Wunder-Lauch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wunder-Lauch
Wunder-Lauch (Allium paradoxum)

Wunder-Lauch (Allium paradoxum)

Systematik
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Untergattung: Amerallium
Art: Wunder-Lauch
Wissenschaftlicher Name
Allium paradoxum
(M.Bieb.) G.Don

Wunder-Lauch (Allium paradoxum), auch Seltsamer Lauch oder Berliner Bärlauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Er kann ähnlich wie der Bärlauch in Massenbeständen auftreten.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blütenstand mit Hochblatt, gestielter Blüte und jungen Brutzwiebeln

Der Seltsame Lauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 30 Zentimetern erreicht. Dieser Geophyt bildet Zwiebeln mit Durchmessern von bis zu 1 Zentimeter als Überdauerungsorgan; die papierartige Tunika ist grau-schwarz. Es ist der typische Lauchgeruch vorhanden. Der dreikantige Stängel ist unbeblättert. Meist ist nur ein oder manchmal sind drei grundständige Laubblätter vorhanden. Das ungestielte Laubblatt ist 20 Zentimeter lang sowie 0,5 bis 2,5 Zentimeter breit gebogen, lineal oder elliptisch lanzettlich, gekielt und an der Basis verschmälert. Die Vegetationszeit dauert vom zeitigen Frühling bis zum Beginn des Sommers.

Die Blütezeit liegt im April bis Mai und dauert etwa 20 Tage. Auf einem langen Blütenstandsschaft befindet sich ein doldiger Blütenstand mit meist zwei bis fünf (null bis zehn) nickenden, lang gestielten Blüten und oft bis zu zwanzig grünen Brutzwiebeln, manchmal fehlen Blüten. Es ist ein kleines Hochblatt vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig, radiärsymmetrisch und breit glockenförmig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind aufrecht, stumpf, haltbar und milchig-weiß. Die Narbe ist dreizipfelig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

Massenbestand von Allium paradoxum in den Wallgräben Neubrandenburgs

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Wunder-Lauch stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, Bergen in Zentralasien und nördlichen Iran. Der Wunder-Lauch ist eine invasive Art, die sich massenhaft ausbreitet.

Systematik[Bearbeiten]

Durch Friedrich August Marschall von Bieberstein erfolgte 1819 die Erstveröffentlichung dieser Art unter dem Namen Scilla paradoxa in Flora Taurico-Caucasica, 3, S. 267. George Don stellte sie in Memoirs of the Wernerian Natural History Society, 6, 1827, S. 72 unter dem Namen Allium paradoxum in die Gattung Allium.[2] Allium paradoxum gehört zur Sektion Briseis in der Untergattung Amerallium innerhalb der Gattung Allium.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Wunder-Lauch bildet ab März rasenartige Bestände, die noch vor dem Bärlauch blühen und schon im Juni wieder verwelkt sind. Wie Bärlauch besitzt der Seltsame Lauch einen typischen Geruch wie Schnittlauch, Speisezwiebel oder Knoblauch und ist wie diese essbar.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 128. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  2. Allium paradoxum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 19. September 2015.
  3. Allium paradoxum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. Evolution von Lebensstrategien und Populationsbiologie der invasiven Art Allium paradoxum (Forschungsprojekt)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wunder-Lauch (Allium paradoxum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien