Salier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Salier (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Salier - nicht zu verwechseln mit den Salfranken des 3./4. Jahrhunderts, die als Erste den Namen "Salier" führten - waren ein ostfränkisches Adelsgeschlecht im römisch-deutschen Reich des 10. bis 12. Jahrhunderts. Ihr Stammgebiet war Speyergau, Wormsgau und Nahegau. Später waren sie phasenweise Herzöge von Lothringen und Franken. Von 1027 bis 1125 kamen aus diesem Geschlecht die römisch-deutschen Kaiser.

Wahrscheinlich besteht bei der Namensentstehung ein Zusammenhang mit dem Merowinger Chlodwig I. und dem von ihm erlassenen Volksrecht, die Lex Salica. Danach wurde unter salicus bald fränkisch verstanden. Laut dem Chronist Otto von Freising wurden als Salier die Vornehmsten der Franken bezeichnet. Der Beiname erscheint erstmals mit dynastischem Bezug Anfang des 12. Jahrhunderts als rex salicus oder reges salici in der Weltchronik des Ekkehard von Aura und konnte sich im Spätmittelalter als Bezeichnung für die Dynastie durchsetzen. Der Name bezog sich dann nur noch auf Konrad II. und seine Nachkommen. Ein lange angenommener Zusammenhang mit den Salfranken konnte nicht belegt werden. [1]

Die Salier gelten als deutsche Nebenlinie der in Italien mächtig gewordenen Widonen bzw. Lambertiner (u. a. Herzöge von Spoleto/ Umbrien, König von Neustrien/ Westfrankreich, König von Pavia/ Lombardei) und waren durch die Mutter Konrads des Roten verschwägert mit den Konradinern. Durch seine Ehe mit Liutgard, der Tochter Ottos des Großen, und seine Ernennung zum Herzog von Lothringen wurde Konrad der Rote zum Begründer des Geschlechts. Er war der Urgroßvater von König Konrad II., der 1024 König des ostfränkisch-deutschen Reiches und 1027 erster Kaiser aus dem Geschlecht der Salier wurde. Bereits bei der Königswahl von 1002 hatte sein Großvater Otto von Worms als ein möglicher Kandidat gegolten. Konrad II. wurde zudem später König von Italien und ab 1033 König von Burgund. Als er im Jahr 1039 starb, hinterließ er seinem Sohn Heinrich III. eine gefestigte Herrschaft. Die Gründung des Speyerer Doms, dessen Krypta bis 1308 als Grablege der römisch-deutschen Könige diente, geht wahrscheinlich auf ihn zurück. [2]

Der Niedergang der Salier wurde durch einen Streit Heinrichs IV. mit dem Papst eingeleitet (s. Investiturstreit, Gang nach Canossa). Heinrich V., der letzte Salierkönig, regierte bis 1125. Auf die Herrschaft der Salier folgte als Übergang der Sachse Lothar III. und nach ihm der Staufer Konrad III., der über seine Mutter, die Tochter Heinrichs IV., ein Neffe des letzten salischen Kaisers Heinrich V. war.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Familienmitglieder [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  •  Historisches Museum der Pfalz Speyer (Hrsg.): Die Salier. Macht im Wandel. Edition Minerva Hermann Farnung, München 2011, ISBN 9783938832646 (Buch zur gleichnamigen Ausstellung).
  • Egon Boshof: Die Salier. Kohlhammer Verlag, 5., aktualisierte Aufl., Stuttgart 2008, ISBN 3-17-020183-2.
  • Johannes Laudage: Die Salier. Das erste deutsche Königshaus. München 2006, ISBN 3-406-53597-6. (Knappe Einführung)
  • Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Kaiser oder Papst?. Ostfildern 2004.
  • Stefan Weinfurter: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchzeit. Sigmaringen 1991.
  • Stefan Weinfurter: Die Salier und das Reich. Ausstellungskatalog 1. Band, Sigmaringen 1991.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  Nina Kühnle: Konrad II. (1024-1039) - Auftakt einer Dynastie. In: Historisches Museum der Pfalz Speyer (Hrsg.): Die Salier. Macht im Wandel. 2011, S. 12.
  2.  Nina Kühnle: Konrad II. (1024-1039) - Auftakt einer Dynastie. In: Historisches Museum der Pfalz Speyer (Hrsg.): Die Salier. Macht im Wandel. 2011, S. 13.