Toulouse

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Toulouse (Begriffsklärung) aufgeführt.
Toulouse
Wappen von Toulouse
Toulouse (Frankreich)
Toulouse
Region Midi-Pyrénées (Chef-lieu)
Département Haute-Garonne (Präfektur)
Arrondissement Toulouse (Chef-lieu)
Kanton Chef-lieu von 15 Kantonen
Koordinaten 43° 36′ N, 1° 27′ O43.6044444444441.4419444444444144Koordinaten: 43° 36′ N, 1° 27′ O
Höhe 115–263 m
Fläche
– Aire urbaine
118,30 km²
5.381 km²
Einwohner
– Aire urbaine
447.340 (1. Jan. 2011)
1.250.251
Bevölkerungsdichte 3.781 Einw./km²
Postleitzahl 31000, 31100, 31200, 31300, 31400, 31500
INSEE-Code
Website www.toulouse.fr

Oben: Pont Saint Pierre und Garonne
Mitte links: Place du Capitole
Mitte rechts: Pont-Neuf
unten links: Capitole de Toulouse
unten Mitte: Raketenabschussrampe Ariane 5
unten rechts: Mediatek Jose Cabanis
Toulouse - Rathaus
Toulouse - Straßenszene 1
Toulouse - Straßenszene 2
Toulouse - Basilika St. Sernin
.
Karte von Toulouse (1631)

Toulouse [tuluːz] (okz. Tolosa [tuˈluzɔ]; deutsch veraltet: Tholosen; die Einwohner heißen frz. Toulousains bzw. Toulousaines) ist eine Stadt im Süden Frankreichs, am Fluss der Garonne.

In der Kernstadt leben 447.340 Einwohner, im Ballungsgebiet 892.115 Einwohner, und in der gesamten Metropolregion 1.250.251 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) – damit ist Toulouse die viertgrößte Stadt in Frankreich.

Toulouse ist Hauptstadt der Region Midi-Pyrénées, die mit 45.000 km² die zweitgrößte Frankreichs ist. Ferner ist Toulouse Verwaltungssitz des Départements Haute-Garonne. Im Mittelalter war sie Hauptstadt der Region Okzitanien. Bis zur Französischen Revolution war die Stadt offizielle Hauptstadt der Provinz Languedoc.

Geografie[Bearbeiten]

Toulouse liegt am Fluss Garonne, auf einer Höhe von 146 m.[1] Die Stadt ist durch Kanäle – den Canal du Midi und den Garonne-Seitenkanal – mit dem Mittelmeer und dem Atlantik verbunden. Toulouse ist 589 km Luftlinie von Paris entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Toulouse war unter dem Namen Tolose eine wichtige gallische Stadt, welche sich damals acht Kilometer südlich bei Vieille-Toulouse befand. Hier trug sich 106 v. Chr. der Raub des Goldes von Tolosa durch Quintus Servilius Caepio zu. Toulouse wurde ab diesem Zeitpunkt eine wichtige Stadt des Römischen Reichs und Tolosa (lat.) genannt. Es war die Hauptstadt der Provinz Gallia Narbonensis zwischen Mittelmeer und Atlantik und hatte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner. Etwa im Jahr 8 v. Chr. wurden die Einwohner, vermutlich auf römischen Befehl, an die Stelle der heutigen Stadtmitte umgesiedelt. Seit dem 4. Jahrhundert war Toulouse Sitz des Erzbistums Toulouse. Zahlreiche Straßen in der Toulouser Innenstadt folgen noch dem Grundriss der römischen Siedlung.

413 wurde Toulouse Teil des Westgotenreichs. 418 schlossen die Westgoten einen Pakt mit dem römischen Kaiser. 507 kam es zur Niederlage des Westgoten und so zum Ende des Toulouser Westgoten-Königreichs. 721 wurde die Stadt in der Schlacht von Toulouse mehrere Monate von Arabern erfolglos belagert. Zwischen 781 und 843 war Toulouse Sitz des Königreichs von Aquitanien, danach erfolgte die Gründung der selbständigen Grafschaft Toulouse. In dieser Zeit war die Stadt Zentrum der Languedoc-Kultur.

