Zehnder

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schweizer Industrieunternehmen Zehnder. Für weitere Bedeutungen siehe Zehnder (Begriffsklärung).
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Zehnder Group AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0132557338
Gründung 1984
Sitz Gränichen, Schweiz
Leitung Dominik Berchtold (CEO)
Hans-Peter Zehnder (VR-Präsident)
Mitarbeiter 3'135 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 523.8 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Versorgungstechnik
Website www.zehndergroup.com

Die Zehnder Group AG mit Sitz im aargauischen Gränichen ist ein international tätiger Schweizer Hersteller von Heizkörpern und Komfortlüftungen. Die Unternehmensgruppe beschäftigt 3'135 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von 524 Millionen Euro. Die Zehnder Group ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert.

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehnder entwickelt, produziert und verkauft verschiedene Raumklima-Installationen, insbesondere Heizkörper und Komfortlüftungen.

Im Bereich Raumheizung umfasst das Produktangebot Design- und Badheizkörper, Stahl- sowie Elektro-Heizkörper. Der Bereich Aluminium-Heizkörper wurde im Mai 2008 verkauft.

Auf dem Gebiet der Komfortlüftung und Ventilation stellt das Unternehmen Geräte für den Luftaustausch sowie für die Be- und Entlüftung für Küchen, Bäder und Toiletten her.

Der Bereich Strahlungsheizung und -kühlung umfasst Systeme für Büroräume und grosse Hallen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo

Das Unternehmen wurde 1895 von Jakob Zehnder als mechanische Werkstätte in Gränichen gegründet und 1912 in J. Zehnder & Söhne benannt. Die Werkstatt führte anfänglich Reparaturen aller Art aus und verkaufte gelegentlich auch Fahrräder, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Waschmaschinen und Motorräder. Während des Ersten Weltkriegs stellte das Unternehmen Munitionsteile her.

Zehnder-Motorräder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sank die Belegschaft von 118 bis auf nur noch 25 Personen im Jahr 1922. Auf der Suche nach einem neuen Produkt kauften die Brüder Zehnder 1923 ein deutsches Kleinmotorrad und erhöhten dessen Motorenleistung. Das abgeänderte Leichtmotorrad wurde im Herbst 1923 auf den Schweizer Markt gebracht und fand sehr guten Absatz. Es handelte sich hierbei um ein 50 Kilogramm leichtes Motorrad mit einem 112-cm³-Zweitaktmotor, das in einer ersten grossen Serie von 1000 Stück produziert und als „Zehnderli“ bekannt wurde. Es wurde auch bei verschiedenen Berg- und Flachrennen erfolgreich eingesetzt.

Die Zehnderli erreichten auf ihrem Höhepunkt in der Schweiz einen Marktanteil von rund zehn Prozent. 1927 gingen die Verkaufszahlen jedoch erstmals wieder zurück. Das daraufhin 1928 auf den Markt gebrachte Modell mit 225 cm³ Hubraum verkaufte sich unter anderem wegen verschiedenen Unzulänglichkeiten nicht besonders gut. Daraufhin geriet die in der Zwischenzeit in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Firma J. Zehnder & Söhne in einen Liquiditätsengpass. Auf Druck der Gläubiger mussten die Gebrüder Zehnder 1930 von all ihren Ämtern zurücktreten. Das bisherige Unternehmen wurde damit faktisch aufgelöst. Die „Zehnderli“ wurden von einem Nachfolgeunternehmen, der Maschinenfabrik Gränichen AG, noch einige Zeit lang angeboten. Diese liess aber in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre die inzwischen technisch veralteten Zehnder-Modelle auslaufen.

Neuausrichtung auf Heiztechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 nahmen die Gebrüder Zehnder an ihrem bisherigen Standort mit ihrem eigenen Nachfolgeunternehmen die Produktion von Heizkörpern aus Stahlrohren auf. In der Folge spezialisierte sich das Unternehmen auf Heiztechnik. 1959 übernahm die dritte Generation die Geschäftsleitung der Firma. 1964 baute das Unternehmen im süddeutschen Raum ihre erste Produktionsgesellschaft für Heizkörper im Ausland. 1972 wurde die Produktion von Heizkörpern in Frankreich aufgenommen.

Die durch den Erdölpreis-Schock verursachte Baurezession hatte 1973 und 1974 einen Umsatzrückgang bei den Heizkörpern zur Folge. Als Konsequenz daraus übernahm das Unternehmen die auf Messgeräte spezialisierte Haenni-Gruppe mit dem Ziel, die starke Abhängigkeit von der Bauwirtschaft zu reduzieren.

Anfang der 1980er Jahre einigte sich die Familie Zehnder, das mittlerweile zu einer Unternehmensgruppe herangewachsene Unternehmen dem Publikum zu öffnen. Hierfür wurde 1984 die Zehnder Holding AG als Dachgesellschaft gegründet. Der Börsengang wurde 1986 durchgeführt, wobei lediglich die Inhaberaktien dem Publikum zugänglich gemacht wurden, während sich die Namensaktien noch heute im Besitz der Familie Zehnder oder ihr nahestehender Personen befinden.

Mit Hans-Peter Zehnder übernahm 1993 die vierte Generation den Vorsitz der Gruppenleitung. Unter seiner Leitung expandierte das Unternehmen sowohl geografisch wie auch produktemässig im Heizkörpergeschäft, sämtliche Nicht-Heizköperaktivitäten wurden dabei verkauft.

2001 stieg die Unternehmensgruppe in das Geschäftsfeld der Komfortlüftungen ein und nannte sich in Zehnder Group AG um.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zehnder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kennzahlen Von: Zehnder Group AG, abgerufen am 19. Juni 2013