Wirtschaftsingenieurwesen

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Wirtschaftsingenieurwesen ist ein interdisziplinäres Studium, das aus ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Teilen besteht. Es verbindet technisch-naturwissenschaftliche sowie wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftliche Inhalte miteinander. Die Ausbildung zum Wirtschaftsingenieur (kurz: WI, WIW, WING, Wi.-Ing., Wirt.-Ing. oder Wirtsch.-Ing.) erfolgt durch das Studium an einer Universität, Fachhochschule bzw. Hochschule oder in Österreich auch an einer Höheren Technischen Lehranstalt.

Entstehung[Bearbeiten]

Verschiedene Universitäten boten diese Studienrichtung bereits im späten 19. Jahrhundert an. In den USA wurde dieses Studium vermutlich erstmals 1908 eingeführt.[1] 1927 führte, als erste deutsche Universität, die damalige Technische Hochschule Berlin den Studiengang ein.[2] Der von Willi Prion entwickelte Studiengang wurde damals noch als „Wirtschaft und Technik“ bezeichnet und sollte Nachkommen von Unternehmern eine adäquate Ausbildung bieten, wurde aber anfangs eher schlecht angenommen. Bis Ende der 1960er Jahre wurde dieses Studium von relativ wenigen Hochschulen (z. B. Technische Universität Berlin, Technische Hochschule Karlsruhe, Technische Hochschule Darmstadt, Universität Hamburg und Universität Kaiserslautern) angeboten.[3] Heute wird diese Studienrichtung von vielen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen angeboten.

In den Hochschulen und Ingenieurschulen der ehemaligen DDR war ein ähnlicher Studiengang als Ingenieurökonomie etabliert.

Wissenschaftliche Zuordnung[Bearbeiten]

Das Wirtschaftsingenieurwesen befasst sich mit Theorien, Methoden, Werkzeugen und intersubjektiv nachprüfbaren Erkenntnissen und Zusammenhängen zwischen verschiedenen wirtschafts-, ingenieur- und rechtswissenschaftlichen Disziplinen. Daher fungiert der Studiengang als Schnittstelle zwischen der Betriebswirtschaft und dem Ingenieurwesen.

Inhalt des Wirtschaftsingenieurwesens sind interdisziplinäre und damit oft sehr komplexe Systeme. Dies beinhaltet die Entwicklung, Implementierung, Realisierung, Optimierung sowie den realen Betrieb solcher Systeme unter Einhaltung rechtlicher Anforderungen und Vorschriften (z. B. SOX-compliant). Wobei diese Systeme nicht wie in den Einzelwissenschaften als rein wirtschaftliche oder rein technische Systeme betrachtet, sondern als ganzheitliche Systeme gesehen werden.

Vielmehr modelliert und gestaltet das Wirtschaftsingenieurwesen unter ökonomischen wie rechtlichen Gesichtspunkten und unter Verwendung der Methoden der Systemtheorie, Statistik, des Operations Research, etc. reale, wirtschaftlich-technische Systeme und leitet aus entsprechenden Modellen Anforderungen für Produktions-, Fertigungs-, Vermarktungs- und Informationssysteme zur Implementierung in existierende oder neue, reale Systeme ab.

Das Wirtschaftsingenieurwesen zählt zu gleichen Teilen zur Wirtschaftswissenschaft und Ingenieurwissenschaften und beinhaltet als interdisziplinäres Studium gleichermaßen ingenieurwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Komponenten, wird aber an den meisten Universitäten eher den ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten zugeordnet.

Das Wirtschaftsingenieurwesen hat sich als eigenständiger, wissenschaftlicher Studiengang sowie auch als Aufbaustudium an privaten und öffentlichen Hochschulen, fest etabliert.

Studium[Bearbeiten]

Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens kann an einer Hochschule (Universität, Fachhochschule oder Dualen Hochschule), das mit einem akademischen Grad abschließt, oder einer Berufsakademie erfolgen. Während bei einem grundständigen Studiengang die breit gefächerte Ausbildung aus einem Ingenieurteil (mathematisch-naturwissenschaftliches und technisches Wissen) sowie einem kaufmännischen Teil (betriebs- und volkswirtschaftliches, juristisches Wissen) besteht, setzt das postgraduale Aufbaustudium entweder auf einem erfolgreich abgeschlossenen Ingenieurstudium auf und beschränkt sich hauptsächlich auf den kaufmännischen Teil oder es baut auf einem erfolgreich abgeschlossenen kaufmännischen Studium auf und beschränkt sich dann rein auf den Ingenieuranteil.

Abhängig von der Wahl der Universität verläuft das Studium entweder allgemein als „Wirtschaftsingenieurwesen“ oder wird bereits von Beginn an in verschiedene Spezialisierungen unterteilt (z. B. „W.I.-Maschinenbau“, „W.I.-Energietechnik“, „W.I.-Energiemanagement“ bzw. „W.I. operatives Management“ und „W.I. strategisches Management“ oder „W.I.-Elektrotechnik“).

Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesen ist eine Kombination aus der Wirtschaftswissenschaft (Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre), Rechtswissenschaft und Ingenieurwissenschaft zu einem eigenen wissenschaftlichen Studium.

Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens ist meistens ein Bachelorstudiengang und die Lehrveranstaltungen sind durch Module strukturiert. An wenigen Hochschulen wird noch ein Diplomstudiengang angeboten. So kann an der Hochschule Mittweida in einem akkreditierten und modularisierten Studiengang der akademische Abschluss des Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) erworben werden. Der Master ist ein Aufbaustudium und setzt den Abschluss des Bachelors voraus.

Laut einer Erhebung des Focus, die in der Ausgabe 01/2007 vom 30. Dezember 2006 veröffentlicht wurde, liegt der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen derzeit auf Rang 9 der Beliebtheitsskala aller Studiengänge in Deutschland. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Rang Fach Studierende
1 BWL 160531
2 Jura 92198
3 Germanistik 87260
4 Maschinenbau 80706
5 Humanmedizin 79847
6 Informatik 78370
7 Wirtschaftswissenschaften 72872
8 Elektrotechnik 56094
9 Wirtschaftsingenieurwesen 48151
10 Biologie 46065
11 Mathematik 45813
12 Pädagogik 45622
13 Anglistik 44814
14 Architektur 35417

Studienmöglichkeiten[Bearbeiten]

In Deutschland wird das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an 65 Fachhochschulen, 30 Universitäten und technischen Universitäten sowie an 15 Berufsakademien angeboten.[4] Ähnliche Studienmöglichkeiten findet man auch in Österreich. In der Schweiz wird dieser Studiengang nur an Fachhochschulen angeboten. Auch im europäischen und nicht europäischen Ausland existieren teilweise entsprechende Studienmöglichkeiten.

Liste der Studienorte[Bearbeiten]

Eine umfangreiche Liste nationaler wie auch internationaler Studienorte findet sich hier: WIW Studienorte.

Studiengang[Bearbeiten]

Der Studiengang des Wirtschaftsingenieurwesens beinhaltet Module aus den Einzelwissenschaften: Naturwissenschaft, Strukturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Ingenieurwissenschaft.

Diese Inhalte werden im Laufe des Studiums miteinander verbunden und später je nach Wahl vertieft. Dadurch werden die Grundlagen auf den späteren Beruf des Wirtschaftsingenieurs gelegt. Die angebotenen Studiengänge können sich Inhaltlich je nach Bundesland und Hochschule sehr stark voneinander unterscheiden. Je nachdem welche Forschungsaktivitäten, Professoren, Fachbereiche oder universitäts- bzw. hochschulbezogene Schwerpunkte Einfluss auf den Studiengang haben oder hatten. Da im Grundstudium aber eine vorwiegend generalistische Ausbildung üblich ist, wirken sich die genannten Unterschiede vor allem im anschließenden Hauptstudium aus.

