al-Quds-Einheit

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Die Quds-Einheit (persisch ‏نیروی قدس‎, DMG Nīrū-ye Quds), auch Quds-Brigaden, Qods-Pasdaran oder Sepahe-Qods genannt (der Name wird von der arabischen Bezeichnung für Jerusalem al-Quds abgeleitet) ist die Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) für exterritoriale Operationen.[1] Sie wurde Anfang der 1990er Jahre auf Grundlage bestehender Kräfte aufgestellt. Erster Kommandeur der Einheit war Brigadegeneral Ahmad Vahidi, der zuvor die Abteilung Nachrichtenwesen der Pasdaran geleitet hatte.

Auftrag[Bearbeiten]

Die Quds-Einheit hat die Aufgabe, dem Iran nahestehende Kräfte zu unterstützen. Die Quds-Einheit unterstützte u. a. kurdische Kräfte im Krieg gegen den Irak, islamische Kräfte in Bosnien während des jugoslawischen Bürgerkriegs und Kräfte der afghanischen Nordallianz in den Auseinandersetzungen gegen die Taliban. Die Unterstützung erfolgt durch Finanzierung, Ausbildung und Bereitstellung von Waffen und Gerät. Die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf schiitische Kräfte. Die Quds-Einheit unterstützt z. B. auch proiranische Kräfte innerhalb der Hamas oder den sunnitischen Palästinensischen Islamischen Dschihad. Zudem wird die Quds-Einheit für spezielle Operationen im Ausland eingesetzt.

Organisation[Bearbeiten]

Die Einheit ist direkt Ayatollah Ali Khamenei unterstellt. Kommandeur der Truppe ist seit März 1998 Brigadegeneral Qassem Suleimani.

Die Stärke der Quds-Einheit wird auf 5.000 Personen geschätzt.[2] Das Hauptquartier der Truppe befindet sich möglicherweise auf dem Gelände der ehemaligen amerikanischen Botschaft in Teheran. Die Quds-Einheit unterhält Abteilungen für die Bereiche Irak, Libanon, Palästinensische Autonomiegebiete und Jordanien, Afghanistan, Pakistan und Indien, Türkei, Arabische Halbinsel, Nordafrika, Europa sowie Nordamerika. Angehörige der Einheit halten sich u. a. als diplomatisches Personal an iranischen Auslandsvertretungen auf.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Aufstellung[Bearbeiten]

Sie wurde Anfang der 1990er Jahre aufgestellt. Ihre Grundlage bildeten bereits bestehende nachrichtendienstliche und andere Kräfte des Iran. Erster Kommandeur der Einheit war Brigadegeneral Ahmad Vahidi, der zuvor die Abteilung Nachrichtenwesen der Revolutionswächter geleitet hatte.

Operationen im Irak[Bearbeiten]

Die Operationen der Quds-Einheit im Irak sollen den iranischen Einfluss im Land stärken und die amerikanische Präsenz schwächen.

Nach Angaben der in London erscheinenden arabischsprachigen Zeitung Asharq al-Awsat besuchte al-Sadr den Iran Ende 2003 und traf sich u. a. mit General Suleimani. Die Zeitung berichtete weiterhin, dass die Quds-Einheit in Qasr Shireen, Ilam und Hamid im Süden des Iran entlang der Grenze zum Irak Ausbildungslager für Angehörige der Mahdi-Armee betreibe. Nach dem Scheitern einer Offensive der Mahdi-Armee Muqtada al-Sadrs verstärkte die Quds-Einheit ihre Aktivitäten im Irak.

Diese Gruppierung ist der militärische Arm des Obersten Rats für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI).

Die New York Times berichtete unter Berufung auf Nachrichtendienstquellen, dass die Quds-Einheit schiitischen Kräften im Irak leistungsfähige Sprengsätze (Hohlladungen) zur Verfügung gestellt hätten, die bis Februar 2007 rund 170 amerikanische Soldaten getötet hätten.[4] Am 20. Januar 2007 griff eine Gruppe von Kämpfern das Provincial Joint Coordination Center in Karbala an, entführte vier amerikanische Soldaten und tötete diese anschließend. Die Angreifer bewegten sich in Fahrzeugen, wie sie auch von amerikanischen Behörden im Irak benutzt werden, trugen amerikanische Uniformen und sprachen fließend Englisch.[5] Der Angriff erfolgte wenige Tage nach der Festnahme einer Gruppe iranischer Staatsbürger durch amerikanische Kräfte in Arbil. Nach amerikanischen Angaben handelte es sich zum Teil um Angehörige der Quds-Einheit. Bereits im Dezember seien mit Brigadegeneral Mohsen Shirazi und Oberst Abu Amad Davari zwei hochrangige Offiziere der Quds-Einheit im Irak festgenommen worden.[6]

Nach Berichten des The Wall Street Journal entsendet der Iran am 12. Juni 2014 mindestens drei Bataillone der Al-Quds-Brigaden in den Irak, um die dortigen Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Bagdad im Kampf gegen die nahenden ISIS - Kämpfern Islamischer Staat im Irak und der Levante zu unterstützen.

Operationen im Libanon[Bearbeiten]

Das iranische Revolutionswächterkorps spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau der Hizbollah ab 1982. Nach israelischen Angaben ist die Quds-Einheit für iranische Waffenlieferungen an die Hizbollah verantwortlich. Die Waffen würden aus dem Iran zunächst per Flugzeug nach Damaskus transportiert und von dort aus auf dem Landweg in den Libanon eingeführt. Nach israelischen Angaben bildet die Quds-Einheit in einer Einrichtung mit dem Namen „Imam Ali“ in Teheran und einer weiteren Einrichtung in Bahonar bei Karaj Angehörige der Hizbollah aus. Im Libanon gefangen genommene Kämpfer der Organisation hätten ausgesagt, in diesen Einrichtungen als Teil von Gruppen im Umfang von bis zu 50 Kämpfern ausgebildet worden zu sein. Inhalt der Ausbildung sei u. a. die Handhabung von Panzerabwehrwaffen sowie der Umgang mit Flugabwehrwaffen gewesen.

Operationen in Syrien[Bearbeiten]

2013 berichtete The New Yorker über zunehmende Aktivitäten der Quds-Einheit in Syrien.[7] Aus dem Bericht geht auch hervor, dass die Aktivitäten von Al Quds im Irak zeitweise von den Amerikanern toleriert wurden, um sunnitische Aufständische zu schwächen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fas.org/irp/world/iran/qods/
  2. The Gulf Military Forces in an Era of Asymmetric War (PDF, 3,81 MB, S. 21)
  3. Robin Wright: Elite Revolutionary Guard Broadens Its Influence in Iran. Washington Post, 1. April 2007.
  4. James Glanz: U.S. Says Arms Link Iranians to Iraqi Shiites. New York Times, 12. Februar 2007.
  5. James Glanz, Mark Mazzetti: Iran May Have Trained Attackers That Killed 5 American Soldiers, U.S. and Iraqis Say. New York Times, 30. Januar 2007.
  6. Robin Wright, Nancy Trejos: Iranians captured inside Iraq. Washington Post, 12. Januar 2007.
  7. Dexter Filkins, The Shadwo Commander, The New Yorker, Online-Ausgabe vom 30. September 2013, http://www.newyorker.com/reporting/2013/09/30/130930fa_fact_filkins?currentPage=all