Yasha Young

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Yasha Young (Berlin, 2018)

Yasha Young ist eine deutsch-amerikanische Kuratorin und Galeristin. Sie entwickelte und leitete ab 2013 das Projekt Urban Nation, das die Grundlage für das von Ihr im September 2017 eröffnete Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art in Berlin war. Bis Ende 2019 war sie Direktorin des Museums.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1998 bis 2013 leitete Young die von ihr gegründete Galerie Strychnin mit Standorten in New York, London und Berlin, deren inhaltliche Schwerpunkte zunächst auf Lowbrow und danach auf Urban Contemporary (Urban-Art) lagen. Während dieser Zeit kuratierte sie mehr als 150 Ausstellungen.[1][2][3]

Im Rahmen ihrer Tätigkeit arbeitete Young als Kuratorin. Sie ist Mitglied der Keep A Breast Foundation, einer international vertretenen Kampagne zur Vorbeugung von Brustkrebs, die sie durch kuratorische Projekte, z. B. durch das Projekt „Tokyo Love Show“ bei der Gründung der japanischen Niederlassung der Stiftung maßgeblich unterstützt, indem sie über 100 Künstler nach Tokyo einlud.

Von 2008 bis 2011 war Young Mitglied des Auswahlkomitees der Artfair, einer internationalen Messe für Gegenwartskunst in Köln. Young war von Anfang 2010 bis 2012 leitende Kreativdirektorin der internationalen Kunstmesse Blooom für Neue Medien und Design.

Ihre Galerie Strychnin schloss Yasha Young 2014 zur Vermeidung möglicher Interessenskonflikte mit dem Projekt Urban Nation.

Seit 2010 ist sie Mitglied der Warsteiner Blooom-Award-Jury.[4]

2016 wurde sie als sogenannter Fellow in das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes berufen, das Teil der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung ist.[5]

Seit 2017 ist sie Dozentin der Popakademie Baden-Württemberg.

Seit Eröffnung des Museums ist Yasha Young gefragte Rednerin auf Symposien und Konferenzen zu den Themen Kunst, Museum und Technologie/Neue Medien weltweit, u. a. Confluence/Further Future, RemixSummit, ZKM, TEDTalk etc.[6]

Young as speaker at ZKM Karlsruhe, 2018
Urban Nation

Yasha Young war in 2013 Gründerin, Direktorin und Kuratorin von Urban Nation in Berlin und dessen Teilprojekt Project M. Seitdem lädt Urban Nation internationale Größen und aufstrebende Talente der Urban Contemporary Art (UCA) nach Berlin ein, um Fassaden und Hauswände zu gestalten.[7][8] Urban Nation wird u. a. finanziert durch die Gewobag-Stiftung „Berliner Leben“.[9][10] Den internationalen Austausch befördert Urban Nation aktiv durch kuratierte Projekte, wie beispielsweise WallPOETRY in Reykjavík im Rahmen des Musikfestivals Iceland Airwaves.[11][12] Unter dem Leitmotiv “Connect. Create. Care.” wurde durch Yasha Young mit Urban Nation ein internationales Netzwerk geschaffen, das durch Ausstellungen, Panels und soziale Projekte Künstler verbindet, in Berlin Impulse setzt und die Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit dieser zentralen Kunstform des 21. Jahrhunderts fördert.

Urban Nation u. a. mit OneWall und Projekt M sind Grundlage des Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art, das am 16. September 2017 unter ihrer Leitung eröffnet hat. Die Eröffnungsrede hielt die Kulturstaatsministerin Monika Grütters.[13][14][15][16][17][18][19]

Der Eröffnung gingen zahlreiche Events voraus. Ab 2013 fanden zahlreiche nationale und internationale Projekte und Kooperationen statt – z. B. dem Berliner Festival Lollapalloza, mit dem Iceland Airwaves Festival oder den Berliner One Walls, bei denen zahlreiche Künstler zur Verfügung gestellte Hauswände über Berlin verteilt, bemalt haben.[20]

Das Museum ist Anlaufstelle der Urban Contemporary Art, als ein ganzheitlich aufgestelltes Zentrum im Sinne dieser Kunstform, für Künstler, ihre Ausstellungen, Debatten, Forschung, Lehre, crossmediales Arbeiten und Archivierung und dient der öffentliche Präsentation der bereits jetzt schon über 120 Werke umfassenden Sammlung. Die Sammlung als Herzstück des Museums wächst kontinuierlich, vor allem durch Schenkungen der Künstler im Rahmen der erfolgreichen Projekt M-Reihe.

