Adam Otto von Viereck

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Adam Otto von Viereck, 1745

Adam Otto von Viereck (* 10. März 1684 in Wattmannshagen, heute Ortsteil von Lalendorf, (Mecklenburg); † 11. Juli 1758 in Buch, Familienname ursprünglich auch Vieregg[e] geschrieben) war ein preußischer Staatsminister und Geheimer Etatsrat.

Er war der Sohn von Adam Otto von Viereck (* 16. Juni 1634; † 16. Dezember 1718) und dessen zweiter Frau Anna Helena von Wolfersdorf (* 21. Dezember 1651; † 3. Februar 1701).

Leben[Bearbeiten]

Er studierte zunächst mit seinen Brüdern bei Jesuiten in Wilda, anschließend ging er auf die Universitäten von Frankfurt und Halle. Er ging danach zur Garde unter Anton Ulrich von Braunschweig. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde er 1705 Adjutant von Hessen-Kassel. 1707 begleitete er die Prinzessin Katharina Elisabeth auf dem Weg zu ihrem Bräutigam dem späteren Kaiser Karl VI. nach Wien. In diesem Jahr wurde er auch Kammerjunker von Friedrich Wilhelm I.. 1711 wurde er Marschall der preußischen Gesandtschaft zur Kaiserwahl in Frankfurt am Main. Dort wurde er zum Reichsritter geschlagen. 1713 war er Marschall der preußischen Gesandtschaft bei den Verhandlungen zum Frieden von Utrecht. 1716 wurde er Gesandter in Paris und 1719 als geheimer Regierungsrat nach Kleve geschickt. Von dort ging er für zwei Jahre als Botschafter nach Frankreich

1724 wurde er Wirklicher Geheimer Kurmärkischer Kriegs- und Domänenrat und war in der Verwaltung für die Organisation der Landwirtschaft und der von ihr zu entrichtenden Steuern zuständig. Dabei unterstand ihm auch die Ansiedlung von Einwanderern im ländlichen Raum.

Im Januar 1727 wurde er Wirklicher Geheimer Etat-, Kriegs- und dirigierender Minister beim General-Direktorium. 1733 wurde er Komtur zu Lagow und Senior des Johanniterordens. 1745 erhielt er von Friedrich II. den Schwarzen Adlerorden.

1724 erwarb er das Gut in Buch bei Berlin (im heutigen Berliner Stadtteil Pankow). Durch vier Maßnahmen machte sich Viereck um die Gemeinde besonders verdient:

  • 1725 Aufstellung eines Feldregisters
  • Umbau des Bucher Schlosses und der Parkanlagen
  • 1731–1736 Kirchenbau
  • 1740 Pfarrhausbau

Er ließ den Schlossgarten nach dem Vorbild von Versailles umgestalten, es entstanden eine Orangerie und Fasanerie. Die Bauwerke und der Park prägen das Gesicht des Ortes bis in die heutige Zeit. Otto von Vierecks reich geschmücktes Grab mit Hauswappen befindet sich in der Bucher Schlosskirche; dessen Marmorbüste schuf Johann Georg Glume, Vater von Friedrich Christian Glume, 1763 als sein letztes Werk.

Die 1761 aufeinanderfolgenden Besitzerfamilien Buchs, die Viereck und Voß, waren verwandtschaftlich miteinander verbunden. Ein Kind beider Familien ist Julie von Voß.

1751 wurde ihm zu Ehren die 1748 neu gegründete Kolonistensiedlung Jägersberg in Viereck umbenannt.[1] Am 11. Mai 1938 wurde nach Adam Otto von Viereck der Viereckweg in Pankow, Ortsteil Buch benannt, der vom Pölnitz- bis Hörsten- und Röbellweg verläuft.[2]

Familie[Bearbeiten]

Im Jahre 1718 heiratete er Katharina Louise von Gersdorf (1700–1728), die Tochter des Generalleutnants von Gersdorf.

  • Sophie Wilhelmine (* ?; † 30. Oktober 1742) ∞ General Adam Friedrich von Jeetze (1689–1762)
  • Charlotte Sophie (1722–1770) ∞ General August Friedrich von Itzenplitz (1693–1759)
  • Wilhemine Dorothea (* 12. April 1726; † 12. August 1799) ∞ 14. November 1743 Otto Friedrich Leopold Finck von Finckenstein (* 12. September 1717; † 19. April 1790)

Sein zweite Frau war Gräfin Maria Anna Finck von Finckenstein (* 1704; † 22. Juni 1758), die Tochter von Generalfeldmarschall Albrecht Konrad Finck von Finckenstein.

  • Sophie Wilhelmine Albertine (* 13. April 1731; † 13. Oktober 1772) ∞ Friedrich Wilhelm von Pannewitz (* 21. Juli 1719; † 13. Januar 1790)
  • Amalia Ottilie (* 17. Dezember 1736; † 30. Oktober 1767 in Berlin) ∞ 15. Februar 1754 Friedrich Christian Hieronymus von Voß (* 1724; † 3. Oktober 1784) (Eltern von Julie von Voß)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adam Otto von Viereck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cf. Cantow in Vorpommern, seit 1748.
  2. Viereckweg. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)