Rotbuch Verlag

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Logo des Rotbuch Verlag

Der Rotbuch Verlag ist ein Buchverlag mit Sitz am Berliner Alexanderplatz mit einer linken Geschichte, mit den drei Programmsäulen Belletristik, Sachbuch und Krimi. Schwerpunkte des Programms sind Sachbücher, junge deutsche Literatur und Kriminalromane. Im Verlag veröffentlichten Nobelpreisträger wie Herta Müller und Dario Fo ihre Werke.

Von 1996 bis 2001 erschien bei Rotbuch die Kulturzeitschrift „Zibaldone“, von 1976 bis 1992 die Zeitschrift PROKLA.

Früheres Rotbuch Logo

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlag als Kollektiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rotbuch-Verlag wurde 1973 in West-Berlin von einigen Mitarbeitern des Wagenbach Verlags gegründet. Von 1965 bis 1973 war versucht worden, den Wagenbach-Verlag als Kollektiv zu führen, was mit der Abspaltung jedoch beendet wurde. Die Gründer des Rotbuch-Verlags Anne Duden, F.C. Delius, Eberhard Delius, Ingrid Karsunke, Andreas Fimmel, Helga Scheller und Manfred Naber versuchten die Kollektiv-Idee im eigenen Verlag fortzusetzen. Auch das Kursbuch, herausgegeben von Hans Magnus Enzensberger, Karl Markus Michel und Tilman Spengler, erschien zunächst hier weiter. Der übrige Wagenbach-Verlag ging im Klaus Wagenbach Verlag auf.[1]

Die Organisation des Verlags als Kollektiv bedeutete, dass Beschäftigte und Eigentümer identisch waren und gemeinschaftlich über Organisation, Finanzen und Programm, Auswahl der Autoren, Vertrieb und Ladenpreis entschieden. Zwischen 1973 und 1993 war Rotbuch der Hausverlag bedeutender neuer literarischer Stimmen in deutscher Sprache, darunter Anne Duden, Herta Müller, Emine Sevgi Özdamar, Libuše Moníková, Aras Ören, György Dalos, Heiner Müller, Christian Geissler und Adolf Endler. Die enorm beliebten die linke Szene karikierenden Comic-Bücher von Gerhard Seyfried ("Wo soll das alles enden?", "Invasion aus dem Alltag") konnten andere Projekte querfinanzieren.

Verkauf an Grönewald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 verkauften die damaligen Gesellschafter ihre Anteile an die Sabine-Groenewold-Verlage in Hamburg. Der Verlag zog von Berlin nach Hamburg um; das Kollektiv wurde aufgelöst. Nur wenige Mitarbeiter folgten dem Verlag nach Hamburg. 2001 wurden die Sabine-Groenewold-Verlage aufgelöst; der Rotbuch-Verlag wurde 2001 zu einem reinen Belletristik-Verlag umgebaut und ging an die Europäische Verlagsanstalt.

Übernahme durch BEBUG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2007 erwarb die Berliner Buchverlagsgesellschaft BEBUG den Rotbuch Verlag und gab den Vertrieb an die Eulenspiegel Verlagsgruppe. Der Sitz des Verlages wurde wieder zurück nach Berlin verlegt.

Die historischen Programmschwerpunkte, wie das aktuell-kritische Sachbuch, anspruchsvolle deutsche Krimis sowie unverwechselbare Belletristik, wurden neu installiert und ausgebaut. Nur wenige Autoren wie Jörg Juretzka, György Dalos oder Michael Wildenhain sind zum Verlag seit der Übernahme zurückgekehrt.

Seit 2009 befindet sich das Verlagsarchiv des Rotbuch-Verlags im Mainzer Verlagsarchiv des Instituts für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Rotbuch Krimi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Krimireihe, die im Rotbuch Verlag Mitte der 1980er Jahre von Gabriele Dietze gegründet wurde, verbreiterte sich das Spektrum des Verlagshauses. Der Verlag veröffentlicht unter anderen auch internationale und deutsche Newcomer und zeichnet sich durch seinen besonders eigenwilligen progressiven Stil aus. So konnte der Verlag insgesamt zehn Deutsche Krimipreise gewinnen. Ihr Debüt im Rotbuch-Krimi lieferten Autoren wie Jörg Juretzka (Deutscher Krimipreis, 1999 und 2002), Thea Dorn (Deutscher Krimipreis 2000, Platz 1) oder Pieke Biermann (Deutscher Krimipreis 1991 und 1997, jeweils 1. Platz).

Im Frühjahr 2008 begann Rotbuch die Krimi-Reihe „Hard Case Crime“ zu veröffentlichen, eine Taschenbuch-Reihe von Pulp-Krimis. In der Reihe erschienen Autoren wie Allan Guthrie, Lawrence Block, Ken Bruen oder Jason Star.

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Programm sind auch Übersetzungen des Literatur-Nobelpreisträgers (1997) Dario Fo enthalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Sonnenberg: Von Marx zum Maulwurf. Linker Buchhandel in Westdeutschland in den 1970er Jahren. Wallstein Verlag, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1816-8, S. 265–269.