1208 rief Papst Innozenz III. nach der Ermordung seines Legaten Pierre de Castelnau zum Kreuzzug gegen die Albigenser auf. Der Aufruf hatte Erfolg. Die Stadt wurde geplündert. 1228 gab Graf Raimund VII. von Toulouse nach einem zermürbenden und zerstörerischen Krieg von fast 20 Jahren den Widerstand auf und unterschrieb den Vertrag von Paris (1229).

1271 wurde Toulouse unter die Herrschaft der französischen Krone gestellt, blieb jedoch bis 1790 weitgehend unabhängig. Obwohl zur Zeit der Reformation viele Protestanten in Toulouse lebten, stellte sich die Stadt in den Religionskriegen auf die römisch-katholische Seite. 1562 wurden ca. 4000 Hugenotten ermordet.

In der Renaissance (etwa 1450 bis 1550) zählte Toulouse zu den reichsten Städten Frankreichs. Pastel (isatis tinctoria), eine Pflanze, die damals den einzigen beständigen blauen Farbstoff lieferte, gedieh auf den kalkhaltigen Böden des südöstlich der Stadt gelegenen Lauragais besonders gut. Bedeutende Profanbauten der Pastelgroßhändler im Renaissance-Stil, wie beispielsweise das Hôtel d’Assézat oder das Hôtel de Bernuy, entstanden in dieser Zeit. Die beherrschende Marktstellung der Stadt endete allmählich nach 1550, als die Portugiesen begannen, aus ihren Kolonien das preisgünstigere Indigo zu importieren.

Von 1444 bis 1790 war Toulouse der Sitz des parlement de Toulouse, welches für einen großen Teil Südfrankreichs zuständig war und dort im Auftrag der Krone Legislative, Jurisdiktion und Exekutive ausübte. Insbesondere entschied es als Appellationsgericht in letzter Instanz alle Zivilprozesse (im schriftlichen Verfahren) und sämtliche Strafprozesse (im mündlichen Verfahren).

Im 19. Jahrhundert nahm Toulouse an der Industrialisierung Frankreichs kaum teil. 1856 bekam Toulouse einen Anschluss an das französische Eisenbahnnetz. Die Stadt wuchs und veränderte sich mit dem Bau der großen Boulevards wie zum Beispiel rue Alsace-Lorraine und rue de Metz. 1875 wurde Toulouse von der Garonne überschwemmt.

Seit den 1920er Jahren deutete sich die Entwicklung der Flugzeugindustrie in der Stadt an. Die Stadt hatte Bedeutung in der Luftpost; sie wurde im Jahre 1927 von Pierre-Georges Latécoère eingeführt. Jean Mermoz, Henri Guillaumet und Antoine de Saint-Exupéry waren berühmte Flieger. Sie transportierten die Briefpost in ganz Europa und nach Südamerika. 1933 fusionierte die Luftpost mit anderen Fluggesellschaften und Air France wurde gegründet. Toulouse hat heute einen Technologiepark und ist die Flugzeug- und Weltraumhauptstadt Frankreichs.

2001 kam es zu einer verheerenden Explosion, als Teile der Firma AZF in der Explosion in Toulouse zerstört wurden. Sie produzierte Düngestickstoff. Es gab 31 Tote, 2500 Verletzte und viele Schäden im Süd-Westen der Stadt. Man hörte den Lärm der Explosion in einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern.

Im Jahr 2012 kam es in Toulouse und Umgebung zu einer Anschlagsserie, bei der sieben Menschen getötet wurden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Seit den 1980er Jahren hat sich Toulouse zu einem der bedeutendsten Luftfahrtzentren der Welt entwickelt. Etwa 34.000 Beschäftigte arbeiten in diesem Industriezweig, welcher in Toulouse bereits eine lange Tradition hat:

Um 1890 konstruierte Clément Ader in Muret (25 km südlich von Toulouse) bereits mehrere motorisierte Fluggeräte.

Im Ersten Weltkrieg wurde die französische Flugzeugproduktion nach Toulouse verlagert, da die Stadt aufgrund ihrer Entfernung vom Kriegsgeschehen als sicher galt.

Ab 1919 starteten von hier aus Postflüge zunächst nach Marokko, dann weiter nach Dakar und über den Atlantik nach Süd- und später Nordamerika. Unter den Piloten, für die Toulouse der Heimatflughafen war, war auch der französische Autor Antoine de Saint-Exupéry.

In den 1960er Jahren entschloss sich die französische Regierung, alle zivilen Luftfahrtaktivitäten hier zu konzentrieren. Hier wurde von Sud Aviation u. a. die Caravelle gebaut und das Nachfolgeunternehmen Aérospatiale fertigte in Toulouse die französischen Concorde-Maschinen. Heute liegt auf dem Werksgelände am Flughafen Toulouse-Blagnac Airbus France und die Konzernzentrale der Airbus SAS. Airbus ist der größte Arbeitgeber der Stadt. In Toulouse findet auch die Endmontage des Airbus A380 statt.

Die Stadt besitzt neben der Luft-(Airbus und ATR) und Raumfahrtindustrie (EADS: European, Aeronautic, Defense and Space Company) auch Maschinenbau, Eisen- und Textilindustrie und ist dazu ein großes Handels- und Verkehrszentrum.

Die Stadt hat ein modernes Konferenzzentrum und seit 1999 eine Zénith genannte Multifunktionshalle mit 9000 Plätzen.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Joseph de Rigaud, ein Professor an der Universität für Rechtswissenschaft, wurde am 28. Februar 1790 zum ersten Bürgermeister von Toulouse gewählt und regierte für zwei Jahre. Vorher wurde die Stadt von Stadträten (Capitouls) geführt. Heute beträgt die Amtszeit in der Regel vier Jahre.

Die Bürgermeister von 1944 bis heute:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Toulouse pflegt Städtepartnerschaften mit den folgenden Städten:

Außerdem wurden Kooperationsabkommen geschlossen mit:

Lehre und Forschung[Bearbeiten]

Toulouse ist eine Schüler- und Studentenstadt mit insgesamt über 97.000 Studenten. Somit ist sie neben Paris und Lyon die Stadt mit den meisten Studenten in Frankreich. Die frühere Universität Toulouse wurde 1229 gegründet und man ist stolz auf Paul Sabatier, Chemie-Nobelpreisträger 1912. Sie wurde in drei Nachfolgeinstitutionen aufgespalten:

An der UPS werden hauptsächlich Naturwissenschaften, wie Biologie, Physik, Pharmazie und Informatik gelehrt. Aber auch Sprachen machen einen erheblichen Anteil der universitären Ausbildung aus. Die UT1 beherbergt vor allem die Fachrichtungen der Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaften. Auch hier spielen Fremdsprachen im universitären Alltag eine große Rolle und der Anteil der internationalen Studierenden ist sehr groß.

Die Bedeutung des Hochschullebens in Toulouse manifestiert sich ebenfalls durch den Reichtum und die Vielfalt der gegenwärtigen Laboratorien der Forschung auf dem Campus. Die wichtigen großen Ingenieursschulen sind:

  • EAT (École Nationale Supérieure d’Architecture de Toulouse)
  • ENAC (École nationale de l’aviation civile)
  • ENSAE (Supaéro) (École Nationale Supérieure de l’Aéronautique et de l’Espace)
  • ENSAT (École Nationale Supérieure d’Agronomie)
  • ENSEEIHT (École Nationale Supérieure d’Électrotechnique, d’Électronique, d’Informatique, d’Hydraulique et des Télécommunications)
  • ENSIACET (École Nationale Supérieure des Ingénieurs en Arts Chimiques et Technologique)
  • ENSICA (École Nationale Supérieure d’Ingénieurs de Constructions Aéronautiques)
  • INSA (Institut National des Sciences Appliquées)
  • IPSA (Institut polytechnique des sciences avancées)

Am Institut catholique de Toulouse, der katholischen Hochschule, wird neben Theologie und Philosophie auch Geschichte, Psychologie und Sprachen gelehrt.

Da in Toulouse auch über 5000 Deutsche leben, viele von ihnen aus beruflichen Gründen (insbesondere als Angestellte des europäischen Gemeinschaftsunternehmens Airbus), gibt es seit den 1970er Jahren vor allem für deren Kinder, aber auch für die Kinder aus binationalen Familien, das Angebot einer Schule, in der sie in deutscher Sprache und nach dem deutschen Schulsystem unterrichtet werden:

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Mit 15.000 bis 20.000 jährlichen Zuzügen ist die Metropolregion Toulouse zurzeit die am schnellsten wachsende Frankreichs.

Bevölkerungsentwicklung von Toulouse
Jahr Kernstadt Ballungsraum Metropolregion
1962 323.724 392.890 551.765
1968 370.796 482.151 646.868
1975 373.796 560.384 736.706
1982 347.995 588.509 787.299
1990 358.688 667.346 894.386
1999 390.350 761.963 1.021.374
2006 437.715 851.947 1.169.865
2011 447.340 892.115 1.250.251

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mauer aus roten Ziegelsteinen
Basilika Saint-Sernin
Cathédrale Saint Etienne
Der Canal du Midi bei Toulouse
Das Kapitol bei Nacht

Toulouse wird aufgrund seiner zahlreichen Bauwerke aus roten Ziegelsteinen auch la ville rose –„rosarote Stadt“- genannt. Bekannte Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:

  • Canal du midi, der Kanal verbindet Toulouse mit dem Mittelmeer und ist UNESCO-Welterbe
  • gotische Kathedrale Saint Etienne (begonnen um 1272)
  • altes gotisches Dominikanerkloster Les Jacobins. In der ehemaligen Hauptkirche des Dominikanerordens mit den berühmten palmier des Jacobins (kunstvolles gotische Deckengewölbe) befindet sich - mit Unterbrechung - seit 1369 auch die Grabstelle des Hl. Thomas von Aquin. Angeschlossen daran ist der im selben Stil erbaute Kreuzgang.
  • Kapitol (Rathaus von Toulouse), mit Turm (Donjon) aus dem 16. Jh. und Fassade aus dem 18. Jh. Im Inneren der Salle des Illustres (Prunksaal mit Deckengemälden) und berühmtes Opernhaus Théâtre du Capitole im südlichen Seitenflügel.
  • Médiathèque José Cabanis, eine im Jahr 2003 eröffnete multimediale Bibliothek in modernem Bau.
  • viele Patrizierhäuser im Renaissance-Stil wie beispielsweise das Hôtel d’Assézat oder das Hôtel de Bernuy.
  • Pont Neuf, die älteste noch erhaltene Brücke über die Garonne in Toulouse, erbaut 1543 bis 1632.
  • romanische Basilika St-Sernin de Toulouse (11.–12. Jahrhundert), die zu den schönsten romanischen Kirchen Südfrankreichs gehört, seit 1998 UNESCO-Welterbe

Museen[Bearbeiten]

  • Centre de l'Affiche, ein Museum über die Geschichte von Postern und Plakaten
  • Cité de l’espace, ein interaktives Museum der ESA über die Raumfahrt, Umwelt und das Universum.
  • Musée d'Histoire naturelle, ein naturgeschichtliches Museum über Tierarten, die Entwicklung der Welt und unsere Umwelt, mit botanischem Garten
  • Musée des Abattoirs, ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, untergebracht im ehemaligen Schlachthof der Stadt
  • Musée des Augustins, ein in einem gotischen Augustinerkloster gelegenes Kunstmuseum für romanische bis barocke Kunst.
  • Musée du Vieux Toulouse, ein Museum über die antike Geschichte von Toulouse
  • Musée Georges Labit, das neben römischen Arbeiten auch ägyptische, koptische, chinesische und japanische Kunstwerke zeigt.
  • Musée Saint-Raymond, das in der Nähe der Basilika Saint Sernin liegt. Im Keller sind Teile der ausgegrabenen Nekropole aus römischer und frühchristlicher Zeit zu sehen. In den oberen Stockwerken befinden sich Funde aus archäologischen Ausgrabungen aus dieser Zeit.