Vertiefungsrichtungen[Bearbeiten]

Im Regelfall wählt der Student an den meisten Hochschulen zu den bestehenden Modulen noch ein technisches und ein betriebswirtschaftliches Wahlpflichtmodul aus. Diese Wahlpflichtmodule haben Unterschiedliche Inhalte und führen zur Spezialisierungsrichtungen bzw. zum Vertiefungsstudium. Diese Vertiefung kann in betriebswirtschaftlicher und/oder ingenieurwissenschaftlicher Richtung sein.

Liste der Studien- und Spezialisierungsrichtungen[Bearbeiten]

Eine umfangreiche Liste verschiedener, möglichen Studien- bzw. Spezialisierungsrichtungen im Hauptstudium findet man in der Rubrik Studienrichtungen des Portals Wirtschaftsingenieurwesen.

Grundstudium[Bearbeiten]

Im Grundstudium sollen technische und wirtschaftliche Grundlagen vermittelt werden. Da sich die Studieninhalte des Grundstudiums aufgrund der Interdisziplinarität stark mit den Inhalten anderer wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge überschneiden, besuchen Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens oft zeitweise dieselben Vorlesungen wie z. B. Studenten der Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, des Maschinenbaus, Bauingenieurwesens oder der Elektrotechnik.

Das Grundstudium macht den Besuch vieler, unterschiedlicher Veranstaltungen mit entsprechend unterschiedlichen Lehrinhalten von unterschiedlichen Fachbereichen erforderlich. Der tatsächliche Zeitaufwand liegt derzeit (in Deutschland) weit über der Höchstgrenze des ECTS, das heißt erheblich über 30 Leistungspunkten pro Semester.

Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass in den ersten vier Semestern des Grundstudiums kaum Inhalte wiederholt werden, weil in der Regel immer nur eine Veranstaltung einer Art oder eines Themengebiets besucht werden kann. Man wird also während des gesamten Grundstudiums in jedem Semester bei jeder Veranstaltung mit völlig neuem Lehrstoff konfrontiert, dessen Verständnis man sich nach den Vorlesungen im Selbststudium weiter erarbeiten muss.

Fremdsprachen[Bearbeiten]

Neben den gewöhnlichen Fremdsprachenkenntnissen, die Voraussetzung zum Studium sind, können während des Grundstudiums spezielle Vorlesungen zum technischen Englisch, Wirtschaftsenglisch oder auch Business English und u. U. auch weitere Fremdsprachen besucht werden. Die Vorlesungen im Grundstudium variieren auch hier je nach Hochschule und technischer Fachrichtung. Im Hauptstudium können die Kenntnisse der Fremdsprachen oft noch durch zusätzliche Vorlesungen weiter ausgebaut werden. Vorlesungen können auch in englischer Sprache angeboten, so dass das Fachvokabular direkt angewendet werden kann.

Wirtschaftswissenschaftlicher Teil[Bearbeiten]

Wirtschaftswissenschaftliche Inhalte des Grundstudiums sind bspw.:

Rechtswissenschaftlicher Teil[Bearbeiten]

Inhalte des Grundstudiums sind bspw.:

Naturwissenschaftlich-technischer Teil[Bearbeiten]

Inhalte des Grundstudiums sind bspw.:

Allgemeiner, naturwissenschaftlicher Teil

Technischer Teil

Praktika[Bearbeiten]

An vielen Hochschulen und Universitäten sind Praktika in Handwerks- oder Industrieunternehmen bzw. Dienstleistungsunternehmen während des Studium in unterschiedlichem Umfang vorgeschrieben und müssen durch Zeugnisse und Berichte dokumentiert werden.

