Zeppelin Museum

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Zeppelin Museum Friedrichshafen GmbH
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Zeppelin Museum Friedrichshafen
Daten
Ort Seestraße 22, 88045 Friedrichshafen
Art Technik-Museum
Eröffnung 1996
Leitung Claudia Emmert
Website www.zeppelin-museum.de
Das Museum
Das Museum am Hafen

Das 1996 eröffnete Zeppelin Museum befindet sich in Friedrichshafen, Baden-Württemberg. Es ist im ehemaligen Hafenbahnhof mit seiner klaren Bauhaus-Architektur direkt am Bodensee untergebracht. Es versteht sich als Haus, in dem lebendige Geschichte multimedial erzählt wird. Das Museum beherbergt die weltgrößte Sammlung zu Geschichte und Technik der Luftschifffahrt, eine begehbare originalgetreue Rekonstruktion eines Teils von LZ 129 „Hindenburg“, und die Kunstsammlung versammelt die größten Meister Süddeutschlands vom Mittelalter bis zur Neuzeit.[1]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum ist unter dem dualen Rahmen von „Technik und Kunst“ konzipiert. Es ermöglicht, diese zwei Themenbereiche gemeinsam kennenzulernen und zu erleben.[2][3]

  • Technik: Die Zeppelin-Sammlung
  • Kunst: Die Kunst-Sammlung der Stadt Friedrichshafen

Rundgang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Medienraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rundgang durch das Museum beginnt im Medienraum, in dem auf einer großen Leinwand Filmdokumentationen berühmter Originalaufnahmen zu den wichtigsten historischen Ereignissen gezeigt werden. Es stehen Filme in 2D und 3D zur Wahl.[1]

Die Hindenburg – Die Rekonstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilrekonstruktion von LZ 129 Hindenburg
Das Gerippe der Rekonstruktion

Die erste große Ausstellungshalle widmet sich der Geschichte und dem Schicksal der LZ 129 Hindenburg, dem „Luxusliner der Lüfte“, der am 6. Mai 1937 in Lakehurst beim Landemanöver in Brand geriet und abstürzte. Die berühmte Live-Reportage von Herbert Mossison, heute ein Klassiker der Radioreportage, dokumentiert das dramatische Unglück, bei dem 13 der insgesamt 36 Passagiere und 22 der insgesamt 61 Crewmitglieder ums Leben kamen. Auch ein Mann der amerikanischen Bodenmannschaft starb.

Ruderlagerarm von LZ 129 Hindenburg

Diese Ausstellungshalle zeigt, wie Passagiere Luftschiffreisen nach Nord- und Südamerika in den 1930er Jahren erlebten. Die Reisevorbereitungen, die zu treffen waren, die Formalitäten und Sicherheitsbestimmungen, aber auch den Luxus an Bord.

Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist die kritische Beleuchtung der Rolle der Zeppeline im Nationalsozialismus.

Von der großen Ausstellungshalle aus steigt der Besucher in die originalgetreue Rekonstruktion der Passagierbereiche der LZ 129 Hindenburg. Das Promenadendeck im Bauhaus-Design der 1930er Jahre, originale Passagierkabinen mit aufklappbaren Waschbecken und Toilettenanlagen werden gezeigt.

Innerhalb der Rekonstruktion erhalten Besucher außerdem Einblick in den Arbeitsalltag des Bordpersonals. Die Menschen hinter der Technik werden hier beleuchtet: Vom Zellenpfleger bis zum Funker. Hier ist außerdem das größte erhaltene Wrackteil der LZ 129 Hindenburg ausgestellt: der Ruderlagerarm.[4]

Vom Heißluftballon zum Zeppelin NT – Die Geschichte der Luftschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der sich anschließenden Ausstellungshalle, die sich bis in den Ostflügel des Museums erstreckt, chronologisieren zahlreiche, detailliert gearbeitete Modelle und Originalexponate, Filme und Fotos die Geschichte der Luftschifffahrt.

Von den Anfängen der Gebrüder Montgolfier mit ihren Heißluftballons Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Zeppelin NT (Neue Technologie) unserer Tage, erfahren Besucher alles über die Entwicklung der Luftschifffahrt von den Anfängen bis heute.

Die Chronologie der Luftschiffe

Der Besucher kann sich hier über die Fahrten über den Atlantik, die Weltumrundung oder die Polarfahrt informieren. Einzigartige Exponate erzählen Geschichten, dokumentieren die Euphorie und beleuchten die Legendenbildung um die Giganten der Lüfte. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Entwicklung der Luftschiffe zum Kriegsgerät und die Einsätze während des Ersten Weltkriegs. Ausgehend von den historischen Fakten wird außerdem die Frage nach der Bedeutung des Phänomens Luftschiff in der heutigen Zeit gestellt.[5]

Die Zeppelin-Familie – Die Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zur Luftschiffgeschichte wird die Entwicklung des Zeppelin-Konzerns bis heute dargestellt. Bis 1918 sind Luftschiff- und Konzerngeschichte aufs engste miteinander verknüpft. Mit der Diversifizierung des Unternehmens ab 1920 laufen die beiden Entwicklungslinien immer weiter auseinander, bis sie mit dem Ende der Starrluftschiffahrt, dargestellt im Ost-Flügel des Museums, völlig getrennt voneinander erzählt werden. Der hier ausgestellte Zeitabschnitt von 1933 bis heute thematisiert die Verflechtung des Zeppelin-Konzerns mit der NS-Kriegswirtschaft, die Zerstörung Friedrichshafens sowie die Neuordnung und den Wiederaufbau der Industriebetriebe nach 1945. Von der Vielzahl der Unternehmen, die seit 1908 aus dem Luftschiffbau Zeppelin entstanden sind, gehören heute die beiden Weltkonzerne ZF Friedrichshafen AG und Zeppelin GmbH der Zeppelin-Stiftung, die 1947 in den Besitz der Stadt Friedrichshafen übergegangen ist.[6]

Die Wunderkammer – Die Devotionalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeppelin-Wunderkammer

In der Wunderkammer werden über 350 Exponate wie Postbelege und Briefmarken, Souvenirs, Medaillen, Porzellanteller und Tassen, Blechspielzeug sowie Zeppelin-Nippes aller Art ausgestellt. [7]

Das Luftfahrtlabor – Die Experimentierstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im westlichen Gebäudeflügel wird Luftfahrttechnik anschaulich und kann selbst erfahren werden. An zahlreichen Experimentierstationen können Besucher selbst herausfinden, wie beispielsweise Auftrieb funktioniert, warum die Stromlinienform entwickelt wurde und wie Luftschiffgetriebe funktionieren.[8]

Die Kunst – Die Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zeppelin Museum verfügt mit fast 4000 Werken über eine Kunstsammlung, die die größten Meister aus Süddeutschland vom Mittelalter bis zur Neuzeit versammelt und einen Bogen bis zur zeitgenössischen Kunst spannt. Die Anfänge der Sammlung gehen auf das Jahr 1948 zurück. Da die Bestände des Bodenseemuseums 1944 Luftangriffen zum Opfer fielen und das Museumsgebäude weitgehend zerstört war, sollte mit dem Ankauf neuer Kunstwerke an die Sammeltätigkeit der Vorkriegszeit angeknüpft werden. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Werke der Künstler, die sich während des Dritten Reiches an den Bodensee in die "Innere Emigration" zurückzogen, wie Otto Dix, Max Ackermann oder Erich Heckel. Den zahlenmäßig größten Anteil mit ca. 2500 Werken bildet die Grafische Sammlung.

Berühmte mittelalterliche Bildschnitzer der Ulmer Schule, wie etwa Hans Multscher und Jörg Stocker, oder der Memminger Altarschnitzer Ivo Strigel sind außerdem in der Sammlung mit zentralen Werken vertreten.

Die Kunstabteilung - Mensch und Natur

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Barockmalerei. Das Zeppelin Museum verfügt über Gemälde von Johann Heinrich Schönfeld, einem der bedeutendsten deutschen Maler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, und Johann Heiß.

Ein besonderes Highlight der Sammlung bildet der Nachlass des Fotografen Andreas Feininger (1906–1999). Er umfasst 565 von Feininger autorisierte Fotoabzüge, 261 davon handsigniert, mehrere seiner Kameras, Kodak Super-XX Filme, Filmschachteln und Patronen, mit denen Feininger damals arbeitete. Darüber hinaus enthält das Archiv zahlreiche Originalausgaben des LIFE-Magazins, Kataloge, Bücher und Fotohandbücher, die Feininger herausgegeben hat.

Die einzigartige Kunstsammlung des Museums wird in wechselnden, nicht permanenten Sammlungspräsentationen gezeigt. In Kombination mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst spiegeln diese den Anspruch des Zeppelin Museums wider, die eigene Sammlung aktiv in aktuelle kunsttheoretische und gesellschaftspolitische Diskurse zu integrieren. Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Ausstellungen hier.

Archiv und Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß dem Konzept „Technik und Kunst“ verbinden sich das Archiv und die Bibliothek zu einem Forschungszentrum zu den Themen Luftfahrt, Luftschifffahrt, Kunst und Kunstgeschichte.

Die Geschichte der Luftschifffahrt sowie Firmen- und Personengeschichte der Zeppelin-Luftschiffe nimmt einen großen Teil der Bibliothek ein. Im Archiv werden auch die Fahrtberichte (Streckenbeschreibungen) der Zeppeline aufbewahrt.[9]

Die Buchbestände und Dokumente sind hier zentral untergebracht und stehen für Forschungen aller Art zur Verfügung.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumsshop und Hafenrestaurant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restaurant des Zeppelin Museums Friedrichshafen, Deutschland. Ehemaliges Restaurant des Hafenbahnhofs.

Im Erdgeschoss befindet sich der Museumsshop mit Literatur, Fotografien und Zeppelinandenken.

Vom ersten Stock des Museums und von außen ist das Hafenrestaurant zugänglich. Es befindet sich noch an derselben Stelle wie früher im historischen Hafenbahnhof.

Freundeskreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin Museums in Friedrichshafen wurde 1983 gegründet und hat 1.600 Mitglieder und Freunde in der ganzen Welt. Er war an der Finanzierung des Museums beteiligt und hält an der Zeppelin Museum GmbH 30 Prozent.[10] Der Freundeskreis schenkte seine Sammlung an Ausstellungsstücken der Stadt Friedrichshafen.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zeppelin Museum Friedrichshafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Museum auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  2. Technik und Kunst. In: Sauwettertipps. Sonderheft der Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 10.
  3. Konzept und Geschichte auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  4. Die Rekonstruktion LZ 129 Hindenburg auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  5. Die Geschichte der Luftschifffahrt auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  6. Die Geschichte des Zeppelin-Konzerns auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  7. Die Zeppelin-Wunderkammer auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  8. Die Experimentierstation auf der Website des Zeppelin Museums; abgerufen am 16. April 2015
  9. Wolfgang Rößler: Der Zeppelin-Menges. In: Unser Land. Heimatkalender für Neckartal, Odenwald, Bauland und Kraichgau. 2015. Verlag Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, Heidelberg 2014. ISBN 978-3-936866-57-5. S. 261–264.
  10. Graf Zeppelin zum 175. Geburtstag. Eine Sonderveröffentlichung des SÜDKURIER vom 14. Mai 2013, S. 25.
  11. Katy Cuko: Zeppelins Erben vereint in Friedrichshafen. In: Südkurier vom 26. Februar 2016, Beilage.

Koordinaten: 47° 39′ 2″ N, 9° 28′ 59″ O