Verkehr[Bearbeiten]

Bei Toulouse liegt der Flughafen Toulouse-Blagnac. Er wird gleichermaßen für den Linienverkehr als auch als Werksflughafen vom Flugzeughersteller Airbus genutzt. Der Hauptbahnhof von Toulouse, der Gare Matabiau, befindet sich nordöstlich des Stadtkerns. Der Busbahnhof befindet sich in seiner direkten Nachbarschaft. Heute dauert die Fahrt in die Hauptstadt kanpp sechs Stunden; es sind jedoch zwei Strecken in Planung, die LGV Bordeaux-Toulouse und die LGV Sud Europe Atlantique, die die Fahrtzeit nach Paris auf rund drei Stunden verkürzen sollen.

Seit 1993 gibt es eine U-Bahn (Métro Toulouse), die zunächst mit der Linie A einen verbesserten Transport zwischen Osten und Westen der Stadt gewährleistete. Die Linie B, die in Nord-Süd-Richtung verläuft, wurde im Sommer 2007 eingeweiht. Im Dezember 2010 kam eine elf Kilometer lange Straßenbahnlinie vom Verkehrsknotenpunkt Arènes in Richtung Nordwesten, unter anderem nach Blagnac, hinzu, die im Dezember 2013 bis an den Rand der Innenstadt verlängert wurde.[2] Eine Zweigstrecke zum Flughafen ist in Bau. Darüber hinaus wird der Personennahverkehr durch Busse unterstützt. Als wichtiges Verkehrsmittel hat sich auch der Fahrrad-Leihservice „VélôToulouse“ etabliert. An 253 Stationen in der Stadt können rund um die Uhr Fahrräder entliehen werden.[3]

Die Stadt ist von einem typisch französischen, gebührenfreien Autobahnring (Périphérique) umgeben, der in den Stoßzeiten zwischen 8:30 Uhr und 9:30 Uhr sowie von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr von einem hohen Verkehrsaufkommens geprägt ist. Im Stadtzentrum gilt jeweils am ersten Sonntag im Monat ein Fahrverbot für Pkw.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Canal du Midi noch wesentlich zur wirtschaftlichen Prosperität von Toulouse beigetragen. Heute wird die Wasserstraße vor allem touristisch genutzt, etwa für Hausboote. Beispielsweise können Besucher mit Bootstouren Toulouse vom Canal du Midi oder auf der Garonne erkunden. Mit dem Projekt Grand Parc Garonne sollen in den nächsten Jahren die Ufer der Garonne aufgewertet werden. Damit soll ein großen Park geschaffen werden, welcher zur Erholung und für kulturellen Ereignissen dienen soll. Die Arbeiten schließen rund 32 km der Flussufer ein und sind damit auch auf umliegende Gemeinden ausgedehnt.[4]

Sport[Bearbeiten]

Die Rugbymannschaft des Vereins Stade Toulousain spielt in der Top 14, der höchsten französischen Rugbyliga; nach Ende der Saison 2008/09 belegte sie den dritten Platz. Ihre Heimspiele trägt sie im Stade Ernest-Wallon aus.

Fenix Toulouse Handball ist ein Handballverein aus Toulouse, der 1964 gegründet wurde. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft im insgesamt 5000 Plätze fassenden Gymnase Compans Cafarelli aus. Als größten Erfolg der Vereinsgeschichte kann man den Gewinn des französischen Handballpokals im Jahr 1998 zählen.