Grundstudium[Bearbeiten]

Zur Beendigung des Grundstudiums muss eine Zwischenprüfung, das Vordiplom oder die Bachelor-Vorprüfung, abgelegt werden. Teilweise können die Leistungen auch durch sogenannte Scheine erbracht werden. In modularisierten Studiengängen gilt je nach Struktur des Studiengangs der Abschluss aller Modulprüfungen bis zum 2.,3. oder 4. Semester als Vordiplom bzw. Bachelor-Vorprüfung.

Bachelorstudium[Bearbeiten]

Zum erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudiengangs gehören neben der Bachelorarbeit, teilweise ein Fachpraktikum sowie erforderliche „Scheine“, die kumuliert, je nach Institution 180 ECTS (6 Semester) oder 210 ECTS (7 Semester) ergeben.

Diplomstudium[Bearbeiten]

Zum erfolgreichen Abschluss des Diplomstudienganges (10 Semester an einer Universität, 8 Semester an einer FH) gehört die Diplomarbeit und ein Fachpraktikum. Oft auch noch eine Studienarbeit.

Masterstudium[Bearbeiten]

Zum erfolgreichen Abschluss des Masterstudiengangs gehören neben der Masterarbeit, teilweise ein Fachpraktikum, sowie erforderliche Scheine, die kumuliert, inklusive des Bachelors, 300 ECTS ergeben (Scheine im Master: 120 ECTS (4 Semester) oder 90 ECTS (3 Semester)). Die Grundvorraussetzung ist das Bachelorstudium.

Hauptstudium/Vertiefung[Bearbeiten]

Eine Vertiefung ist im wirtschaftswissenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich möglich. Meistens sind die Fächer frei wählbar, durch die Kombination der Wahlpflichtmodule ergibt sich der Studiumschwerpunkt. Ausnahmen sind Studiengänge, deren Schwerpunkt vorgegeben ist.

Wirtschaftswissenschaften[Bearbeiten]

Fächer sind beispielsweise:

Ingenieurwissenschaften[Bearbeiten]

Fächer sind beispielsweise:

Weitere Vertiefungen findet man hier: Wirtschaftsingenieurwesen/Studienrichtungen.

Abschluss des Studiums und akademischer Grad[Bearbeiten]

Zum Abschluss des Studiums ist eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung erforderlich, die oft in mehrere Teilprüfungen für die verschiedenen wirtschafts-, ingenieur- und rechtswissenschaftlichen Studienfächer unterteilt wird und je nach Hochschule unterschiedlich lang sein kann.

Am Ende des Studiums ist eine interdisziplinäre Studienarbeit, Diplomarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit zu verfassen. An zahlreichen Hochschulen, allerdings nicht an allen, ist zudem ein Kolloquium abzuhalten.

Das erfolgreich absolvierte Studium endet mit dem akademischen Diplom-, Bachelor- oder Mastergrad. Statistisch und nach Auffassung der meisten Hochschulen stellt der Bachelor oder das Diplom (BA/FH) an Fachhochschulen und Berufsakademien den Regelabschluss dar. An Universitäten wird der Master oder das Diplom (Uni) als Regelabschluss angesehen.

  • Der Diplomstudiengang schließt im Regelfall mit dem akademischen Grad „Diplom-Wirtschaftsingenieur“ (Abk. „Dipl.-Wirtsch.-Ing.“, „Dipl.-Wirt.-Ing.“ oder „Dipl.-Wi.-Ing.“ ggf. mit dem Zusatz „(FH)“) ab. Soweit der technisch-naturwissenschaftliche Teil nicht in einem Ingenieurfach absolviert wurde, lautet die Endung der Berufsbezeichnung statt auf „-Ingenieur“ bei einzelnen Hochschulen u. U. auch auf die entsprechende andere Berufsbezeichnung wie z. B. „Diplom-Wirtschaftsinformatiker“. Vereinzelt lautet der akademische Grad auch auf „Dipl.-Ing. oec.“.
  • Die Bachelorstudiengänge enden mit dem akademischen Grad Bachelor of Engineering (B.Eng.) oder Bachelor of Science (B.Sc.). Häufig wird dem akademischen Grad ein näher beschreibender Zusatz beigefügt, z.B. B.Eng. in „Wirtschaftsingenieurwesen“, „Business Administration and Engineering“ oder „Economics and Engineering“.
  • Die konsekutiven Masterstudiengänge enden mit dem akademischen Grad Master of Engineering (M.Eng.) oder Master of Science (M.Sc.). Ausbildungen an Fachhochschulen enden häufig mit dem M.Eng., aber auch mit den M.Sc., Abschlüssen an Universitäten enden nicht mit dem M.Eng.[5] Nicht-konsekutive Masterstudiengänge enden häufig mit dem akademischen Grad Master of Business and Engineering (MBE), Master of Business Engineering (MBE) oder Master of Business Administration & Engineering (MBA&E).

