Ali Dashti

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Ali Dashti

Ali Dashti (persisch ‏علی دشتی‎ [æˈliː dæʃˈtiː]; * 1896 in Dashtestan (in der Provinz Buschehr (Iran)); † 1984[1]) war schiitischer Gelehrter, Journalist und Mitglied der Edalat-Partei (Gerechtigkeitspartei) im Iran.

Leben[Bearbeiten]

Ali Dashti wurde 1896 in Dashtestan in eine schiitisch-religiöse Familie geboren. Sein Vater Scheich Abdul Hussein Dashtestani war Geistlicher und ermöglichte ihm in Karbala und Nadschaf ein Theologie- und Geschichtsstudium an schiitisch-theologischen Theologieschulen. 1918 kehrte er in seine Heimat zurück und trug dort das Gewand eines islamischen Gelehrten, bis er sich gegen eine Karriere als Geistlicher entschied und sich dem Journalismus widmete.

Wirken[Bearbeiten]

1919 wurde er wegen kritischer Artikel zu dem nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zwischen der britischen und iranischen Regierung geschlossenen anglo-iranischen Staatsvertrag für kurze Zeit inhaftiert. Dreizehn Jahre lang, von 1922 bis 1935, war Ali Dashti Herausgeber der von ihm begründeten Zeitung Shafaq-e Sorkh (Rote Dämmerung). 1927 erhielt er eine Einladung zum zehnten Jahrestag der kommunistischen Oktoberrevolution in die Sowjetunion. 1928 gewann Dashti die Wahl zum Abgeordneten für Buschehr (in der Nähe seines Geburtsorts gelegen) in das persische Parlament. Eine erneute Festnahme 1935 führte zu weiteren vierzehn Monaten Hausarrest. Ab 1939 und von 1941–1943 wurde er abermals Abgeordneter im Parlament für den Bezirk Damavand (bei Teheran). 1946 handelte er sich sechs Monate Inhaftierung ein, weil er gegen die Erteilung einer Öl-Konzessionen an die Sowjetunion Stellung genommen hatte. Es folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Frankreich von 1946 bis 1948. 1954 wurde er von Schah Mohammad Reza Pahlavi zum Senator des iranischen Senats, der zweiten parlamentarischen Kammer des Iran ernannt.

Positionen[Bearbeiten]

Dashti hatte vor 1937 nur ganz allgemein das rationale Denken verteidigt und den blinden Glauben kritisiert, da der Glaube die menschliche Vernunft und den gesunden Menschenverstand, einschließlich den Verstand gelehrter Wissenschaftler, abstumpfen könne. Ab März 1973 erschien das islamkritische Manuskript „23 Jahre“ in der Zeitschrift Kaweh im Feuilletonteil, beginnend mit der Nummer 45 in Fortsetzungen. Das Manuskript war bereits 1937 entstanden, wurde aber erst 1973 veröffentlicht. Dashti wandte sich in seinem später in Beirut als Buch veröffentlichten Text gegen den Wunderglauben der Muslime und bestritt, dass der Koran von Gott selbst stamme. Dashti meinte, dass der Koran nichts wirklich Neues enthalte, was nicht von anderen schon zuvor gesagt oder geschrieben worden wäre. Die im Koran enthaltenen Erzählungen stammten entweder aus Texten der Juden oder Christen, deren Geistliche Mohammad auf seinen Reisen nach Syrien mehrfach getroffen hatte, sowie aus der mündlichen Überlieferung arabische Stämme, so Dashti in "23 Jahre".

Ermordung[Bearbeiten]

1979, im ersten Jahr der Islamischen Revolution, wurde Ali Dashti verhaftet und in ein unbekanntes Gefängnis verschleppt. Den in der Haft erlittenen Verletzungen erlag er nach drei Jahren Haft 1981 in einem Krankenhaus. Nach Angaben von Ibn Warraq soll Dashti noch im Alter von 83 Jahren gefoltert worden sein[2].

siehe auch[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Dashti war Autor vieler Bücher, davon nur einige:

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin, Verlag Matthes & Seitz, Berlin, 2004, ISBN 3-88221-838-X, S. 23
  2. Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin, ins Deutsche übersetzt von Abu Al-Adjnabi, verlegt 1995 bei Matthes & Seitz in Berlin, ISBN 3-88221-838-X, Kapitel „Die Rushdie-Affäre„“, Seite 25,