Zibaldone

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Zibaldone. Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart ist eine seit 1986 zweimal jährlich im Taschenbuchformat erscheinende deutsche Zeitschrift.

Der Titel ist angelehnt an den italienischen Schriftsteller Giacomo Leopardi, der seine Ideen und Aphorismen in den Jahren 1817–1832 unter dem Titel "Zibaldone" (etwa: "Sammelsurium") auf über 4500 Seiten niederschrieb. Der 1798 in den Marken geborene und 1837 früh in Neapel verstorbene Leopardi gilt als Erneuerer der italienischen Literatursprache, aber auch als unruhig umherreisender Zeitgenosse und melancholisch-skeptischer Intellektueller, u. a. gegenüber unreflektiert modernistischen und nationalistischen Tendenzen des 19. Jahrhunderts.

Die Zeitschrift macht im deutschsprachigen Raum auf wenig bekannte Aspekte der italienischen Kultur und Landeskunde aufmerksam und vertritt dabei einen Anspruch zwischen "General-Interest"-Journalismus und akademischer Forschung. Zu ihren Autoren zählen neben Wissenschaftlern der Italianistik, Geschichte, Komparatistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft oder Filmwissenschaft auch Journalisten und Schriftsteller aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz. Die Beiträge sind v.a. in deutscher, vereinzelt aber auch in italienischer Sprache gehalten. Bekannte Autoren sind u. a. Umberto Eco, Karin Fleischanderl, Friederike Hausmann, Henning Klüver, Vittorio Magnago Lampugnani und Claudio Magris.

Jede Ausgabe umfasst im Schnitt 160 Seiten, enthält Schwarz-weiß-Illustrationen und ist einem Schwerpunktthema gewidmet – etwa: "Italo Calvino" (Heft 1/1996), "Politische Kultur in Italien" (Heft 18/1994), "Oper in Italien" (Heft 35/2003), "Blut im Chianti? Italiens Krimi heute" (Heft 39/2005), "Südtirol/Alto Adige" (Heft 49/2010) oder "Der Erste Weltkrieg: Kultur und Krieg in Italien" (Heft 57/2014). Die Rubrik "Notizbuch" enthält Miszellen zu aktuellen Tendenzen der Zeit, die auch jenseits des Schwerpunktthemas liegen können; am Heftende folgt ein Rezensionsteil. Für 2016–18 sind u. a. Hefte zu den Themen "Gegenwartstheater aus Italien", "Umwelt und Umweltschutz", "Gender in Italien" und "Bologna" geplant.

Herausgeber der Zeitschrift ist der Romanist Thomas Bremer (Universität Halle). Titus Heydenreich (Universität Erlangen) war – gemeinsam mit Helene Harth (Universität Potsdam) – ihr Gründer. Ursprünglich kam Zibaldone im Piper Verlag (München) heraus, später im Rotbuch Verlag (Hamburg). Seit 2002 erscheint die Zeitschrift im Stauffenburg Verlag (Tübingen).

Zibaldone wurde mit zwei italienischen Preisen ausgezeichnet: im Jahre 1989 mit dem "Premio Montecchio di Studi Italo-Tedeschi" und 1996 mit dem "Premio Nazionale per la Traduzione".

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