (Syrien) förderten seine wissenschaftlichen Arbeiten über Spezialgebiete der Archäologie, zu denen vor allem Fragen zur Kultur der Hethiter gehören.

In Halawa im Tal des Euphrat in Syrien wurden von 1975 bis 1986 von einer Expedition der Universität des Saarlandes unter seiner Leitung archäologische Ausgrabungen durchgeführt.

Nach dem Tod von Anton Moortgat 1977 führte Orthmann die Ausgrabungen der antiken Siedlung Tell Chuera (Nordost-Syrien) von 1982 bis 1983 zusammen mit Ursula Moortgat-Correns aus Berlin weiter. Ab 1986 leitete Orthmann die Grabungen in alleiniger Verantwortung; seit 1994 ist das Projekt an der Universität Halle beheimatet. In der Kampagne 1996 wurden von ihm in Schichten des 3. Jahrtausends vor Christus Teile eines großen Tempelbezirks im Südosten der Stadt und Teile eines Palastes im Westen der Stadt ausgegraben. Außerdem wurde ein größerer Baukomplex aus der mittelassyrischen Zeit (13. Jahrhundert v. Chr.) weiter freigelegt. Orthmann oblag bis 1997 die Leitung der archäologischen Ausgrabungen im Alasani-Tal in Ostgeorgien der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Ziel der vollständigen Freilegung eines großen Hügelgrabes, eines sogenannten Kurgans, der im letzten Drittel des 3. Jahrtausends v. Chr. in der Nähe des Flusses Alasani angelegt wurde.

Orthmann ist ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Keramik der Frühen Bronzezeit aus Inneranatolien. Berlin 1963.
  • Der Alte Orient. Berlin 1975 (Propyläen Kunstgeschichte 14).
  • Untersuchungen zur späthethitischen Kunst. Bonn 1971.
  • mit Anderen: Halawa 1977–1979. Bonn 1981
  • mit I. Kampschulte: Gräber des 3. Jahrtausends im syrischen Euphrattal I. Ausgrabungen bei Tawi 1975 und 1978. Bonn 1984.
  • Halawa 1980–1986. Bonn 1989.
  • mit H. Klein, Friedrich Lüth: Tell Chuera in Nordost-Syrien 1982–1983. Berlin 1986.
  • mit E. Rova: Gräber des 3. Jahrtausends im syrischen Euphrattal II. Das Gräberfeld von Wreide. Saarbrücken 1991.
  • mit Abd el-Mesih Baghdo, Lutz Martin, Mirko Novák: Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Nordost-Syrien. Vorbericht über die erste und zweite Grabungskampagne, Harrasowitz, Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-447-06068-4
  • mit Harald Klein, Friedrich Lüth: Tell Chuera in Nordost-Syrien. Vorläufiger Bericht über die neunte und zehnte Grabungskampagne 1982 und 1983, Berlin 1986.
  • L'architecture religieuse de Tell Chuera, In: Akkadica 69 (1990) 1-18.
  • Tell Chuera. Ausgrabungen der Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung in Nordost-Syrien, Damaskus und Tartous 1990.
  • mit Anderen: Ausgrabungen in Tell Chuera in Nordost-Syrien I. Bericht über die Grabungskampagnen 1986 bis 1992, Saarbrücken 1995.
  • mit Anderen: Ausgrabungen in Tell Chuera in Nordost-Syrien I (Vorderasiatische Forschungen der Max-Freiherr v. Oppenheim-Stiftung, Band 2), Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1995
  • Die aramäisch-assyrische Stadt Guzana. Ein Rückblick auf die Ausgrabungen Max von Oppenheims in Tell Halaf. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 2002, ISBN 3-930843-79-X

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan-Waalke Meyer u.a. (Hrsg.): Beiträge zur vorderasiatischen Archäologie Winfried Orthmann gewidmet. Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Archäologisches Institut, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-00-007995-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]