Abraham Wolfgang Küfner

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Abraham Wolfgang Küfner
Taufbucheintrag für Abraham Wolfgang Küfner
Die Abschrift des Angebotsschreibens an die kurfürstliche Galerie in München
Das von Küfner gefälschte Dürer-Selbstporträt

Abraham Wolfgang Küfner (* 1760 in Betzenstein; † 1817 in Ingolstadt; auch Küffner geschrieben) war ein deutscher Maler und Kupferstecher.

Obgleich Küfner ein anerkannter Künstler war, der vor allem zahlreiche Stiche schuf, erlangte er kunsthistorische Bedeutung durch eine von ihm angeblich angefertigte Fälschung. Er soll im Jahre 1799 von der Stadt Nürnberg den Auftrag, Albrecht Dürers 1500 entstandenes Selbstporträt, das seit dem 16. Jahrhundert im Nürnberger Rathaus hing, erhalten haben zu restaurieren. Zu diesem Zweck soll das Gemälde Küfner übergeben worden sein.

In seinem Atelier soll Küfner die etwa 15 Millimeter dicke Lindenholztafel, auf die das Bild gemalt war, vorsichtig der Länge nach in zwei Hälften gesägt haben. Auf die Hälfte, welche die ehemalige Rückseite des Gemäldes mit den angeblich sämtlichen Siegeln und Echtheitsbescheinigungen trug, soll er eine Kopie des Selbstporträts gemalt haben. Diese Kopie soll er schließlich als angeblich restauriertes Original an die Stadt Nürnberg zurück gegeben haben, soll jedoch den Vorderteil der halbierten Tafel mit dem tatsächlichen Originalgemälde behalten haben.

Die abgebliche Fälschung soll erst 1805 bemerkt worden sein, als Küfner das Originalbild an Kurfürst Maximilian Joseph von Bayern verkaufte, der es für seine Gemäldesammlung erwarb. Tatsächlich wurde aber das Gemälde von Küfner bei der zweiten französischen Besetzung Nürnbergs 1801 durch den französischen Beauftragten Monsieur Neveau als vermeintliches Original requiriert und in den Louvre nach Paris gebracht. Angeblich soll Küfners einzige bekannte Betätigung als Kunstfälscher der Grund sein, weshalb Dürers Selbstporträt sich heute im Besitz der Alten Pinakothek in München befindet, während im Nürnberger Albrecht-Dürer-Haus nur die 1799 angefertigte Kopie zu sehen ist. Nachweisbar kam es aber durch das Angebotsschreiben des Nürnberger Stadtgerichtsassessor Dr. Georg Gustav. v. Pez und A. W. Küffner nach München. (Siehe nebenstehende Abschrift des Angebotsschreibens). Das Küfnersche Bild von 1799 hängt auch nicht im Dürer-Haus, sondern ist in der nichtöffentlichen Gemälde - und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg unter der Inv.-Nr.: Gm 0051 archiviert.

Küfner wurde nie wegen dieses Betrugs belangt, soll jedoch später wegen Falschmünzerei eine Haftstrafe auf der Festung Rothenberg verbüßen. Darüber sind jedoch bis heute keinerle Beweise vorgelegt worden.

In den Nürnberger Nachrichten vom 10. Februar 2012[1] wird kunsttechnologisch durch den Dürer-Experten Hess am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg bestätigt: Küfner hat keine Spaltung der Lindenholzplatte des Original-Dürers durchgeführt, weil dies technisch nicht durchführbar ist, ohne das Original zu zerstören. Auch die angeblichen Betrugsabsichten von Küfner werden durch die Dürer-Expertin Gisela Goldberg widerlegt.

[Bearbeiten] Quellen

  • Sepp Schüller: Fälscher, Händler und Experten. Das zwielichtige Abenteuer der Kunstfälschung. Ehrenwirth Verlag, München 1959.
  • Goethe-Gesellschaft Weimar (Hrsg.): Ein Notizheft Goethes von 1788. Verlag Herman Böhlaus Nachfolger, Weimar 1965, DNB 451590341.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dürer-Bild: Diebstahl oder Notverkauf? In: Nürnberger Nachrichten. 10. Februar 2012.

[Bearbeiten] Weblinks

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