Zonta International

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Zonta International (ZI) ist ein internationaler Service Club berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern. Das Motto lautet Advancing the Status of Women Worldwide through Service and Advocacy. Zonta International ist überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral. Der Hauptsitz von Zonta International befindet sich in Chicago, Illinois. Zonta ist als Nichtregierungsorganisation (NGO) mit konsultativem Status bei der UNO seit deren Gründung 1945 vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die „Confederation of Zonta Clubs“ am 8. November 1919 in Buffalo, New York. Der Name „Zonta“ stammt aus dem Lakota, einer Sprache der Sioux-Familie, und bedeutet „ehrenhaft“, „integer“ und „vertrauenswürdig“. Bea Solomon, Stifterin des Bea and Irving Solomon-Awards, komponierte 1972 den Zonta-Song "Voice, Hands and Hearts".[1]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kooperation mit internationalen Hilfsorganisationen wie UN Women, UNICEF oder UNFPA und anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) (z. B. CARE International) werden Projekte finanziert, die Mädchen und Frauen unterstützen (Zugang zu Bildung und Trainingsprogrammen, Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, Hilfen beim Wiederaufbau nach Kriegs- und Krisensituationen sowie gezielte Maßnahmen gegen institutionalisierte Gewalt an Frauen).

Neben dem karitativen Engagement ist die berufliche Förderung junger Frauen ein wesentliches Ziel von Zonta International. Hierzu werden weltweit Stipendien und Preise vergeben.

Alle zwei Jahre finden international Konferenzen statt, bei denen alle Clubs über die zukünftigen Projekte von Zonta mitbestimmen können. Es werden die International President und die übrigen Board-Mitglieder gewählt.

Über die Aktivitäten informieren "The Zontian" und "The Zontian eNewsletter" sowie die Website.

Regionale Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zonta hat weltweit ca. 30.000 Mitglieder in 67 Ländern, die in 1.200 lokalen Zonta Clubs (ZC) organisiert sind.

Der erste ZC Europas wurde 1931 in Wien gegründet. In Österreich gibt es derzeit 14, in der Schweiz 21 Zonta Clubs.

Der erste ZC in Deutschland formierte sich 1931 in Hamburg[2], es folgten 1952 der ZC München I und 1954 der ZC Wiesbaden. Heute gibt es in Deutschland 128 Zonta Clubs mit rund 4600 Mitgliedern, die in der Union deutscher Zonta Clubs zusammengeschlossen sind. Alle zwei Jahre finden Konferenzen der Zonta-Union statt, deren Teilnahme für alle Clubs in Deutschland verbindlich ist.

Jeder Zonta Club unterstützt neben den internationalen Projekten außerdem lokale und regionale Frauenprojekte, über die die jeweiligen Club-Websites Auskunft geben.

Zur Mitgliedschaft bei Zonta wird man von anderen Clubmitgliedern eingeladen.

Bekannte Zontians[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marian de Forest (1864--1935), Journalistin und Dramaturgin; Gründerin von Zonta
  • Rosa Schapire (1874–1954), Kunsthistorikerin und Mäzenin der Künstlergruppe Brücke
  • Alma del Banco (1863–1943), Malerin
  • Beatrix Kempf (1908–2009), Redakteurin, später Chefredakteurin des österreichischen Bundespressediensts, Biographin von Bertha von Suttner
  • Lisa Dräger (1920–2015), Mäzenin und Gründerin der Lisa-Dräger-Stiftung
  • Amelia Earhart (1897– verschollen 1937), US-amerikanische Flugpionierin und Frauenrechtlerin
  • Angelika Menne-Haritz (* 1949), Archivarin, von 1988 bis 1993 Studienleiterin der Archivschule Marburg, von 1994 bis 2001 Leiterin der Archivschule Marburg, von 2006 bis 2014 Vizepräsidentin des Bundesarchivs
  • Margaret Thatcher (1925–2013), britische Politikerin, von 1979 bis 1990 Premierministerin des Vereinigten Königreichs
  • Königin Silvia von Schweden (* 1943), Gründerin der World Childhood Foundation, Schirmherrin von 62 wohltätigen Vereinigungen
  • Rita Süssmuth (* 1937), Erziehungswissenschaftlerin und Politikerin, von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestages; ist Ehrenmitglied von Zonta International
  • Lore Maria Peschel-Gutzeit (* 1932), Juristin und Politikerin, ehemalige Justizsenatorin von Hamburg und Berlin
  • Hannelore Kohl (1933–2001), Gründerin und bis zu ihrem Tod 2001 Präsidentin des Kuratoriums ZNS
  • Anneliese Maußhardt
  • Karin Nordmeyer
  • Herta Däubler-Gmelin
  • Julia Dingworth-Nusseck (* 1921)
  • Elisabeth Moltmann-Wendel (1926--2016)
  • Birte Toepfer (1945--2010)
  • Ada Sieveking (1909--2003), Gründungs- und Vorstandsmitglied des Anglo-German Women’s Club Hamburg, Gründungs- und Vorstandsmitglied von Unicef Hamburg. Ada Sieveking war von 1957 bis 2003 Mitglied und zuletzt Ehrenpräsidentin im Zonta-Club Hamburg. 1965–1967 war sie als erste Deutsche Governor für Mittel- und Westeuropa.[3]
  • Irene Wiese-von Ofen[4]
  • Katarina Barley
  • Magdalene Schoch (1897–1987), Juristin und ab 1931 sechs Jahre Vorsitzende des neu gegründeten Hamburger Zonta-Clubs
  • Agnes Holthusen
  • Gertrud Bing (1892–1964), Kunsthistorikerin und Philosophin[5]
  • Klothilde Kroetz, gen. Gallwitz-Meier
  • Alice Haas
  • Lucy Borchard
  • Eva Hauptmann
  • Vilma Mönckeberg-Kollmar
  • Grete Gross
  • Olga Brandt-Knack
  • Clara Goldschmidt
  • Helene Börner
  • Lilly Meyer-Wedell
  • Emmy Beckmann
  • Sophie Barrelet
  • Olga Essig
  • Emilie Kiep-Altenloh
  • Elinor von Monsterberg (3. Juli 1872-19. Juli 1945), Journalistin und Schriftstellerin, Mitbegründerin des ZC Hamburg
  • Sybille von Monsterberg (18. November 1883), Journalistin, Mitbegründerin des ZC Hamburg
  • Friedel Sander
  • Irmgard Kröncker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edwin A. Biedermann: Logen, Clubs und Bruderschaften. Droste-Verlag: Düsseldorf 2007, ISBN 3-7700-1184-8
  • Sebastian Gradinger: Service Clubs – zur Institutionalisierung von Solidarität und Sozialkapital. VDM Verlag 2007.
  • Eva Hehemann: Frauengesellschaft(en) in Deutschland – von der privaten Feier bis zum Berufsverband. Aviva Verlag: Berlin 2010, S. 136–141.
  • Traute Hoffmann: Der erste deutsche ZONTA-Club. Auf den Spuren außergewöhnlicher Frauen. Dölling und Gallwitz Verlag: München / Hamburg 1. Auflage 2002, 2. veränderte Auflage 2006, 3. Auflage in Vorbereitung für Herbst 2019.

Fachbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Service Clubs: „Qualität zählt mehr als Vitamin B“, Simon Hage im Gespräch mit Dr. Sebastian Gradinger in: manager-magazin.de, 16. November 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The library of Congress (Hrsg.): Catalog of Copyright Entries: Third series. volume 26, part 5, number 2, section 2. Washington 1973.
  2. Traute Hoffmann: Der erste deutsche ZONTA-Club: Auf den Spuren außergewöhnlicher Frauen. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg / München 2002, ISBN 978-3-937904-43-6.
  3. Zonta International Club Hamburg. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  4. Zonta Union Deutschland: Preisträgerin Irene Wiese-von Ofen. Abgerufen am 14. Juni 2019.
  5. Carolin Vogel: Das Dehmelhaus in Blankenese. Künstlerhaus zwischen Erinnern und Vergessen, Hamburg University Press 2019, S. 255, ISBN 978-3-943423-60-0. PDF-Version abgerufen am 23. Juli 2019.