Wolf Weitbrecht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolfgang Weitbrecht (* 17. Juni 1920 in Stuttgart; † 28. November 1987 in Berlin) war ein deutscher Arzt und Autor von Science-Fiction-Romanen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitbrecht trat nach dem Medizinstudium an der Universität Tübingen zunächst seinen Wehrdienst an und promovierte 1947 zum Facharzt für Sozialhygiene. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er Mitglied in der KPD. Von 1947 bis 1953 war Weitbrecht erst als Assistenzarzt und bis 1955 als Amtsarzt in Berlin-Köpenick tätig. Danach wirkte er bis 1957 als stellvertretender Bezirksarzt in Berlin-Ost. Anschließend war Weitbrecht bis 1974 Erster Vizepräsident des Deutschen Roten Kreuzes der DDR und gehörte darüber hinaus in jenem Zeitraum von 1958 bis 1963 dem Bezirkstag in Dresden an. Von 1974 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1985 als Obermedizinalrat und zwischenzeitlich 1980 ausgezeichnet als „Verdienter Arzt des Volkes“ mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze war Weitbrecht Chefredakteur der medizinischen Zeitschrift humanitas. Anschließend war er, der seit 1974 auch dem Schriftstellerverband der DDR angehörte, als freier Schriftsteller und Science-Fiction-Autor tätig.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits sein erster Roman Orakel der Delphine war sehr erfolgreich und wurde mehrfach in verschiedenen Ausgaben (auch als Romanzeitung) nachgedruckt. In dem "wissenschaftlich-phantastischen Roman" (Untertitel) gelangen seine Protagonisten durch Forschungsarbeit zu der Erkenntnis, dass Außerirdische in vorgeschichtlicher Zeit die Erde besucht und ihre Spuren hinterlassen haben. Zunächst sind es nur die Zwerge, die von Weitbrechts Protagonisten als Aliens identifiziert werden, in den Fortsetzungen Stunde der Ceres, Stern der Mütter und Verwirrung um Gäa werden auch andere Fabelwesen einbezogen.

Es gab in der frühen DDR-SF eine ganze Reihe von solchen Einflüssen der Prä-Astronautik. Man vergleiche Günther Krupkat, Carlos Rasch und Rainer Fuhrmann. Bei Weitbrecht dominiert das märchenhafte Element.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Orakel der Delphine, Greifenverlag Rudolstadt, 1972
  • Stunde der Ceres, Greifenverlag Rudolstadt, 1975
  • Stern der Mütter, Greifenverlag Rudolstadt, 1980
  • Die Relativen der Astron, Greifenverlag Rudolstadt, 1985
  • Verwirrung um Gäa, Greifenverlag Rudolstadt, 1988

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Coazervatchen, 1973
  • Der Absolute, 1983
  • Fehlmeldung, 1984
  • Der Himmelhund, 1985
  • Der History-Scout, 1986
  • Der Mann aus Alaska (Das neue Abenteuer 480), 1986 (Illustrationen von Karl Fischer)

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Psychomobile, Greifenverlag Rudolstadt, 1976
  • Die Falle des Alderamin, Verlag Neues Leben, 1982
  • Disput mit einem Farnkraut: Geschichten von übermorgen, Tribüne-Verlag, 1988

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Killy, Rudolf Vierhaus: Dictionary of German Biography, Bd. 10, K. G. Saur, München, 2006; S. 435/436 (engl.) google-online
  • Wolfgang Achnitz und Wilhelm Kosch: Deutsches Literaturlexikon, Bd 30, Walter de Gruyter, 2010, Spalte 264
  • Karsten Kruschel: Wolf Weitbrecht. In: Erik Simon, Olaf R. Spittel (Hrsg.): Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-360-00185-0, S. 275–279.
  • Karsten Kruschel: Weitbrecht, Wolf. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz, Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-63167-236-5, S. 559–563.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]