Studienarten[Bearbeiten]

Simultanstudium[Bearbeiten]

Beim Simultanstudium, dem Regelfall, sind während der gesamten Studiendauer sowohl ökonomisch-rechtswissenschaftliche als auch technisch-naturwissenschaftliche Fächer im Stundenplan verankert. Zusätzlich existieren Veranstaltungen, die speziell auf die Interdisziplinarität von Wirtschaft und Technik eingehen.

Das Wirtschaftsingenieurwesen umfasst vorwiegend die Kernfächer des betriebswirtschaftlichen und des jeweiligen Ingenieurstudiums, hingegen wird auf einige Randdisziplinen, welche reine Betriebswirte oder Ingenieure belegen müssen, teilweise verzichtet.

Inhaltlich deckt das Wirtschaftsingenieurstudium jeweils ca. 70 % des Normalstudium der beiden Fachrichtungen ab, woraus sich in Summe ein höherer Studienaufwand gegenüber dem der Einzeldisziplin ergibt, der sich auf die Credit Points entsprechend auswirkt.

Aufbaustudium[Bearbeiten]

Absolventen von technischen Studiengängen bietet ein Aufbaustudium die Möglichkeit, die ökonomisch-rechtswissenschaftlichen Anteile „nachzuholen“. Die Fernhochschule Hamburg bietet seit 2006 auch einen Aufbaustudiengang für Wirtschaftswissenschaftler. Die Hochschule Mittweida bietetseit 2000 einen, inzwischen akkreditierten Fernstudiengang (Dipl.-Wirt.-Ing. FH) an.

Länderspezifische Abschlüsse[Bearbeiten]

Weitere Informationen zu länderspezifischen Studienabschlüssen findet man im Portal Wirtschaftsingenieurwesen.

Interdisziplinarität[Bearbeiten]

Management Ingenieurwissenschaften Technikwissenschaften Wirtschaftswissenschaften
Produktionsmanagement Maschinen- und Anlagenbau Betriebswirtschaftslehre
Elektrotechnik Volkswirtschaftslehre
Bauingenieurwesen
Informationsmanagement Informatik Technische Informatik Wirtschaftsinformatik
Diese Tabelle zeigt eine Übersicht der wesentlichen Themengebiete des
Wirtschaftsingenieurwesens und verlinkt die zugehörigen Artikel bzw. Kategorien.
Wirtschaftsrecht
Rechtswissenschaften

Beruf des Wirtschaftsingenieurs[Bearbeiten]

Wirtschaftsingenieure werden meist innerhalb von technisch-wirtschaftlichen Querschnittsfunktionen, wie z. B. für logistische oder planerische Aufgaben (z. B. im Fertigungsbereich), technisches Marketing, Vertrieb bzw. Einkauf für technische Produkte, Projektmanagement oder Qualitätssicherung tätig.

Sie werden hauptsächlich im Maschinenbau, der Elektrotechnik, im Fahrzeugbau, im Bauwesen und in Beratungsgesellschaften eingesetzt. Dank des umfassenden Wissens werden Wirtschaftsingenieure immer öfter bei Versicherungen, Kreditinstituten, im Einzelhandel und in der Informatik eingesetzt.

Wirtschaftsingenieure sind beispielsweise in den Bereichen Vertrieb (siehe auch: Vertriebsingenieur), Entwicklung, Instandhaltung, Produktion, Logistik (Hafenwirtschaft, Reedereien), Einkauf, Finanzen/Verwaltung, Unternehmensführung/Unternehmensleitung, Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Controlling und Consulting tätig.

Verbände und Organisationen[Bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten]

Im Englischen gibt es keine allgemeingültige Übersetzung des Begriffs.

Um den Inhalt des Studiums passend wiederzugeben, wird eine der folgenden, englischen Übersetzungen verwendet:

  • Business Administration and Engineering
  • Engineering and Business Administration
  • Engineering, Economics and Management (EEM)
  • Engineering Management
  • Industrial Engineering
  • Management Engineering

Diese beinhalten sowohl die Ingenieurwissenschaft als auch den englischen Begriff für BWL. Allerdings sind einige der derzeit verbreiteten Übersetzungen international irreführend. „Industrial Engineering“ wird beispielsweise im angloamerikanischen Sprachraum öfters mit Arbeitswissenschaften gleichgesetzt. Der Verein Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI) merkt hierzu beispielsweise an: „Insbesondere die bislang weit verbreitete Benutzung des „Industrial Engineers“ als Umschreibung des deutschen Wirtschaftsingenieurs ist eher vergleichbar mit Produktions- und Fertigungsingenieuren und verdeutlicht nicht das komplexe und integrative deutsche Konzept des Studiums.“[6] Der VWI empfiehlt deshalb den Beisatz „in Business Administration and Engineering“ zum akademischen Grad.

Je nach Fachrichtung und Hochschule finden weiterhin auch die folgenden Bezeichnungen Verwendung:

  • Industrial Engineering & Management (IEM): entspricht dem Inhalt nach einer Art wirtschaftlich gebildeten Betriebsingenieur, wird aber in Deutschland häufig als Synonym für alle Studienrichtungen des W. verwendet, was im Ausland i. d. R. zu Missverständnissen führt.
  • Business Engineering
  • Business Engineering and Management
  • Management Engineering
  • Civil Engineering & Management: entspricht der Studienrichtung Bauwesen
  • Product Engineering

Zu beachten ist dabei jedoch, dass Business Engineering eigentlich nur die Planung, Durchführung und Kontrolle von Geschäftsideen und Innovationen umfasst und Product Engineering sich nur auf Konstruktion und Planung neuer Produkte beschränkt.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Wirtschaftsingenieurwesen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wirtschaftsingenieurwesen

Literatur[Bearbeiten]

  • Baumgarten, Helmut/Schmager, Burkhard: „Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis - Berufsbildungersuchung 2011"; 13. Auflage, Berlin 2011, ISBN 978-3-7983-2324-7
  • Fenner, Heinrich/Vogel, Bernd: „Wirtschaftsingenieurwesen an Universitäten und Fachhochschulen – Organisation und Ressourcenbedarf von Kombinationsstudiengängen“; Hannover 2002, ISBN 3-930447-47-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. englische Wikipedia
  2. Geschichte und Bedeutung des Wirtschaftsingenieurwesens vom VWI
  3. Geschichte und Bedeutung des Wirtschaftsingenieurwesens vom VWI
  4. http://www.wirtschaftsingenieurwesen-studium.de/: Liste Hochschulen, [1]; zuletzt eingesehen am 19. Sep.2013
  5. [2] (PDF-Datei; 162 kB) Neue Studiengangsstrukturen im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit den Abschlüssen Bachelor und Master
  6. [3] (PDF-Datei; 162 kB) Neue Studiengangsstrukturen im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit den Abschlüssen Bachelor und Master

Weblinks[Bearbeiten]