Auch im Fußball ist die Stadt schon lange in der höchsten Liga Frankreichs vertreten, bei den Männern durch den 1970 gegründeten Toulouse FC, der sich zudem auf die Traditionen seines von 1937 bis 1967 existierenden, gleichnamigen Vorgängers beruft. Einen französischen Meistertitel haben bisher aber beide nicht gewinnen können. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft des Téfécé im Stadium Municipal aus. Erfolgreicher waren die Fußballerinnen aus der „rosafarbenen Stadt“. Olympique Mirail und Olympique Aérospatial Club spielten ebenfalls über Jahre erstklassig, und der TOAC wurde um die Jahrtausendwende sogar drei Mal Landesmeister; einen vierten Titel gewannen die Spielerinnen, nachdem die Frauenfußballabteilung zum Lokalrivalen TFC gewechselt war, 2002 unter dessen Namen.

Typische Küche[Bearbeiten]

Typisch für die Küche von Toulouse ist das Cassoulet, ein Eintopf aus weißen Bohnen und verschiedenen Fleischsorten, bei dem in Toulouse in jedem Fall Confit d’oie – eingemachtes Gänsefleisch - und Landwurst hinzugehört. Auch Terrines de foie gras (Geflügelstopfleber) und magret de canard – Entenbrust mit grünen Bohnen – gehören zu der stadttypischen Küche. Violettes de Toulouse sind gezuckerte Veilchen, mit denen Süßspeisen aller Art verziert sind sowie Veilchenlikör. Rund um den Marché Victor Hugo finden sich zahlreiche Chocolatiers und Käsegeschäfte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte, aus Toulouse stammende Persönlichkeiten sind unter anderem der Staatsmann Jean-Baptiste de Villèle, der Sänger und Dichter Claude Nougaro, der Politiker Jean-Louis Debré, der Schriftsteller Bernard Werber sowie der Fußballspieler Gaël Clichy.

Von 1631 bis 1665 war Pierre de Fermat, der bedeutendste Mathematiker der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Parlamentsrat (conseiller au parlement) von Toulouse. Er ist zwar im nahegelegenen Beaumont-de-Lomagne geboren, wird aber von der Stadt Toulouse und ihren Historikern als gloire de Toulouse („Ruhm von Toulouse“) vereinnahmt.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Toulouse
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
55
 
9
2
 
 
55
 
11
3
 
 
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13
4
 
 
64
 
16
7
 
 
73
 
20
10
 
 
58
 
24
13
 
 
41
 
27
15
 
 
47
 
27
15
 
 
48
 
24
13
 
 
52
 
19
10
 
 
49
 
13
5
 
 
56
 
9
3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Toulouse
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 9,0 10,8 13,4 16,1 20,0 23,9 27,4 26,7 24,3 19,2 12,9 9,4 Ø 17,8
Min. Temperatur (°C) 1,8 2,9 4,0 6,5 9,6 12,8 15,2 15,0 12,7 9,5 5,0 2,5 Ø 8,2
Niederschlag (mm) 55 55 58 64 73 58 41 47 48 52 49 56 Σ 656
Sonnenstunden (h/d) 2,9 3,9 5,3 5,9 6,8 7,8 8,9 7,8 7,0 5,2 3,4 2,5 Ø 5,6
Regentage (d) 10 9 11 11 10 8 5 6 7 7 9 9 Σ 102
Luftfeuchtigkeit (%) 89 82 77 75 75 72 70 70 77 83 87 90 Ø 78,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
9,0
1,8
10,8
2,9
13,4
4,0
16,1
6,5
20,0
9,6
23,9
12,8
27,4
15,2
26,7
15,0
24,3
12,7
19,2
9,5
12,9
5,0
9,4
2,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
55
55
58
64
73
58
41
47
48
52
49
56
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toulouse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Toulouse – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Toulouse auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 8. Dezember 2009
  2. Le Tram arrive en centre-ville. In: http://tram.tisseo.fr/. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  3. http://www.velo.toulouse.fr/Les-stations/Toutes-les-stations
  4. Grand Parc Garonne. In: toulouse-metropole.fr. 2013, abgerufen am 19. November 2013.