Abadan
| Abadan | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Provinz: | Chuzestan | |
| Koordinaten: | 30° 20′ N, 48° 18′ O30.33333333333348.2916666666673Koordinaten: 30° 20′ N, 48° 18′ O | |
| Höhe: | 3 m | |
| Einwohner: | 242.730[1] (2012) | |
| Zeitzone: | UTC+3:30 | |
Abadan (persisch آبادان Ābādān /ɔːbɔːˈdɔːn/) ist eine am Schatt el Arab gelegene Stadt in der Provinz Chuzestan im Südwest-Iran. Die Stadt hat knapp 243.000 Einwohner. In Abadan befindet sich eine der größten Raffinerien der Erde. Sie ist das Zentrum der iranischen Erdölindustrie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Abadan liegt ca. 50 km vom Persischen Golf entfernt auf einer 270 km² großen Insel. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen und beherbergt ein 1939 gegründetes technologisches Institut.
[Bearbeiten] Klima
Die klimatischen Bedingungen in Abadan sind vergleichbar mit denen der Golfstaaten oder von Bagdad. Im Sommer ist es in Abadan trocken und mit einer durchgehenden Temperatur von über 40 Grad am Tage. Die höchste Sommertemperatur erreichte Abadan am 14. Juni 2010 mit 51 Grad[2]. Der alte Rekord wurde somit um 4 Grad übertroffen; im Juni 1967 waren in Abadan 47 Grad gemessen worden. Im Winter dagegen herrscht ein mildes, zuweilen nasses Frühlingswetter. Die Wintertemperaturen liegen bei ca. 16-20 Grad.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Geschichte der Stadt Abadan ist eng mit der iranischen Ölindustrie verknüpft. 1847 trat das Osmanische Reich das Gebiet der Stadt an den Iran ab. Am 26. Mai 1908 stieß eine Bohrung in Masdsched Soleyman in 360 Metern auf Öl. Im April 1909 gründeten die Konzessionäre die Anglo-Persian Oil Company (APOC), die das gefundene Öl fördern, verarbeiten und verkaufen sollte. Um das Öl verkaufen zu können, musste erst eine Pipeline, eine Raffinerie und eine Verladestationen für Tanker gebaut werden. Die APOC wählte hierfür die Stadt Abadan. Dieses Gebiet wurde von Sheikh Khaz'al von Mohammerah verwaltet. 1909 wurde nach Verhandlungen zwischen der Persian Gulf Residency und Sheikh Khaz'al eine Vereinbarung geschlossen, die eine Zahlung von £ 650 pro Jahr für zehn Jahre vorsah, zahlbar im Voraus. Zudem wurde dem Sheikh ein Darlehn über £ 10.000 gewährt. Ferner wurde zugesagt, dass das Wachpersonal für die APOC-Anlagen aus den Stammesmitgliedern des Sheikhs rekrutiert würde.[3] Der erste Schritt zum Aufbau der iranischen Ölindustrie war gemacht.
Die erste Raffinerieanlage und Verladestation war 1913 fertiggestellt. Die Ölproduktion konnte beginnen. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges landeten im Rahmen der Anglo-Russischen Invasion Irans britische Truppen in Abadan, um die Raffinerie zu sichern. Nach dem Krieg wurde die Raffinerie ständig ausgebaut und erweitert, bis sie 1938 die größte Raffinerie der Welt wurde.
Am 19. August 1978 verursachte der Brandanschlag auf das Kino Cinema Rex 430 Tote. Hinter dem Attentat standen Geistliche, die dem Schahregime schaden wollten.
Im Ersten Golfkrieg ab 1980 wurde die Stadt teilweise zerstört. Zu Beginn des Krieges bewaffneten sich hunderte Männer und Frauen in und um Abadan und leisteten Widerstand gegen die anrückenden irakischen Truppen, bis die iranische Armee in das Kriegsgeschehen eingreifen konnte. Es folgte eine lange Belagerung, im Zuge derer große Teile Abadans zerstört wurden, unter anderem die Erdölraffinerie. Ein iranischer Gegenangriff im Jahr 1982 beendete die Belagerung.
[Bearbeiten] Kultur und Bevölkerung der Stadt
Die Bevölkerung von Abadan besteht hauptsächlich aus iranischen Arabern, die mit ca. 60% die Mehrheit der Einwohner darstellen und das Stadtbild prägen. Diese bestehen größtenteils aus Angehörigen verschiedener arabischer Stämme schiitischen Glaubens, die in Clans aufgeteilt sind. Daher besteht die Umgangssprache aus dem sogenannten Khuzestani Arabisch, einer Mischung aus dem Irakisch-Arabischen Dialekt und dem südwestpersischen Bakhtiari Dialekt. Die übrigen 40% der Bevölkerung stellen Persisch sprechende Ethnien, wie Bachtiaren und Luren dar. Diese wurden mehrheitlich nach dem Ende des Iran-Irak-Krieges in Abadan angesiedelt.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Patrik Baboumian, deutscher Kraftsportler und Bodybuilder
- Ebrahim Mirzapour, iranischer Fußballtorhüter
- Abie Nathan, israelischer Pilot und Friedensaktivist
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerung 2012
- ↑ WetterOnline. Wetteronline.de. Abgerufen am 3. Juli 2010.
- ↑ Zuhayr Mikdashi: A financial analysis of middle eastern oil concessions: 1901-65. New York 1966, S. 296.