Agnes von Waiblingen

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Markgräfin Agnes, Gemahlin Leopolds III., Tochter Kaiser Heinrichs IV. (Ausschnitt aus dem Babenberger Stammbaum, Stift Klosterneuburg)
Statue von Agnes im Museum des Stift Klosterneuburg (um 1477). Sie stand ursprünglich auf dem gotischen Südturm der Stiftskirche und wurde dort durch eine Kopie ersetzt.

Agnes von Waiblingen (* Ende 1072; † 24. September 1143 in Klosterneuburg) aus der Familie der Salier war Herzogin von Schwaben und Markgräfin von Österreich.

Sie war die zweite Tochter Kaiser Heinrichs IV. und der Bertha von Turin. Ihr Bruder war Kaiser Heinrich V. Den Namen hatte sie von Agnes von Poitou, ihrer Großmutter.

Ehe mit Friedrich I.[Bearbeiten]

Als Siebenjährige wurde sie am 24. März 1079 mit Herzog Friedrich I. verlobt, womit der spätere Anspruch dieses Adelsgeschlechts auf die deutsche Königskrone begründet werden sollte.

Der 1086 erstmals vollzogenen Ehe entstammten elf Kinder:

  1. ∞ Adalbert von Ravenstein, Graf von Elchingen und Irrenberg; Tochter aus erster Ehe war Luitgard, vermählt mit Konrad von Wettin, Markgraf von Meißen
  2. ∞ Graf Heinrich von Aichelberg
  1. ∞ um 1119/1121 Judith von Bayern, Tochter des Herzogs Heinrich der Schwarze (Welfen)
  2. ∞ um 1132/1133 Agnes von Saarbrücken, Tochter des Grafen Friedrich I. im Saargau

( ∞ um 1115 Gertrud von Comburg, Tochter der Grafen Heinrich von Rothenburg. Auf diese von Hansmartin Decker-Hauff vermutete erste Ehe Konrads mit Gertrud von Komburg finden sich keine Hinweise.[1])

  1. ∞ vor 1134 Gertrud von Sulzbach († 1146), Tochter des Grafen Berengar I.
  2. außereheliche Verbindung mit Gerberga liberrimae conditionis
  • Giselhildis (Gisela)
  • Heinrich († vor 1102)
  • Beatrix, gründete 1146 Kloster Michaelstein
  • Kunigunde (Kunizza) ∞ Herzog Heinrich
  • Sophia ∞ Graf Adalbert
  • Fides (Gertrud), 1136–1182 bezeugt, stiftete 1157 Kloster St. Theodor in Bamberg; † als Nonne daselbst, ∞ Hermann von Stahleck († 2. Oktober 1156 in Ebrach)

Ehe mit Leopold III.[Bearbeiten]

Agnes von Waiblingen auf einem Fenster im Stift Heiligenkreuz, ca. 1290

Nach dem Tode Friedrichs 1105 heiratete sie 1106 den später heiliggesprochenen Babenberger Leopold III. von Österreich, der sich diese Verbindung durch seine Unterstützung ihres Bruders Heinrichs V. gegen dessen Vater verdient hatte, und dem sie angeblich in nur zwölf Jahren achtzehn Kinder geboren haben soll - womöglich stammen also einige dieser Verbindung zugesprochene Kinder tatsächlich der ersten Ehe.

Dieser zweiten Ehe entstammen folgende Kinder:

Den Tod mehr als der Hälfte ihrer Kinder noch vor ihrem eigenen Ende in betagtem Alter von beinahe 71 Jahren soll sie durch ihren unerschütterlichen Jenseitsglauben bewältigt haben.

Durch Agnes wurde die enge Beziehung zwischen Staufern und Babenbergern begründet. Begraben ist sie ebenso wie ihr zweiter Mann Leopold III. in einer Gruft unter dem ehemaligen Kapitelsaal des Augustiner-Chorherrenstifts Klosterneuburg, der heutigen Leopoldskapelle mit dem Verduner Altar. Links neben dem Gitter der Kapelle führt eine Treppe hinunter in die öffentlich nicht zugängliche Gruft.

Im Jahr 1894 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Agnesgasse nach ihr benannt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Klaus Graf: Staufer-Überlieferungen aus Kloster Lorch. In: Sönke Lorenz u.a. (Hrsg.), Von Schwaben bis Jerusalem. Facetten staufischer Geschichte, Sigmaringen 1995, S. 209–240; Tobias Weller: Auf dem Weg zum „staufischen Haus". Zu Abstammung, Verwandtschaft und Konnubium der frühen Staufer. In: Hubertus Seibert/ Jürgen Dendorfer (Hrsg.): Grafen, Herzöge, Könige. Der Aufstieg der Staufer und das Reich 1079–1152, Ostfildern 2005, S. 41–63, hier: S. 56–63.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Agnes von Waiblingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien