Kutaissi

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Kutaissi
ქუთაისი
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: Imeretien
Koordinaten: 42° 15′ N, 42° 42′ O42.2542.780-120Koordinaten: 42° 15′ N, 42° 42′ O
Höhe: 80-120 m. ü. M.
Fläche: 70 km²
 
Einwohner: 200.611 (2013)
Bevölkerungsdichte: 2.866 Einwohner je km²
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
Telefonvorwahl: (+995) 431
Postleitzahl: 4600
 
Bürgermeister: Nugzar Shamugia
Webpräsenz:
Kutaissi (Georgien)
Kutaissi
Kutaissi
Kutaissi am Rioni, Satellitenaufnahme

Kutaissi (georgisch ქუთაისი) ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und Hauptstadt der Region Imeretien. Sie hat 200.611 Einwohner (Volkszählung 2013) und dehnt sich über 60 km² aus. Sie liegt in der Kolchischen Tiefebene am Ufer des Rioni und ist das wirtschaftliche, industrielle und kulturelle Zentrum West-Georgiens. Seit Mai 2012 tagt das Parlament Georgiens in einem neuerrichteten spektakulären Gebäude in Kutaissi.

Geschichte[Bearbeiten]

Kutaissi, Ende des 19. Jahrhunderts

Im 8. Jahrhundert v. Chr. war Kutaia die Hauptstadt der Kolchis. Der Name der Stadt entstammt dem altgeorgischen Wort kuata und bedeutet „steinig“. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt im Poem Argonautika von Apollonios von Rhodos erwähnt.

792 machte der abchasische König Leon sie zu seiner Residenz. Vom 10. Jahrhundert bis 1122 war Kutaissi die Residenz der georgischen Könige. Im 13., 15. und 16. Jahrhundert war Kutaissi die Hauptstadt des westgeorgischen Königreichs Imeretien. 1666 wurde Kutaissi von den Osmanen erobert. 1769 vertrieben russische Korps unter General Tottleben die Türken aus der Stadt. Ab 1810 wurde Kutaissi (russisch Кутаиси) durch Russland annektiert und wurde Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

An die Poti-Tiflis-Eisenbahn wurde die Stadt 1877 angeschlossen. In den georgischen Gründerjahren 1880 bis 1900 wuchs die Einwohnerzahl Kutaissis auf 32.500. Der Herzog von Oldenburg, ein Verwandter des russischen Zaren, errichtete eine Sekt- und Branntweinfabrik, der russische Unternehmer Iwanowski eine Saftkelterei und Mineralwasserproduktion. 1883 lebten 13.000 Einwohner vom Handel.

1921 war Kutaissi für 14 Tage Sitz der menschewistischen Regierung der Demokratischen Republik Georgien, die von der Roten Armee aus Tiflis vertrieben worden war. Am 10. März 1921 wurde auch Kutaissi von der Roten Armee besetzt.

Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft[Bearbeiten]

Größte Arbeitgeber der Stadt sind die Akaki Zereteli Universität und die Nikolos Muschelischwili Technische Universität, die Georgische Akademie der Wissenschaften, die nahegelegene Wasserkraftwerkskaskade Warziche, Auto-, Traktor-, Flugzeug- und Chemiefabriken.

Kutaissi verfügt über fünf Theater, darunter ein dramatisches, ein komödiantisches und ein Maskentheater, ein Opernhaus und eine Musikhochschule.

Das 1840 gegründete Georgische Gymnasium Kutaissi (heute Akaki Zereteli Klassisches Gymnasium) brachte Persönlichkeiten von Weltruf, wie den Linguisten Nikolai Marr, den Psychologen Dimitri Usnadse, die Dichter Wladimir Majakowski und Grigol Robakidse sowie Georgiens Parlamentspräsidentin Nino Burdschanadse und den Geschäftsmann Shalva Tschigirinsky hervor.

1951 wurde das Kutaissier Automobilwerk (KAS) gegründet. Es produziert bis zum Ende der Sowjetunion Lastkraftwagen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Zentrum der Stadt

Das mittelalterliche Stadtbild ist noch heute sichtbar. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt die Bagrati-Kathedrale, 1003 vom georgischen König Bagrat III. erbaut und vom türkischen Sultan 1696 gesprengt. Die Kathedrale wurde mittlerweile vollständig rekonstruiert. Sie steht heute auf der UNESCO-Welterbeliste. Nahe der Kirche liegen die Ruinen der Stadtfestung und des Königspalastes. Ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört die Klosteranlage Gelati unweit der Stadt.

Mangels staatlicher Mittel sind verschiedene historische Sehenswürdigkeiten Kutaissis baufällig. Die im 18. Jahrhundert erbaute Weiße Brücke über den Rioni-Fluss musste im Juni 2004 wegen Einsturzgefahr für Fahrzeuge geschlossen werden.

In der Umgebung der Stadt liegen der Naturpark Sataplia sowie die Ruinen mehrerer alter Festungen, darunter der Festen Tamar und Warziche (dt. Rosenburg).

Die Georgier nennen Kutaissi auch die Stadt der Rosen und des Mai.

Kriegerdenkmal[Bearbeiten]

In Kutaissi stand bis Dezember 2009 ein Denkmal zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg über 200.000 gefallenen Soldaten Georgiens. Dieses Bauwerk bestand aus einem 46 Meter hohen Hauptblock aus Stahlbeton, der eine überdimensionierten Torbogen symbolisierte. In seinem tympanonartigen Feld war ein überdimensionales Flachrelief aus Bronze mit figuralen Szenen angeordnet. Darüber lag eine horizontal verlaufende Bogengalerie, die über eine Treppe erreichbar war und als Aussichtspunkt diente. Am oberen gewölbten Abschluss befand sich eine Gruppe aus vereinzelten Bronzefiguren. Eine einzeln angeordnete Reiterstatue aus Bronze wurde abtransportiert und unweit vom alten Standort aufgestellt. Das Ensemble war ein Werk des georgischen Bildhauers Merab Berdsenischwili.
Das Monument wurde am 19. Dezember 2009 gesprengt. Dabei kamen eine Frau und ihr Kind durch über 200 Meter weit geschleuderten Fragmente ums Leben. Im Vorfeld hatte es zwischen Georgien und Russland einen Austausch diplomatischer Protestnoten gegeben, weil der Umgang mit dem Denkmal strittig war und in der Öffentlichkeit beider Länder geführt wurde. Eine Wiedererrichtung in Moskau wurde ebenso öffentlich diskutiert.[1][2][3] Auf der freigewordenen Fläche wurde 2012 das neue nationale Parlamentsgebäude Georgiens errichtet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kutaissi unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kutaissi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht im derStandard.at: Tote bei Sprengung eines umstrittenen Sowjetdenkmals, vom 19. Dezember 2009, mit Bild (abgerufen am 18. Januar 2010)
  2. Denkmal-Sprengung sorgt für neue Spannungen mit Rußland. In: Kaukasische Post (15) 2009/2010, Nr. 77, S. 4
  3. RIA-novosti: Lawrow: Denkmalsprengung in Georgien ist Angriff auf Kriegsopfer, vom 24. Dezember 2009, mit Bildergalerie (abgerufen am 18. Januar 2010)