Katarina Barley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unterschrift Barleys

Katarina Barley (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Katarina Barley [ˈba:lɪ̯][1] (* 19. November 1968 in Köln) ist eine deutsch-britische[2] Juristin, Politikerin (SPD) und Abgeordnete im 18. Deutschen Bundestag. Sie gehört seit dem 2. Juni 2017 dem dritten Kabinett Merkel als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an.

Herkunft, Studium, berufliche Tätigkeit und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barley – Tochter eines britischen Redakteurs der Deutschen Welle und einer deutschen Ärztin[3] – erlangte 1987 das Abitur am Gymnasium Rodenkirchen in Köln. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und absolvierte ein Austauschstudium an der Universität Paris-Süd, das sie 1990 mit dem Diplôme de droit français (Diplom des französischen Rechts) abschloss.[4] 1993 bestand Barley das erste Staatsexamen und begann bei Bodo Pieroth an der Universität Münster mit ihrer Promotion, die 1998 abgeschlossen wurde. Nach dem zweiten Staatsexamen war sie beruflich zunächst als Rechtsanwältin für Medizinrecht in einer Hamburger Großkanzlei tätig, bevor sie in den Wissenschaftlichen Dienst des Landtags Rheinland-Pfalz wechselte.[5] Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesverfassungsgericht bei Renate Jaeger tätig, später als Richterin am Landgericht Trier sowie am Amtsgericht Wittlich. Seit 2008 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag war sie Referentin im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Mainz. Seit 2010 ist Barley Mitglied im Landesbeamtenbeirat von ver.di.

Barley ist geschieden und hat zwei Söhne.[6]

SPD-Politikerin seit 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 26 Jahren wurde Katarina Barley Mitglied der SPD. Seit 2005 gehört sie dem Kreisvorstand der SPD Trier-Saarburg an, von 2010 bis Juli 2016 als Kreisvorsitzende.[7] Bei der Bundestagswahl 2013 war sie Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Trier und kam auf 31,1 Prozent der Erststimmen.[8] Über Platz 7 der Landesliste zog sie in den Bundestag ein.[9]

Im Bundestag gehörte Katarina Barley als ordentliches Mitglied den folgenden Ausschüssen und Gremien an:

Zudem war sie stellvertretendes Mitglied im Rechtsausschuss.

Barley ist Mitglied der deutsch-britischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag.

Anfang November 2015 schlug der damalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Barley als Nachfolgerin von Yasmin Fahimi für das Amt der Generalsekretärin der SPD vor.[10] Barley erhielt am 11. Dezember 2015 auf dem SPD-Bundesparteitag 93 % der Delegiertenstimmen.[11] Im April 2016 schlug sie Juliane Seifert aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz als Bundesgeschäftsführerin der Partei vor, womit der Posten nach 2012 wieder besetzt wurde.[12] Seit 2016 ist Barley als Vertreterin des Bundes Mitglied im ZDF-Fernsehrat.[13]

Bundesfamilienministerin (seit 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juni 2017 wurde Barley zur neuen Bundesfamilienministerin berufen und gab ihren Posten als SPD-Generalsekretärin auf.[14] Sie trat damit die Nachfolge von Manuela Schwesig an, die nach dem Rücktritt Erwin Sellerings Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern wurde.[15]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Kommunalwahlrecht für Ausländer nach der Neuordnung des Art. 28 Abs. 1 S. 3 GG. (= Dissertation, Universität Münster 1997) In: Schriften zum europäischen Recht. Band 55. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09410-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katarina Barley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katarina Barley: Europa ist unsere Zukunft. In: theeuropean.de. 17. Februar 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.
  2. Barley zum Brexit: „Jetzt ist nichts mehr wie vorher.“ In: Berliner Morgenpost, 25. Juni 2016, abgerufen am 2. Juni 2017.
  3. Katarina Barley im Munzinger-Archiv, abgerufen am 2. Juni 2017 (Artikelanfang frei abrufbar)
  4. Katarina privat. In: katarina-barley.de, abgerufen am 25. September 2013.
  5. Katarina Barley bei Wolters Kluwer.
  6. Daniel Friedrich Sturm: Was „Gabriels Neue“ mit der SPD vorhat. In: welt.de. 16. Februar 2016, abgerufen am 9. Mai 2017.
  7. Kreisvorstand der SPD Trier-Saarburg.
  8. Wahlkreisergebnis Bundesland Rheinland-Pfalz Wahlkreis 204 – Trier. In: bundeswahlleiter.de, abgerufen am 26. September 2013.
  9. Gewählte Landeslistenbewerber: Rheinland-Pfalz. In: bundeswahlleiter.de, abgerufen am 26. September 2013.
  10. Gabriels Kandidatin: Katarina Barley soll neue SPD-Generalsekretärin werden. In: spiegel.de, 1. November 2015.
  11. Christoph Hickmann: Die Frau, die Gabriel mäßigen soll. In: sueddeutsche.de. 11. Dezember 2015, abgerufen am 2. Juni 2017.
  12. Juliane Seifert wird SPD-Bundesgeschäftsführerin. In: vorwaerts.de, 25. April 2016, abgerufen 22. Mai 2017
  13. Einflussnahme durch die Hintertür. In: zeit.de, 8. Juli 2016, abgerufen 22. Mai 2017
  14. Barley übernimmt Ministerium. In: swr.de. 2. Juni 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.
  15. Nach Sellering-Rücktritt: Personalrochade in der SPD. In: tagesschau.de. 30. Mai 2017, abgerufen am 30. Mai 2017.