Wolfgang Büld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Wolfgang Büld (* 4. September 1952 in Lüdenscheid) ist ein deutscher Film- und Fernsehregisseur und -autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schüler war Büld zwar von der zeitgenössischen Jugendkultur beeinflusst, blieb dabei allerdings eher unpolitisch und wurde, seinen Erinnerungen zufolge, aus der damals auch in seiner Heimatstadt Lüdenscheid existierenden APO wegen „bürgerlicher Tendenzen“ ausgeschlossen.[1] Er interessierte sich mehr für Musik, Film und Mode: „1972 sah ich Rocker und beschloß, Filmregisseur zu werden.“ Dabei beeindruckte ihn an dem Film von Klaus Lemke weniger das Milieu als die Authentizität der Darstellung.[2]

1972 ging er nach Berlin und versuchte sich in mehreren Jobs. Da er keine Lust verspürte, an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin „zu lernen, wie man den Klassenkampf ablichtet“[3], wechselte er 1974 nach München. Dort stellte er im Schwabinger Café Capri den Kontakt zu Lemke her. Von 1974 bis 1977 studierte er an der Hochschule für Fernsehen und Film München und drehte Musikdokumentationen wie Punk in London (1977), Reggae in Babylon (1978) und British Rock (1979). Um die Punkbewegung zu dokumentieren, hielt er sich wiederholt in London auf. 1979 drehte er den Fernsehfilm Brennende Langeweile mit den Laiendarstellern Ian Moorse, Monika Greser und der Band The Adverts. 1980 entstand die Dokumentation Woman in Rock mit Siouxsie and the Banshees, Nina Hagen, Mania D, Slits und Liliput, eine Schweizer all-girl post-punk Band. 1995 wurde die Dokumentation unter dem Titel Girls bite back neu publiziert.

Büld hat Anfang der 1980er Jahre an vielen Musikdokumentationen sowie an verschiedenen deutschen Zeitgeistfilmen wie Gib Gas – Ich will Spaß und Serien wie Und tschüss! mitgewirkt. Sein wohl größter Erfolg war Manta, Manta und Go Trabi Go 2 – Das war der wilde Osten. Er ist Regisseur des Videoclips zum Lied Eisgekühlter Bommerlunder aus dem Jahr 1983 für Die Toten Hosen.[4] Als Drehbuchautor wirkte er unter anderem im Zeitraum von 1990 bis 2007 an mehreren Episoden der Serie Ein Fall für zwei mit.

1989 zog er nach Hamburg. Mit der Darstellerin Beatrice Manowski produzierte er 1997 den Independent-Film Drop Out. 2002 drehte er in London den nach seinen Worten „ersten Film meines ureigensten Geschmacks“[5], die schwarze Komödie Penetration Angst. Er führt in London die eigene Filmproduktionsfirma Dark Black Films.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Büld: Ausbruch aus Lüdenscheid. In: Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch. Schnitt – Der Filmverlag, Köln 2006, ISBN 3-9806313-6-2, S. 166–175.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Büld: Ausbruch aus Lüdenscheid. In: Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch. Schnitt – Der Filmverlag, Köln 2006, ISBN 3-9806313-6-2, S. 168
  2. Wolfgang Büld: Ausbruch aus Lüdenscheid. In: Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch. Schnitt – Der Filmverlag, Köln 2006, ISBN 3-9806313-6-2, S. 169
  3. Wolfgang Büld: Ausbruch aus Lüdenscheid. In: Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch. Schnitt – Der Filmverlag, Köln 2006, ISBN 3-9806313-6-2, S. 170
  4. Abendzeitung Germany: Vor 30 Jahren: Die ‘Toten Hosen’ entweihen Kirche. 7. Juli 2013, abgerufen am 28. März 2021.
  5. Wolfgang Büld: Ausbruch aus Lüdenscheid. In: Brigitte Werneburg (Hg.): Inside Lemke. Ein Klaus Lemke Lesebuch. Schnitt – Der Filmverlag, Köln 2006, ISBN 3-9806313-6-2, S. 174