Zinder (Region)

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Zinder
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Niger
Hauptstadt Zinder
Fläche 155.778 km²
Einwohner 3.539.764 (2012)
Dichte 23 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 NE-7
Politik
Gouverneur Issa Moussa

Koordinaten: 13° 48′ N, 8° 59′ O

Die Region Zinder [zɛ̃ˈdɛːr] ist eine der sieben Regionen Nigers und liegt im Süden des Landes. Ihre Hauptstadt ist Zinder. Die Region hat 3.539.764 Einwohner (2012).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenszene in der Hauptstadt Zinder (2007)
Ein ländlicher Brunnen in der Region Zinder (2004)

Zinder grenzt an drei Seiten an weitere nigrische Regionen: im Osten an Maradi, im Norden an Agadez und im Westen an Diffa. Südlich von Zinder liegen die nigerianischen Bundesstaaten Jigawa, Katsina und Yobe. In ihrem geologischen Aufbau ist die Region vor allem im Osten dem Erdzeitalter Quartär und vor allem im Westen dem Erdzeitalter Mesozoikum zuzurechnen. Im Süden gehören kleinere Abschnitte zum Erdzeitalter Präkambrium.[1]

Die Region Zinder ist in die zehn Departements Belbédji, Damagaram Takaya, Dungass, Gouré, Magaria, Kantché, Mirriah, Takeita, Tanout und Tesker unterteilt.

Im Norden der Region liegt das bis zu 710 Meter hohe Termit-Massiv, von dessen südlichen Ausläufern das Tal der Dilia de Lagané bis in die Nachbarregion Diffa erstreckt. Größere Landschaften im Norden der Region Zinder sind der Damergou und Mounio.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Zinder geht auf die französische Kolonialzeit zurück. Im Juli 1922 wurde Niger in neun Kreise (cercles) gegliedert, die aus Unterabteilungen (subdivisions) bestanden. Der Kreis Tahoua setzte sich aus den Unterabteilungen Zinder, Zinder-Centrale, Magaria und Tanout zusammen. Teile der späteren Region Zinder gehörten darüber hinaus zur Unterabteilung Gouré des gleichnamigen Kreises Gouré. Nach der Unabhängigkeit Nigers im Jahr 1960 wurde die Kreise am 1. Januar 1961 durch 31 Bezirke (circonscriptions) ersetzt.

Der unmittelbare Vorgänger der Region Zinder war das Departement Zinder, das durch eine am 1. Oktober 1965 in Kraft getretene Verwaltungsreform geschaffen wurde, die Niger in sieben Departements (départements) gliederte. Die damaligen Departements wurden schließlich am 14. September 1998 in Regionen (régions) umgewandelt, die in ihrerseits Departements unterteilt sind.[2]

Die Region war von der Hungerkrise in Niger in den Jahren 2004–2006 betroffen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Spitze der Region steht ein vom Ministerrat Nigers ernannter Gouverneur. Er vertritt den Gesamtstaat.[3]

Der Regionalrat (conseil régional) von Zinder ist ein Organ der Deliberation. Er setzt sich aus gewählten Mitgliedern und Mitgliedern von Rechts wegen zusammen. Letztere, die nicht mehr als ein Fünftel der durch Wahl vergebenen Sitze einnehmen dürfen, sind Vertreter der chefferie traditionnelle, der traditionellen Herrscher. Dazu zählt beispielsweise der Sultan von Zinder.[4] Der Regionalrat von Zinder hat 41 gewählte Mitglieder.[5]

Der Präsident des Regionalrats (président du conseil) und dessen ein bis zwei Stellvertreter sind ein Organ der Exekutive in der Region.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Fulbe-Nomadin in der Region Zinder (2004)

Das Gebiet der Region Zinder hatte 1960, im Jahr der Unabhängigkeit Nigers, etwa 609.000 Einwohner. Die Volkszählung 1977 ergab 1.002.225 Einwohner, die Volkszählung 1988 1.406.943 Einwohner und die Volkszählung 2001 2.080.250 Einwohner.[6] Die Volkszählung 2012 ergab 3.539.764 Einwohner.[7]

Die Bevölkerungsmehrheit in der Region stellen die Hausa mit 69 %. Weitere Volksgruppen in Zinder sind Kanuri mit 13 %, Fulbe mit 9 %, Tuareg mit 7 % und Tubu mit 1 %.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region Zinder gibt es 2277 Grundschulen, davon sind 25 Privatschulen. Die Brutto-Einschulungsrate betrug im Schuljahr 2009/2010 64,9 % (landesweit 72,9 %), bei Mädchen 59,2 % (landesweit 63,9 %). Auf einen Grundschullehrer kamen durchschnittlich 35 Schüler (landesweit 39). Die Grundschulabschlussrate betrug 39,7 % (landesweit 49,3 %), bei Mädchen 36,5 % (landesweit 41,5 %).[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Zinder (Region) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.
  2. Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 0-7864-0495-7, S. 30–31.
  3. Loi N° 2008-42 du 31 juillet 2008 relative à l’organisation et l’administration du territoire de la République du Niger. In: Code général des collectivités territoriales. Recueil des textes sur la Décentralisation. Edition 2011. Direction Générale de la Décentralisation et de la Déconcentration, Ministère de l’Intérieur, de la Sécurité, de la Décentralisation et des Affaires Religieuses, République du Niger, Niamey 2010, S. 13 (decentralisation-niger.org [PDF; abgerufen am 22. September 2019]).
  4. a b Ordonnance N° 2010-54 du 17 septembre 2010 portant Code Général des Collectivités Territoriales de la République du Niger. In: Code général des collectivités territoriales. Recueil des textes sur la Décentralisation. Edition 2011. Direction Générale de la Décentralisation et de la Déconcentration, Ministère de l’Intérieur, de la Sécurité, de la Décentralisation et des Affaires Religieuses, République du Niger, Niamey 2010, S. 53 (decentralisation-niger.org [PDF; abgerufen am 22. September 2019]).
  5. Décret N° 2010-678/PCSRD/MISD/AR du 07 octobre 2010 fixant le nombre de sièges par Conseil Régional. In: Code général des collectivités territoriales. Recueil des textes sur la Décentralisation. Edition 2011. Direction Générale de la Décentralisation et de la Déconcentration, Ministère de l’Intérieur, de la Sécurité, de la Décentralisation et des Affaires Religieuses, République du Niger, Niamey 2010, S. 182 (decentralisation-niger.org [PDF; abgerufen am 22. September 2019]).
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010, S. 49, Online-Version (PDF; 2,99 MB).
  7. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. (PDF) Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (französisch).
  8. Website des Institut National de la Statistique du Niger (Memento vom 1. Februar 2012 im Internet Archive), abgerufen am 27. Dezember 2009.
  9. Statistiques de l’éducation de base. Annuaire 2009–2010 (PDF; 18,18 MB). Website des nigrischen Unterrichtsministeriums, September 2010; abgerufen am 14. Februar 2012.