Heiligendorf

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Heiligendorf
Stadt Wolfsburg
Wappen von Heiligendorf
Koordinaten: 52° 21′ 0″ N, 10° 46′ 34″ O
Höhe: 98 m
Einwohner: 2075 (31. Dez. 2015)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38444
Vorwahl: 05365
Karte
Lage in Wolfsburg

Heiligendorf ist ein Stadtteil im Süden von Wolfsburg (Niedersachsen). Der Ort liegt an der Schunter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiligendorf wurde wahrscheinlich zwischen 500 und 800 n. Chr. gegründet. Vermutlich wurde das Dorf von den Franken zum Schutz gegen die Slawen gegründet und als Vorposten zur Christianisierung und Eroberung genutzt. Erstmals wurde das damalige Heiligenthorp zusammen mit der Hofstelle Klein Heiligendorf im Jahr 1153 erwähnt. Klein Heiligendorf wurde aufgrund magerer sandiger Böden und dem häufigen Auftreten der Pest von seinen Bewohnern verlassen, die in das landwirtschaftlich attraktivere Heiligendorf zogen. Bis zum 16. Jahrhundert lag Heiligendorf auf Fallerslebener Gebiet, ging dann aber 1588 an den Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg.

Im Jahre 1892 wurde die Molkereigenossenschaft gegründet, gemeinsam mit den Dörfern Almke, Barnstorf, Beienrode, Hattorf und Neindorf.[1]

Am 1. Juli 1972 wurde Heiligendorf, das aus dem Landkreis Gifhorn stammt, gemäß dem Wolfsburg-Gesetz in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiligendorf bildet zusammen mit dem benachbarten Stadtteil Hattorf die Ortschaft Hattorf-Heiligendorf, die durch einen Ortsrat vertreten wird. Ortsbürgermeister ist Marco Meiners (FDP).

St.-Adrian-Kirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Vorgängerbauten der St.-Adrian-Kirche (evangelisch-lutherisch) stammen aus dem 10. und 12. Jahrhundert.
  • In der Klöppelnstraße 15 steht das heutige Gemeindehaus, das 1739 als Pfarrhaus errichtet wurde. Der Fachwerkbau gleicht mit den Nebengebäuden einem großen Bauernhof und ist ein Kulturdenkmal.[3]
  • Die an der Schunter gelegene und heute stillgelegte Schwinkerwassermühle findet im Jahr 1317 erste urkundliche Erwähnung.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sylva Sünder: Heiligendorf, Geschichte und Geschichten. Heiligendorf 2000.
  • Sylva Sünder: Heiligendorfer Häuser, früher und heute. Heiligendorf 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heiligendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Boy: Kulturverein macht Heiligendorfer Historie erlesbar. In: Wolfsburger Nachrichten: Ausgabe vom 13. September 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  3. Braunschweigische Landschaft e. V. (Hrsg.): Kulturdenkmale Stadt Wolfsburg. Appelhans Verlag, Braunschweig Juni 2004, ISBN 3-937664-05-X, Seite 67
  4. Schwinkermühle im Kulturverein