Act of Settlement

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Dieser Artikel beschreibt ein Gesetz, das die britische Thronfolge regelt, für andere Gesetze mit dem Namen Act of Settlement siehe Act of Settlement (Begriffsklärung).
Act of Settlement

Mit dem Act of Settlement (dt. Grundordnung), in der Langform An Act for the further Limitation of the Crown and better securing the Rights and Liberties of the Subject, schuf das englische Parlament 1701 die neue Grundlage der protestantischen Thronfolge im Königreich England. Als Thronfolgeregelung ist der Act of Settlement bis heute im Vereinigten Königreich gültig.

Beschreibung und Geschichte[Bearbeiten]

Der Act of Settlement schreibt fest, dass nach dem Tod Annes, der letzten protestantischen Thronfolgerin im Haus Stuart (und späteren Königin von 1702 bis 1714), das Recht der Thronfolge – unter Umgehung der bis dahin gültigen Erbfolgelinie – auf Sophie von der Pfalz bzw. deren protestantische Nachkommen übergehen sollte. Sophie von der Pfalz war eine Tochter der Elisabeth Stuart und die nächste lebende protestantische Verwandte des Königshauses. Außerdem wurde geregelt, dass auch alle jene ihrer Nachkommen ihr Anrecht auf den englischen (bzw. heute britischen) Thron verlieren, die einen katholischen Partner heiraten. Hierdurch wurden sämtliche Katholiken aus der englischen bzw. später britischen Thronfolge ausgeschlossen, was nach Jahrzehnten politischer Krisen und Unruhen das Hauptziel des Gesetzes war.

Die Bestimmungen waren direkt an die Person Sophies geknüpft, jedoch ging mit diesem Parlamentsgesetz die Königswürde in der Folge an die Welfen über, in die Sophie eingeheiratet hatte, so dass damit für die englische Monarchie das Haus Hannover begründet wurde. Da Sophie im Jahre 1714 kurz vor dem Ableben Königin Annes verstorben war, bestieg deren Sohn Georg Ludwig als Georg I. den Thron Großbritanniens. Da Georg und dessen Nachfolger ihre deutschen Titel und Territorien weiter behielten, bestand bis zum Jahre 1837 auch eine Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover.

Der Royal Marriages Act von 1772 ergänzte diese Bestimmungen später: Dieser legt fest, dass die Mitglieder der königlichen Familie für eine Heirat die Zustimmung des Monarchen benötigen.

Das Originaldokument des Act of Settlement (siehe Bild) befindet sich heute im Hauptstaatsarchiv Hannover innerhalb des Niedersächsischen Landesarchivs.

Veränderungen: Perth Agreement[Bearbeiten]

Seit 2008 wurde, angestoßen durch die damalige Labour-Regierung unter Gordon Brown, über eine Änderung des Act of Settlement verhandelt. Am 27. Oktober 2011 einigten sich die Commonwealth Realms in Perth (Australien), diesen zu reformieren.[1]

Künftig wird die Thronfolge unabhängig vom Geschlecht nach Reihenfolge der Geburt erfolgen; diese Regelung gilt für alle nach dem 28. Oktober 2011 geborenen potentiellen Thronfolger. Außerdem führt die Heirat mit einem Katholiken nicht mehr zu einem Ausschluss von der Thronfolge, ein Herrscher selbst muss aber der anglikanischen Kirche angehören. Diese Regelung gilt rückwirkend für alle lebenden möglichen Thronfolger. Zuletzt benötigen nur noch die sechs nächsten Thronfolger eine Zustimmung des aktuellen Herrschers zu ihrer Heirat, der Royal Marriages Act von 1772 wird damit aufgehoben.[2]

Die Veränderung der Thronfolge benötigt gemäß dem Statut von Westminster eine entsprechende gleichlautende Gesetzgebung aller 16 Commonwealth-Staaten, in denen die britische Königin bzw. der britische König Staatsoberhaupt ist, soweit die nationale Gesetzgebung nicht einfach auf die Thronfolgeregelung des Vereinigten Königreichs verweist. Ende Februar 2014 hatten alle Commonwealth Realms bis auf Australien (und dort dem Bundesstaat Western Australia) das Perth Agreement in nationale Gesetzgebung umgesetzt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrew Browning (Hrsg.): English Historical Documents, 1660-1714, London: Eyre & Spottiswoode, 1953, S. 129-134.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Koydl: Königstöchter an die Macht. Die Commonwealth-Staaten wollen die britische Thronfolge-Regelung ändern – zugunsten der Frauen. In: Süddeutsche Zeitung vom 29. Oktober 2011, S. 12.
  2. Succession to the Crown Act 2013. The National Archives, 25. April 2013, abgerufen am 12. August 2014 (englisch).
  3. Australia holds up changes to royal succession laws. The Guardian, 27. Februar 2014, abgerufen am 12. August 2014 (englisch).