Agnes von Mansfeld-Eisleben

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Agnes von Mansfeld-Eisleben auf einem Porträt

Agnes von Mansfeld-Eisleben (* 1551; † 1637) war Gräfin von Mansfeld und Tochter von Johann (Hans) Georg I. von Mansfeld-Eisleben sowie Katharina von Mansfeld-Hinterort. Sie wird auch die schöne Mansfelderin genannt. Historische Quellen beschreiben sie als dunkle Schönheit mit tiefbraunen Augen.[1] Aus Liebe zu ihr konvertierte der Kölner Erzbischof Gebhard I. von Waldburg zum evangelischen Glauben und beschwor somit den Truchsessischen Krieg, auch Kölner Krieg genannt, herauf.

Als protestantische Kanonissin des Stifts Gerresheim (heute ein Stadtteil von Düsseldorf), die auch eine Präbende im Stift Essen hielt, erregte Agnes von Mansfeld-Eisleben Aufsehen durch ihre Liaison mit dem katholischen Erzbischof und Kurfürsten von Köln, Gebhard I. Truchseß von Waldburg. Die Brüder Agnes’ versuchten zwar mit Drohungen den Umgang der beiden zu unterbinden, doch hatten sie damit langfristig keinen Erfolg.

Um die Dame seines Herzens zu heiraten, trat Gebhard I. zum Calvinismus über und verlor somit die Rechte an seinem Erzstift. Da er jedoch als weltlicher Kurfürst weiter regieren wollte, machte er sich die katholischen Stände zum Feind, und Papst Gregor XIII. belegte den „Abtrünnigen“ mit dem Kirchenbann. Der Streit zwischen Gebhard und seinen Widersachern gipfelte im sogenannten Kölner Krieg.

Inmitten der Kriegswirren heirateten Agnes von Mansfeld und Gebhard I. Truchseß von Waldburg am 2. Februar 1583 in Bonn, mussten aber schon bald darauf flüchten, als ihre Zuflucht, die Godesburg, von Ferdinand von Bayern erobert wurde. Es folgte eine mehrjährige Odyssee Agnes’ und ihres Ehemanns quer durch Deutschland. 1589 ließen sie sich in Straßburg nieder. Das Gerücht, wonach Agnes 1585 nach England reiste, um bei Elisabeth I. um Unterstützung zu bitten, wurde durch englische Gelehrte widerlegt.[2] Als Gebhard 1601 in Straßburg verstarb, hatten die katholischen Gegner ihres Mannes – obwohl der Krieg bereits beendet war – der schönen Mansfelderin offenbar noch immer nicht verziehen. In seinem Testament bestimmte Gebhard Herzog Friedrich I. von Württemberg für die geleisteten Wohltaten zu seinem Erben und betraute diesen mit der Versorgung und dem Schutz seiner Witwe. Agnes lebte bis zu ihrem Tode 1637 unter dem Schutz der Württemberger Herzöge in Württemberg. Begraben wurde sie in Sulzbach an der Murr.

Das Leben der Agnes von Mansfeld-Eisleben und die Verbindung zu Gebhard war in späteren Jahren Thema diverser Erzählungen sowie Romane und ist heute noch Gegenstand historischer Forschungen (siehe Literatur).

Literatur[Bearbeiten]

  • Rafaela Matzigkeit: Schön, fromm, sittsam, tugendhaft … Agnes von Mansfeld im Spiegel der Geschichte und Literatur. In: Rund um den Quadenhof (Düsseldorf-Gerresheim). 47, 1996, S. 9–17 und S. 1723.
  • Johann Baptist Durach: Gebhard der Zweite, Kurfürst von Köln, und Agnes von Mannsfeld, Kanonissinn von Girrisheim. Eine Bischofslegende aus dem sechszehnten Jahrhundert. Hochleiter, Wien, Leipzig 1791.
  • Christoph Sigismund Grüner: Gebhard, Churfürst von Cöln, und seine schöne Agnes. Ursache und Veranlassung des gestörten Religionsfriedens, der Union und des dreißigjährigen Krieges. Eine historisch-romantische Ausstellung, frei, nach geschichtlichen Quellen. Goebbels und Unzer, Königsberg 1806.
  • Carl August Gottlieb Seidel: Die unglückliche Constellation oder Gräfin Agnes von Mannsfeld. Eine Sage aus der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts. Supprian, Leipzig 1796.
  • Eugenie Tafel: Gräfin Agnes aus dem Hause Mansfeld. Erzählung aus dem 16. Jahrhundert. Schloeßmann, Gotha 1897.
  • Agnes von Mansfeld. Ein geschichtlicher Roman, aus dem Englischen des Thomas Grattan, Verf. der „Jacqueline von Holland“, der „Erbin von Brügge“ u. s. w. von Dr. Georg Nicolaus Bärmann. Imle und Krauß, Stuttgart 1836. (Übersetzung im Jahr der Erstausgabe von Thomas Colley Grattan: Agnes de Mansfeld an Historical Tale. 3 Bände. 1836.)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Müller: Die schöne Mansfelderin, Zugriff am 1. März 2013.
  2. Eva Mabel Tenison: Elizabethan England. 1932, S. 128.