Zonta International

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Zonta International (ZI) ist ein internationaler Service Club berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern. Das Motto lautet Advancing the Status of Women Worldwide through Service and Advocacy. Zonta International ist überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral. Der Hauptsitz von Zonta International befindet sich in Oak Brook (Illinois). Zonta ist als Nichtregierungsorganisation mit konsultativem Status bei der UNO seit deren Gründung 1945 vertreten. Präsidentin ist Susanne von Bassewitz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die „Confederation of Zonta Clubs“ am 8. November 1919 in Buffalo, New York, von der Journalistin und Dramatikerin Marion De Forest. Der Name „Zonta“ stammt aus dem Lakota, einer Sprache der Sioux-Familie, und bedeutet „ehrenhaft“, „integer“ und „vertrauenswürdig“. Bea Solomon, Stifterin des Bea and Irving Solomon-Awards, komponierte 1972 den Zonta-Song Voice, Hands and Hearts.[2] 2019/20 fanden zahlreiche Feiern anlässlich des 100. Jubiläums statt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kooperation mit internationalen Hilfsorganisationen wie UN Women, UNICEF oder UNFPA und anderen internationalen Nichtregierungsorganisationen (z. B. CARE International) werden Projekte finanziert, die Mädchen und Frauen unterstützen (Zugang zu Bildung und Trainingsprogrammen, Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, Hilfen beim Wiederaufbau nach Kriegs- und Krisensituationen sowie gezielte Maßnahmen gegen institutionalisierte Gewalt an Frauen).

Neben dem karitativen Engagement ist die berufliche Förderung junger Frauen ein wesentliches Ziel von Zonta International. Hierzu werden weltweit Stipendien und Preise vergeben.

Alle zwei Jahre finden international Konferenzen statt, bei denen alle Clubs über die zukünftigen Projekte von Zonta mitbestimmen können. Es werden die International President und die übrigen Board-Mitglieder gewählt. Dr. Susanne von Bassewitz ist im Biennium 2018–2020 die erste deutsche Zonta-Präsidentin.

Über die Aktivitäten informieren "The Zontian" und "The Zontian eNewsletter" sowie die zonta.org Website.

Regionale Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zonta hat weltweit ca. 30.000 Mitglieder in 67 Ländern, die in 1.200 lokalen Zonta Clubs (ZC) organisiert sind.

Der erste ZC Europas wurde 1931 in Wien gegründet. In Österreich gibt es derzeit 14, in der Schweiz 21 Zonta Clubs.

Der erste ZC in Deutschland formierte sich 1931 in Hamburg[3], es folgten 1952 der ZC München I und 1954 der ZC Wiesbaden. Heute gibt es in Deutschland 128 Zonta Clubs mit rund 4600 Mitgliedern, die in der Union deutscher Zonta Clubs zusammengeschlossen sind. Alle zwei Jahre finden Konferenzen der Zonta-Union statt, deren Teilnahme für alle Clubs in Deutschland verbindlich ist.

Jeder Zonta Club unterstützt neben den internationalen Projekten außerdem lokale und regionale Frauenprojekte, über die die jeweiligen Club-Websites Auskunft geben.

Zur Mitgliedschaft bei Zonta wird man von anderen Clubmitgliedern eingeladen.

Bekannte Zontians[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marian de Forest (1864–1935), Journalistin und Dramaturgin; Gründerin von Zonta
  • Rosa Schapire (1874–1954), Kunsthistorikerin und Mäzenin der Künstlergruppe Brücke
  • Alma del Banco (1863–1943), Malerin
  • Harriet Wegener (1890–1980), Autorin und Politikerin
  • Gertrud Bing (1892–1964), Kunsthistorikerin und Philosophin[4]
  • Klotilde Gollwitzer-Meier (1894–1954), Ärztin und Physiologin
  • Amelia Earhart (1897– verschollen 1937), US-amerikanische Flugpionierin und Frauenrechtlerin
  • Magdalene Schoch (1897–1987), Juristin und ab 1931 sechs Jahre Vorsitzende des neu gegründeten Hamburger Zonta-Clubs[5]
  • Beatrix Kempf (1908–2009), Redakteurin, später Chefredakteurin des österreichischen Bundespressedienstes
  • Lisa Dräger (1920–2015), Mäzenin und Gründerin der Lisa-Dräger-Stiftung
  • Julia Dingworth-Nusseck (* 1921)
  • Margaret Thatcher (1925–2013), britische Politikerin, von 1979 bis 1990 Premierministerin des Vereinigten Königreichs
  • Elisabeth Moltmann-Wendel (1926–2016), Gründungsmitglied des ZC Reutlingen
  • Lore Maria Peschel-Gutzeit (* 1932), Juristin und Politikerin, ehemalige Justizsenatorin von Hamburg und Berlin
  • Hannelore Kohl (1933–2001), Gründerin und bis zu ihrem Tod 2001 Präsidentin der Hannelore Kohl-Stiftung, Ehrenmitglied des ZC Ludwigshafen
  • Pia Rumler-Detzel (1934), Juristin
  • Rita Süssmuth (* 1937), Erziehungswissenschaftlerin und Politikerin, von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestages; ist Ehrenmitglied von Zonta International
  • Königin Silvia von Schweden (* 1943), Gründerin der World Childhood Foundation, Schirmherrin von 62 wohltätigen Vereinigungen
  • Herta Däubler-Gmelin (* 1943), deutsche Juristin und Politikerin (SPD)
  • Birte Toepfer (1945–2010), Mäzenin und Stiftungsratsvorsitzende
  • Angelika Menne-Haritz (* 1949), Archivarin, von 1988 bis 1993 Studienleiterin der Archivschule Marburg, von 1994 bis 2001 Leiterin der Archivschule Marburg, von 2006 bis 2014 Vizepräsidentin des Bundesarchivs
  • Sylvia Krauss-Meyl (* 1951), Historikerin, Archivarin und Autorin
  • Katarina Barley (* 1968), deutsche Politikerin (SPD)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edwin A. Biedermann: Logen, Clubs und Bruderschaften. Droste-Verlag: Düsseldorf 2007, ISBN 3-7700-1184-8
  • Sebastian Gradinger: Service Clubs – zur Institutionalisierung von Solidarität und Sozialkapital. VDM Verlag 2007.
  • Eva Hehemann: Frauengesellschaft(en) in Deutschland – von der privaten Feier bis zum Berufsverband. Aviva Verlag: Berlin 2010, S. 136–141.
  • Traute Hoffmann: Der erste deutsche ZONTA-Club. Auf den Spuren außergewöhnlicher Frauen. Dölling und Gallwitz Verlag: München / Hamburg 1. Auflage 2002, 2. veränderte Auflage 2006, 3. Auflage in Vorbereitung für Herbst 2019.

Fachbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Service Clubs: „Qualität zählt mehr als Vitamin B“, Simon Hage im Gespräch mit Sebastian Gradinger in: manager-magazin.de, 16. November 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Kammann: Susanne von Bassewitz. Ein FeuilletonFrankfurt-Interview mit der ersten deutschen Zonta-Präsidentin. In: FeuilletonFrankfurt.de. 6. Mai 2019, abgerufen am 14. November 2019.
  2. The library of Congress (Hrsg.): Catalog of Copyright Entries: Third series. volume 26, part 5, number 2, section 2. Washington 1973.
  3. Traute Hoffmann: Der erste deutsche ZONTA-Club: Auf den Spuren außergewöhnlicher Frauen. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg / München 2002, ISBN 978-3-937904-43-6.
  4. Carolin Vogel: Das Dehmelhaus in Blankenese. Künstlerhaus zwischen Erinnern und Vergessen, Hamburg University Press 2019, S. 255, ISBN 978-3-943423-60-0. PDF-Version abgerufen am 23. Juli 2019.
  5. Magdalene Schoch. Abgerufen am 28. Oktober 2019 (deutsch).