Detmerode

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Koordinaten: 52° 23′ 39″ N, 10° 45′ 18″ O

Detmerode
Stadt Wolfsburg
Höhe: 93 m
Einwohner: 7602 (31. Dez. 2015)
Postleitzahl: 38444
Vorwahl: 05361
Karte

Lage in Wolfsburg

Detmerode ist ein Stadtteil von Wolfsburg in Niedersachsen, der in den 1960er Jahren entstand. Er gehört zur sogenannten „Kernstadt“ Wolfsburgs.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochhäuser Don Camillo und Peppone, 2012
Abriss von großen Teilen der Neuland-Burg im Frühling 2012

Der südwestlich vom Stadtzentrum gelegene Stadtteil Detmerode gehört – wie der benachbarte Stadtteil Westhagen und der Stadtteil Teichbreite – zu den neueren Stadtteilen Wolfsburgs, deren Bild besonders von Hochhaussiedlungen aus den 1960er Jahren (offizielle Fertigstellung des Stadtteils 1970) geprägt ist. Anders als in Westhagen gibt es hier auch Bungalowsiedlungen.

Verlässt man die Autobahn A 39 an der Abfahrt Wolfsburg-Mörse (Anschlussstelle Nr. 5) und fährt in Richtung Stadtzentrum, liegt am Beginn der Braunschweiger Straße eine „Kleeblattkreuzung“, an der man nach Süden in den Stadtteil Detmerode abfährt. Hauptverkehrsstraße ist die John-F.-Kennedy-Allee (weiter nördlich Konrad-Adenauer-Allee), die von einer markanten Brücke gequert wird. Diese ist Bestandteil des zentralen Einkaufszentrums. Hier steht – recht prominent auf einem Hügel – die 1968 eingeweihte evangelische Stephanuskirche, ein Werk des finnischen Architekten Alvar Aalto. Wahrzeichen des Stadtteils sind die beiden Hochhäuser Don Camillo und Peppone (Architekt Dr. Gerdes, Wolfsburg) an der Theodor-Heuss-Straße unweit vom Detmeroder Teich. Auffällig sind das „Stufenhochhaus“ am Kurt-Schumacher-Ring (erbaut 1964-67 von Paul Baumgarten) sowie die „Neuland-Burg“ an der John-F.-Kennedy-Allee, deren Großteil sich seit Februar 2012 im Abriss befindet. 1969 wurde der von Hans Scharoun entworfene, denkmalgeschützte Stephanus-I-Kindergarten eröffnet.

Detmerode ist, wie die meisten Stadtteile Wolfsburgs, von Waldgebieten umgeben, wobei sich das Naherholungsgebiet um den Detmeroder Teich besonderer Beliebtheit erfreut. Östlich liegt der „Detmeroder Wald“, ein Teil des Wolfsburger Stadtwaldes, der sich bis zur Stadtmitte erstreckt. Im Detmeroder Wald befindet sich der „Detmeroder Schalenstein“, ein Stein mit 173 schälchenartigen Vertiefungen, der vermutlich in der frühen Jungsteinzeit für Kulthandlungen verwendet wurde. In unmittelbarer Nähe davon, am Niemannsteich, befindet sich eine Replik des Opfersteines mit dem Namen „Schälchenstein-Brunnen“.

Name und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detmerode vom höchsten Gebäude, der mittlerweile abgerissenen Neuland-Burg, fotografiert
Die Replik des Opfersteins am Niemannsteich

Der Ortsname „Detmerode“ geht auf eine mittelalterliche Siedlung zurück, die allerdings im 15. Jahrhundert wüst gefallen ist. Ein Gedenkstein an der Theodor-Heuss-Straße weist darauf hin.

Detmerode verwendet als Stadtteil und Ortschaft das Wappen der Stadt Wolfsburg.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detmerode wurde für etwa 15.000 Einwohner geplant. In den 1970er Jahren war der Stadtteil geprägt von Familien und vor allem von Kindern. Zwei achtzügige Grundschulen (je 30 Kinder pro Klasse) wurden zu diesem Zeitpunkt in jedem Jahrgang von 480 Kindern besucht, also insgesamt allein auf den beiden Grundschulen knapp 4000 Kinder. Schon vor längerer Zeit wurde eine der beiden Grundschulen geschlossen, der Stadtteil entspricht inzwischen in seiner Prägung etwa dem Wolfsburger Durchschnitt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch wird der Stadtteil durch den Ortsrat Detmerode vertreten. Ortsbürgermeister ist Ralf Mühlisch (SPD)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst im Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunnen von Peter Szaif (Wolfsburg) in der John-F.-Kennedy-Allee
  • Brunnen (1969) von Peter Szaif (Wolfsburg) im Einkaufszentrum
  • Spielanlage (1977) von Rolf Hartmann (Wolfsburg) im Freizeitpark (abgerissen 2004)
  • Figurenturm (1999) von Klaus Richter (Hof/Saale) in der Parkpalette Neuland-Burg
Stephanuskirche
St.-Raphael-Kirche

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detmerode ist Sitz des Sportvereins „SC Rot-Weiß Wolfsburg-Detmerode“.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Urkunde des Archidiakons und Dompropstes Berthold wird im Jahre 1207 die heutige Ortschaft Detfurth als Siedlung Dethmerode erwähnt, die jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Stadtteil Detmerode steht.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Handbuch des Bistums Hildesheim, Teil 1 – Region Hildesheim. S. 139, Eigenverlag, Hildesheim 1992