Alfons Jordan (Toulouse)

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Alfons Jordan von Toulouse (französisch Alphonse Jourdain; * 1103 in Mons Peregrinus (Pilgersberg), Tripolis, Libanon; † April 1148 in Caesarea) aus dem Geschlecht der Raimundiner war Graf von Toulouse und Markgraf der Provence.

Leben[Bearbeiten]

Alfons war der zweite Sohn Graf Raimunds IV. von Toulouse und seiner dritter Ehefrau Elvira von Kastilien. Er wurde im Heiligen Land geboren und im Jordan getauft, was seinen Beinamen erklärt. Sein Vater starb, als er zwei Jahre alt war, und Alfons blieb unter der Aufsicht seines Verwandten Wilhelm Jordan von Cerdange († 1109) im Libanon. 1108 wurde er von einer Gesandtschaft aus Toulouse in die südfranzösische Heimat seines Vaters gebracht, wo Alfons als Graf anerkannt wurde. Sein älterer Halbbruder Bertrand musste weichen, da an dessen Legitimität gezweifelt wurde. Bertrand begab sich in den Libanon, wo er die Grafschaft Tripolis übernahm.

Alfons Jordan verlor 1113 Toulouse an seinen Vetter Wilhelm IX. von Aquitanien, der sein Recht auf Toulouse durch seine Ehefrau Philippa (oder Matilde) einklagte, die eine Tochter des Grafen Wilhelm IV. von Toulouse war. Er bekam 1119 einen Teil des Landes zurück und musste bis etwa 1123 um den Rest kämpfen. Schließlich erfolgreich, wurde er von Papst Kalixt II. exkommuniziert, weil er die Mönche von Saint-Gilles, die seinen Gegner unterstützt hatten, verjagt hatte.

Anschließend kämpfte Alfons gegen Raimund Berengar III., Graf von Barcelona für die Souveränität der Provence und erreichte im September 1125 eine freundschaftliche Übereinkunft. Mit dieser wurde Alfons Jordan der wichtigste Machthaber in den Regionen zwischen den Pyrenäen und den Alpen, der Auvergne und dem Mittelmeer. Um 1134 beschlagnahmte er die Vizegrafschaft Narbonne, gab sie aber 1143 an die Vizegräfin Ermengarde († 1197) zurück.

Im Jahr darauf gründete Alfons Montauban und erregte erneut das Missfallen der Kirche, als er sich mit den Rebellen von Montpellier gegen den Adel verbündete. Er wurde ein zweites Mal exkommuniziert, nahm als Buße 1146 auf einem von König Ludwig VII. von Frankreich einberufenen Treffen in Vézelay das Kreuz und begab sich im August 1147 mit dem zweiten Kreuzzug in den Osten. Er unterbrach die Fahrt in Italien und wohl auch in Konstantinopel und erreichte 1148 Akkon. Wenig später wurde er in Caesarea vergiftet, auf Anstiftung entweder Eleonores von Aquitanien oder Melisendes, der Mutter König Balduins III. von Jerusalem, vor allem aber ihres Bruders, Graf Raimunds II. von Tripolis, der Alfons’ Ansprüche auf seine Grafschaft fürchtete.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Alfons Jordan war seit etwa 1125 verheiratet mit Faydive (Faydida) d’Uzès. Ihre Kinder waren:

Daneben hatte Alfons mehrere uneheliche Kinder:

  • Bertrand: Begleitete seinen Vater auf dem zweiten Kreuzzug und blieb im Libanon um sich an Graf Raimund II. von Tripolis für den Tod seines Vaters zu rächen. Er wurde von Nur ad-Din gefangen genommen und erst 1159 auf Vermittlung Kaiser Manuels I. wieder frei gelassen.
  • erste Tochter: Sie begleitete ebenfalls ihren Vater in den Libanon und wurde mit ihrem Bruder von Nur ad-Din gefangen genommen, in dessen Harem in Aleppo sie verblieb.
  • zweite Tochter: Ehefrau von Bernard III., Graf von Comminges


Vorgänger Amt Nachfolger
Raimund I. Graf von Tripolis
1105–1109
Bertrand
Bertrand (II.) Graf von Toulouse
1108–1148
Raimund V. (II.)
Bertrand (II.) Markgraf der Provence
1108–1148
Raimund V. (II.)