In 2018 eröffnete das von ihr entwickelte, direkt im Museum befindliche, Urban Nation Residenzprogramm FRESH A.I.R. Die Artist in Residence Stipendien bieten Kunst- und Kulturschaffenden aus dem Bereich der Urban und New Contemporary Art die Zeit, den Raum und die Ressourcen, um sich einem künstlerischen Projekt zu widmen und über ein Mentorenprogramm sich fachlich weiterzuentwickeln.

Im September 2019 veranstaltete Yasha Young die Urban Nation Biennale 2019 bei der 27 Künstler 27 Werke präsentierten, die sich mit der Zukunft unseres Planeten auseinander setzten.[21]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Hrsg.): Art that Creeps. Gothic fantasies and the Macabre Menagerie of Art. Korero Books, London 2009, ISBN 978-0-9558336-7-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehemalige Homepage Galerie Strychnin
  2. Kito Nedo: T-Shirts für die Bilderkäufer. Mit Jugendkulturen flirten und dabei gegenständlich bleiben. Yasha Young und ihre Friedrichshainer Galerie Strychnin. In: die tageszeitung. 6. Oktober 2007, abgerufen am 4. Juni 2015.
  3. "Wir schweben zwischen Landschulheim und Laufsteg". Die Galeristin Yasha Young über Chancen für junge Künstler und die Schwierigkeiten für Deutsche auf dem US-Markt. In: Die Welt. 10. Januar 2009, abgerufen am 4. Juni 2015.
  4. Bloom Award by Warsteiner: DIE JURY
  5. Fellows und Partner Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
  6. The Art Conference x Urvanity 2018 – Women in the Urban Art Industry Against All Odds
  7. Globaltrack im Interview mit Yasha Young/Urban Nation, 2014
  8. Widewalls im Interview mit Yasha Young, 2015
  9. http://www.stiftung-berliner-leben.de/
  10. „Wir wollen jungen Leuten im Kiez Perspektiven aufzeigen“, sagt der Stiftungsvorsitzende Hans-Michael Brey. – Berliner Zeitung, 14. September 2017
  11. Wall Poetry in Reykjavik. In: iceland monitor. 5. Oktober 2015, abgerufen am 4. März 2016.
  12. Airwaves Brings Lyrical Wall Art Series To Reykjavík. 1. Oktober 2015, abgerufen am 4. März 2016.
  13. Rede der Kulturstaatsministerin Grütters bei der Eröffnung des "Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art". In: Bundesregierung. 15. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  14. Yasha Young: „Street Art ist die demokratischste Kunst“. In: Deutsche Welle. 15. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  15. „Wir zeigen das, was auf der Straße passiert“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Handelsblatt. 17. September 2016, archiviert vom Original am 18. September 2017; abgerufen am 16. September 2017.
  16. Berlin's Urban Nation museum hails graffiti as art form. In: bbc. 16. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  17. Openings: Art Mile – Urban Nation Museum (Berlin). In: arrestedmotion. 16. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  18. Street art gets a permanent home in new Berlin museum. In: ustoday. 7. November 2017, abgerufen am 7. November 2017.
  19. Ein Nukleus urbaner Kunst. In: morgenpost. 18. Februar 2012, abgerufen am 18. Februar 2018.
  20. Urban Nation: Ein lebendes Museum in Berlin. In: Kommunikationsberatung Medienbaronin. 6. Februar 2019, abgerufen am 6. Februar 2019 (deutsch).
  21. Urban Nation Biennale 2019 – 27 Künstler, 27 Ziele für die Zukunft unseres Planeten. 20. September 2019, abgerufen am 21. September 2019 (deutsch).