Adolf Koch (Architekt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Haus Wanebach und Salzhaus in der Wedelgasse. (1893)
(aus: Aus Frankfurts Vergangenheit. Architecturstudien nach der Natur gezeichnet und beschrieben.)

Gustav Adolf Koch (* 4. April 1845 in Frankfurt am Main; † 18. August 1904 ebenda) war ein deutscher Architekt, Zeichner, Radierer und Fachschriftsteller.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Über das Elternhaus sowie Kindheit und Jugend von Koch ist nichts überliefert. Er besuchte um 1860 die Städelschule, wo er eine zeichnerische Ausbildung erhielt. 1863 ging er nach Karlsruhe, um dort bis 1864 am Polytechnikum Architektur zu studieren.

Nach Abschluss des Studiums war er von 1866–69 bei einem privaten Architekturbüro in Zürich, 1869–74 in Wien und Graz tätig. In Österreich arbeitete er beim Hochbaubüro der Staatseisenbahn und wenigstens drei weiteren privaten Bauunternehmen. 1874 wurde er als Bauinspektor in seine Heimatstadt zurückberufen.

In Frankfurt am Main war er seitdem vor allem mit der Planung des Neubaus von Schulen beschäftigt, nach denen in der damals schnell expandierenden Stadt ein großer Bedarf bestand. Außerdem leitete er die teils sehr aufwändigen Sanierungen bedeutender Baudenkmäler, so u.a. des Salzhauses, Haus Wanebach, Haus Löwenstein sowie des Leinwandhauses. Darüber hinaus war er Mitglied der Römerbau-Kommission, die Pläne für den Erweiterungsbau des städtischen Rathauses ausarbeitete. Im Ergebnis beauftragte diese Max Meckel, Franz von Hoven und Ludwig Neher 1889 bzw. 1897 mit der Umgestaltung bzw. dem Neubau des Römers und seiner Annexbauten.

Der Durchbruch der Braubachstraße – hier auf einem Bild um 1906 – zerstörte tatsächlich über 100 Häuser des ältesten Teils der Stadt
(Fotografie von Carl Friedrich Fay)

Koch hinterließ neben Publikationen über die neuen Schulbauten sowie der Mitarbeit am ersten architekturgeschichtlichen Werk Frankfurts, Frankfurt am Main und seine Bauten (1886), eine große Anzahl von Architektur- und Landschaftsbildern. Es handelt sich dabei teils um Bleistift-, teils Federzeichnungen. Ein nur geringer Prozentsatz zeigt Motive aus seiner Zeit im Ausland, der Schwerpunkt ist Frankfurt am Main und Umgebung, vor allem aber die Altstadt.

1894 publizierte Koch 25 derartige Motive in einer heute sehr gesuchten Mappe unter dem Titel Aus Frankfurts Vergangenheit im Lichtdruck. Sein persönliches Vorwort lässt vermuten, dass er ähnlich Carl Theodor Reiffenstein vieles zeichnerisch in der Sorge darum festhielt, dass die Altstadt durch die eindringende Moderne – indirekt nimmt er auf den 1904–06 durchgeführten Braubachstraßendurchbruch Bezug – nach und nach verschwinden werde:

„[...] namentlich auch die von den städtischen Behörden beschlossene Durchführung neuer die Altstadt durchziehende Straßenzüge, wird die Veränderung oder auch das gänzliche Verschwinden der alten Straßenbilder zur unvermeidlichen Folge haben. Das Bestreben die Altstadt mit Straßen zu versehen, welche Luft und Licht Zutritt, sowie den großstädtischen Verkehrsmitteln Raum gewähren, wird bestehen bleiben und die Beseitigung der Wohnstätten unserer Vorfahren nur eine Frage nicht allzuferner Zeit sein. [...]“

Koch starb in Frankfurt am Main und wurde auf dem Hauptfriedhof begraben, Verbleib und etwaiger Standort des Grabes sind unbekannt.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Dessoff: Monographisches Lexikon der Frankfurter Künstler im neunzehnten Jahrhundert. In: Frankfurter Kunstverein (Hrsg.): Kunst und Künstler in Frankfurt am Main im neunzehnten Jahrhundert. Joseph Baer & Co., Carl Jügel's Verlag, Heinrich Keller, F. A. C. Prestel, Moritz Abendroth, Frankfurt am Main 1907–1909, S. 77.
  •  Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Erster Band. A–L (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. XIX, Nr. 1). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7829-0444-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adolf Koch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien