Alexander Roßnagel

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Alexander Roßnagel (* 1950) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Universitätsprofessor für Öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Recht der Technik und des Umweltschutzes am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel sowie geschäftsführender Direktor des Kompetenzzentrums für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) der Universität Kassel. Er war von 2000 bis 2011 wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR) in Saarbrücken und von 2003 bis 2011 einer der beiden Vizepräsidenten der Universität Kassel, verantwortlich für den Bereich Lehre.

Leben[Bearbeiten]

Roßnagel erlangte 1969 am Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim die allgemeine Hochschulreife. Anschließend studierte er Jura und promovierte 1981 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Von 1984 bis 1992 war er als Professor an der Fachhochschule Darmstadt tätig. Seit 1986 ist er zudem wissenschaftlicher Leiter der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) an der Universität Kassel, die interdisziplinäre Forschungsprojekte zu Rechtsfragen der Informations- und Kommunikationstechniken durchführt. Seit 1988 ist er darüber hinaus stellvertretendes Mitglied des Staatsgerichtshofs des Landes Baden-Württemberg. 1991 erfolgte Roßnagels Habilitation für Öffentliches Recht und rechtswissenschaftliche Technikfolgenforschung an der Technischen Hochschule Darmstadt. 1995/96 erhielt er eine Stiftungsprofessur für Intersdisziplinäre Studien am Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung der Technischen Hochschule Darmstadt.

2001 erstellte Roßnagel zusammen mit Hansjürgen Garstka und Andreas Pfitzmann ein Gutachten zur Modernisierung des deutschen Datenschutzrechts. Die Vorschläge der drei Gutachter wurden in Fachkreisen positiv aufgenommen. Das Bundesinnenministerium, das das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, setzte die Vorschläge jedoch nicht um.

2003 erstellte er zusammen mit weiteren Autoren ein Gutachten im Bereich des Medienrechts zum Zugang zur digitalen Satellitenverbreitung.

2010 war er als Sachverständiger im Prozess um die Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht tätig. [1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werk (Auszug)[Bearbeiten]

  • Multimediadienste und Datenschutz. (mit Johann Bizer) Stuttgart 1995, ISBN 3-930241-51-X,
  • Modernisierung des Datenschutzrechts. Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums des Innern. (mit Andreas Pfitzmann und Hansjürgen Garstka) Berlin 2001. Download
  • Die elektronische Signatur in der öffentlichen Verwaltung. Nomos, 2002, ISBN 3789079804.
  • Handbuch Datenschutzrecht – Die neuen Grundlagen für Wirtschaft und Verwaltung. Verlag C. H. Beck, München 2003, ISBN 3406484417.
  • Datenschutz im Electronic Commerce. (mit Jürgen Banzhaf und Rüdiger Grimm) Verlag Recht und Wirtschaft, 2003, ISBN 3800513242.
  • Der Zugang zur digitalen Satellitenverbreitung, Digitalisierung und Fernsehen ohne Grenzen, Gutachten im Auftrag der Gemeinsamen Stelle Digitaler Zugang der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. (mit Werner Sosalla, Thomas Kleist, Alexander Scheuer, Jan Peter Müßig) Schriftenreihe der Landesmedienanstalten, Band 28, Vistas Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-89158-376-1.
  • Technik für Nutzer. Nomos, 2004, ISBN 3832906827.
  • Mit Karsten Altenhain: Recht der Multimedia-Dienste. Kommentar zum IuKDG und MDStV. Verlag C. H. Beck, 7. Auflage, München 2005, ISBN 3-406-44463-6.
  • Datenschutz im 21. Jahrhundert. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 5–6/2006, S. 9–15. hier
  • Modernisierung des Datenschutzrechts für eine Welt allgegenwärtiger Datenverarbeitung, in: MMR 2005, S. 71 bis 75.# !!
  • Digitale Visionen. Zur Gestaltung allgegenwärtiger Informationstechnologien. Hrsg. zusammen mit Tom Sommerlatte und Udo Winand, Springer Verlag 2008, ISBN 9783540770213

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Schriftliche Stellungnahme zu Fragen des Bundesverfassungsgerichts im Zusammenhang mit den Verfassungsbeschwerden zur Vorratsdatenspeicherung (PDF; 157 kB)