Wolfgang Zamastil

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Wolfgang Zamastil

Wolfgang Zamastil (* 13. März 1981 in Salzburg; † 26. November 2017[1]) war ein österreichischer Cellist, Komponist und Produzent.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Zamastil studierte Violoncello bei Wilfried Tachezi, Clemens Hagen, Michael Sanderling und Jens Peter Maintz, bei dem er 2008 mit Diplom und Konzertexamen abschloss. 2000 gründete er das Ensemble Continuum[2], für das er bis 2008 hauptsächlich komponierte. 2005 erhielt er ein einjähriges Stipendium an der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt, durch das er neben der Interpretation Neuer Musik auch wichtige Impulse für seine Arbeit als Komponist bekam. Konzertreisen als Interpret und Komponist führten ihn durch Europa, die USA und Kanada. 2010 bis 2014 war er Cellist des Asasello Quartetts Köln und ebenfalls seit 2010 Cellist des Ensembles LUX:NM.

Zamastil starb an Krebs. Er hinterließ eine Frau und zwei Kinder.[1]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zamastils Musik reicht von zeitgenössischer Kammermusik, Tango und Filmmusik[3] über Musik für Kinder[4] bis zur Popmusik.

„Die bald einsetzende, unbarmherzig hämmernde Fußmaschine der Saxophonistin wird als eigentlich stoisches Klangelement zum Leitfaden durch das farberfüllt knirschende, immer interessante und spannend narrative „Archiv“ Zamastils, der es dem Hörer – umso sympathischer – nicht leicht macht, ihm bei seinem langen, aber nicht langweiligen Gang zu folgen, ihn jedoch durch seinen wirklich intelligenten Umgang mit klanglichem Trash liebevoll zum Zuhören zwingt.“

– Neue Musikzeitung, 29. Oktober 2008[5]

„Durch die ganze CD mit ihren 10 Songs (acht von Zamastil, 2 von Tröndle) zieht sich eine latente Ironie, einzelne musikalische Bausteine schrammen knapp am Zitat vorbei. Dieses bewusste Spiel mit Pop-Klischees ist äußerst clever und schreit nach Fortsetzung.“

– Concerto-Magazin, Oktober 2013 über Luna*Lab – Calling

Tanz, Film und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 2006 war Wolfgang Zamastil musikalischer Partner des New Yorker Choreographen Richard Siegal in dessen Stücken „As if Stranger“, „Homo Ludens“, „If/Then for Strings“ u. a.[6]
  • Zur Einspielung der CD „aguacil“ wurde parallel in Zusammenarbeit mit Patrick Müller aus animiertem Fotomaterial ein 68-minütiger Experimentalfilm geschaffen, der in Konzerten parallel zur Musik live von einem VJ nach Partiturangaben stets neu zusammengebaut wird.[7]
  • 2006 bis 2009 war er aktives Mitglied des Musiktheater-Kollektivs bassgasse3[8], das an inszenierten Konzerten, bzw. neuen Konzertformen arbeitet.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komponist | Produzent
  • 2003: inicio
  • 2004: vueltas
  • 2007: a la inmensa minorìa
  • 2007: aguacil
  • 2009: Lab of the Halo: Ardy.H.Erakles
  • 2010: Lab of the Halo: Other Terms Of Confusion
  • 2011: Lab of the Halo: Foreign Minds
  • 2013: Luna Lab: Calling
  • 2014: Palm Pilot: Palm Pilot
Als Gast
  • 2005: The Efrat Alony Band: Unravelling
  • 2007: Oren Lavie: The opposite side of the sea
  • 2010: Ensemble Adapter: Tom Rojo Poller - Gehen
  • 2012: Ensemble Adapter: […] Bis als letzter der Zeugen das Gedächtnis verstummt (Vinyl only)
Mit dem Asasello-Quartett
  • 2012: PAYSAGES (digital only)
  • 2013: Anton Webern: Sechs Bagatellen (Vinyl only)
  • 2013: Echtzeit
  • 2014: Marmarai – Oriental Contemporary
  • 2014: Gradients of Detail
  • 2014: Melancholy (Lucia Duchonova, Mezzo)

Mit dem Ensemble LUX:NM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: GENUIN – LUXUS (GEN 16443)
Sampler

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Norman Lebrecht: Sadness: Cancer claims a prodigious cellist, 36 In: slippedisc.com, 27. November 2017, abgerufen 29. November 2017.
  2. Continuum – Seite des Berliner Ensembles für gegenwärtige Musik
  3. Wolfgang Zamastil auf der Internet Movie Database
  4. Rezension bei Schott Music - Musikpädagogik online@1@2Vorlage:Toter Link/www.schott-international.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Arno Lücker: Gestaltete Landschaften – Musik von Kreidler, Hosokawa und anderen in der „Unerhörten Musik“ In: nmz.de, 29. Oktober 2008, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  6. Tanzplattform Nürnberg 2010: Richard Siegal / The Bakery. As if Stranger (Memento vom 18. November 2010 im Internet Archive)
  7. Fragment eines Konzertes mit Ensemble und Film im Tesla Berlin In: Youtube.
  8. bassgasse3 In: Myspace

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]