Wolfgang Baumjohann

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Wolfgang Baumjohann

Wolfgang Baumjohann (* 9. August 1950 in Hamm) ist ein österreichischer Weltraumwissenschaftler und Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumjohann studierte von 1969 bis 1975 Physik und als Nebenfach Geophysik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wo er anschließend bis 1983 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geophysik arbeitete und 1981 promovierte. Von 1984 bis 1988 bekam er ein Heisenberg-Stipendium am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei München, wo er aber darüber hinaus bis 2000 als Forscher arbeitete. Nebenbei habilitierte er 1993 in Geophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitete dort bis 2000 als Privatdozent. 2001 wechselte er als Nachfolger von Willibald Riedler an das Institut für Weltraumforschung nach Graz und wurde 2004 als Nachfolger von Hans Sünkel dessen Direktor. Außerdem ist er seit 2000 außerplanmäßiger Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit 2009 Honorarprofessor an der Technischen Universität Graz. [1]

Baumjohann arbeitet mit Schwerpunkt auf den Gebieten der Weltraumplasmaphysik und Planetarer Magnetosphären. Dabei war er teilweise federführend an zahlreichen Experimenten in neun Weltraum-Missionen beteiligt. Er ist (Co-)Autor von mehr als 600 Arbeiten in wissenschaftlichen Journalen und vier Büchern. Er hatte mehrere, teils hohe, Funktionen in internationalen wissenschaftlichen Gremien und Komitees inne.

Baumjohann wurde vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten in Wien zum Wissenschaftler des Jahres 2014 gewählt. Im Hinblick darauf, dass die Rosetta-Mission 2014 „zweifellos das mediale Wissenschaftsereignis des Jahres“ war, war er „in diesen Tagen die verläßliche Bodenstation der Information, der österreichischen JournalistInnen mit Fachkenntnis, Geduld und Ausdauer die Bedeutung der Mission und die Beteiligung des Grazer Instituts für Weltraumforschung der ÖAW erläutert hat“. Zudem erntete er Lob und Anerkennung von den ehemaligen Wissenschaftsministern Reinhold Mitterlehner und Karlheinz Töchterle, sowie vom Infrastrukturminister Alois Stöger. Das Institut für Weltraumforschung hat, unter seiner Leitung, fünf der 21 Messinstrumente mitentwickelt, das Rastersondenmikroskop MIDAS sogar federführend.[2] 2010 und 2015 wurde er von der Tageszeitung Die Presse zum Österreicher des Jahres in der Kategorie Forschung nominiert.[3][4]

Er ist mit der japanischen Weltraumforscherin Rumi Nakamura verheiratet, die ebenfalls am Institut für Weltraumforschung arbeitet.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IWF: Institut für Weltraumforschung: Geschichte. Abgerufen am 25. Jänner 2018.
  2. Oliver Lehmann: Wolfgang Baumjohann ist Wissenschaftler des Jahres. Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, 7. Januar 2017, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  3. Österreicher des Jahres 2010. Abgerufen am 15. September 2015.
  4. Österreicher des Jahres 2015. Abgerufen am 15. September 2015.
  5. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Wolfgang Baumjohann (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 29. Juni 2016.
  6. Weltraumforscher Baumjohann in Academia Europaea aufgenommen. In: derStandard.at. Der Standard, 27. September 2017, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  7. Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen. Land Steiermark, 24. Mai 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  8. Internationale Auszeichnung für Weltraumforscher Baumjohann. In: derStandard.at. Der Standard, 2. Oktober 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018.