Abchasisch-Orthodoxe Kirche

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Die Kathedrale von Pizunda aus dem 10. Jahrhundert, vormals Sitz des abchasischen Patriarchen.
Kloster in Nowy Afon

Die Abchasisch-Orthodoxe Kirche (russisch Абхазская Православная церковь) ist eine nichtkanonische Orthodoxe Kirche auf dem Gebiet der umstrittenen Republik Abchasien. Sie beruft sich auf die Geschichte der teilweise eigenständigen Kirche Abchasiens, die sich im Königreich Abchasien des 8. Jahrhunderts entwickelte. Vorausgegangen war die Christianisierung vom 4. bis zum 6. Jahrhundert. Der Katholikos residierte zunächst in Poti, später in Kutais. Ab dem 9. Jahrhundert führte der oberste Bischof Abchasiens den Titel Katholikos, ohne dass jedoch die Unterordnung unter den georgischen Katholikos vollständig aufgegeben wurde. Im 15. Jahrhundert erfolgte diese jedoch und ab dem 16. Jahrhundert führte der Katholikos von Abchasien den Titel eines Patriarchen. Bedeutendster Patriarch war Eudaimon I. Chkhetidze (1543-1578), der eine gemeinsame Synode der abchasischen und georgischen Kirche zur Restauration der Liturgie initiierte. 1814, nach Eingliederung Georgiens in das Russische Zarenreich, erlosch das eigenständige Patriarchat in Abchasien.[1]

Später war sie als Eparchie Sochumi/Abchasien Teil der Georgisch-Orthodoxen Kirche. Am 15. September 2009 wurde in einer Versammlung der Geistlichen einseitig die Lossagung der abchasischen Kirche von der georgischen Kirche beschlossen und am folgenden Tag durch den Verwalter der Eparchie Sochumi, Wissarion Apliaa, bekanntgegeben. Die georgische Kirche distanzierte sich in der Folge von dieser Erklärung.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aßfalg: Georgien, II. Kirchengeschichte. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 4, Artemis & Winkler, München/Zürich 1989, ISBN 3-7608-8904-2, Sp. 1284.
  2. Georgisches Patriarchat lehnt Unabhängigkeitsstatus der Abchasischen Kirche ab, in: RIA Novosti, Meldung vom 16. September 2009.