Albtraum

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Alpdruck ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Roman von Hans Fallada siehe Der Alpdruck.
Klassifikation nach ICD-10
F51.5 Albträume (Angstträume)
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Nachtmahr, Johann Heinrich Füssli (1802)
Traumgesicht, Albrecht Dürer dokumentiert einen seiner Albträume (1525)

Ein Albtraum, auch Alptraum oder Albdruck, veraltet Nachtmahr (vergleiche englisch nightmare) oder auch Nachtschaden ist ein Traum, der von negativen Emotionen wie Angst und Panik beim Träumenden begleitet wird. Der Traum kann dabei bedrohliche, aber durchaus auch banale Situationen enthalten.

Albträume sind nichtorganische Schlafstörungen und zählen zu den Parasomnien.

Der Albtraum ist vom Nachtschreck zu unterscheiden.

Vorkommen[Bearbeiten]

Im nächtlichen Schlafrhythmus treten Albträume vorwiegend im REM-Schlaf auf, meist in der zweiten Nachthälfte. Die Dauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde und endet meist mit Aufschrecken, wonach man sich in der Regel sofort der Wachheit bewusst und räumliche und zeitliche Orientierung gegeben ist. Als Ursachen werden unverarbeitete Tagesgeschehen, traumatische oder traumatisierende Erlebnisse, Stress oder psychische Probleme, aber auch physische Komponenten angenommen.

Gefahren[Bearbeiten]

Häufige Albträume (mehrmals die Woche) stellen eine Belastung für den Körper dar und verringern die Erholung im Schlaf.[1]

Behandlung[Bearbeiten]

Eine Methode, um vor allem regelmäßig auftretende Albträume positiv zu beeinflussen, kann das Klarträumen sein.[1] [2] Dabei wird sich der Träumer seines (alb-)träumenden Zustandes bewusst und kann dann den Traumverlauf steuern. Dieses Verfahren wird auch als „luzides Träumen“ bezeichnet. Allerdings erwies sich die Methode als schwierig für die Personen, die sich während des Schlafens bisher nicht bewusst machen konnten, dass sie träumen. Für diesen Personenkreis scheint die Methode daher weniger geeignet zu sein[3].

Auch werden Albträume durch Konfrontationen mit den Albtrauminhalten behandelt. Hier geht es darum, sich den Albtraum während des Tages möglichst detailliert vorzustellen, um sich an die hierbei erlebten Gefühle zu gewöhnen. Die Methode gilt als eine der wirksamsten Behandlung von Albträumen überhaupt, kann durch die Betroffenen jedoch zunächst als sehr belastend erlebt werden[4][5].

Eine weitere Methode, welche sich in zahlreichen wissenschaftlichen Studien[6][7] als wirksam erwiesen hat, ist die „imagery rehearsal therapy“ (IRT). Ziel ist es hierbei, das „Albtraumdrehbuch“ zu verändern. Man geht davon aus, dass durch die häufige Wiederholung der individuellen Albträume der Leidensdruck entsteht. Im Gehirn schleift sich also ein bestimmter Pfad, ein bestimmtes Skript ein, welches dann immer wieder durchlaufen wird. So kann jemand immer wieder davon träumen, von irgendwoher in die Tiefe zu fallen. Je häufiger das Skript durchlaufen wird, desto geringer muss der Anstoß sein, damit ein Traum wieder erlebt wird. Ziel der IRT ist es nun, dieses Albtraumdrehbuch so zu verändern, dass ein möglichst langweiliger Traum entsteht, welcher dann nicht mehr belastend ist. So könnte der Person, welche immer wieder fällt, Flügel wachsen. Diesen neuen Traum übt man nun tagsüber, jeden Tag ca. 15-20 Min ein. Es zeigte sich, dass die IRT, verglichen mit Konfrontationsverfahren, schneller zur Linderung der Albtraumproblematik führte.[5]

Etymologie[Bearbeiten]

Alben (Elfen) waren in der germanischen Mythologie für die Träume zuständig (siehe Nachtalb). Auf sie führte man die schlechten Träume zurück. Insbesondere stellte man sich bildlich die Alben meist in menschenähnlicher Gestalt auf der Brust des Schlafenden hockend vor, was ein unangenehmes Druckgefühl auslöste, daher auch die ältere Bezeichnung Alb- oder Alpdruck. Alb ist verwandt mit Elf, Elfe.[8]

Die deutsche Bezeichnung „Nachtschattengewächse“ soll der Überlieferung nach von dem alten Wort für Albtraum „Nachtschaden“ stammen. Extrakte aus alkaloidhaltigen Nachtschattengewächsen wie zum Beispiel der Tollkirsche (Atropa), dem Schwarzen Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), dem Bittersüßen Nachtschatten (Solanum dulcamara) und dem Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) wurden im Mittelalter für Heil- und Zaubermixturen genutzt, um den Nachtschaden – also die nächtlichen Albträume – zu vertreiben.

Schreibweise[Bearbeiten]

Das Wort leitet sich vom „Alb“ ab. Im Althochdeutschen stehen die beiden Schreibweisen „Alb“ und „Alp“ gleichberechtigt nebeneinander.[8] Der Duden von 1991 nennt zwar sowohl „Alb“ als auch „Alp“, jedoch nur „Alptraum“.[9] Nach der Rechtschreibreform stehen im neuen Duden auch für den Traum „Alptraum“ und „Albtraum“ gleichberechtigt nebeneinander, empfohlen wird dort jedoch die neuere Schreibweise mit einem „b“.[10] Von der Aussprache her klingen wegen der Auslautverhärtung beide Schreibweisen gleich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Albtraum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Alpdruck – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Klartraum – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Nightmares – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nächtliches Gesundheitsrisiko – Volksleiden Alptraum – Artikel der Süddeutschen Zeitung
  2. Zadra AL, Pihl RO (1997), Lucid dreaming as a treatment for recurrent nightmares, Psychother Psychosom. 1997;66(1):50-5.
  3. Spoormaker, V. I. & van den Bout, J. (2006). Lucid dreaming treatment for nightmares: A pilot-study. Psychotherapy and Psychosomatics, 75, 389-394.
  4. Celluci, A. J. & Lawrence, P. S. (1978). The efficacy of systematic desensitisation in reducing nightmares. Journal of Behavioural Therapy and Experimental Psychiatry, 9, 109-114.
  5. a b Kellner, R., Neidhardt, J., Krakow, B. & Pathak, D. (1992). Changes in chronic nightmares after one session of desensitization or rehearsal instructions. American Journal of Psychiatry, 149, 659-663.
  6. Krakow, B., Kellner, R., Pathak, D. & Lambert, L. (1996). Long term reduction of nightmares with imagery rehearsal treatment. Behavioural and Cognitive Psychotherapy, 24, 135-148.
  7. Lancee, J., Spoormaker, V. I. & van den Bout, J. (2011). Long-term effectiveness of cognitive-behavioural self-help intervention for nightmares. Journal of Sleep Research, 20, 454-459.
  8. a b Duden, Das Herkunftswörterbuch, 1989
  9. Duden, Die deutsche Rechtschreibung, 1991
  10. Duden online (26. Oktober 2012)
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!