Allan Sherman

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Allan Sherman bei einem Gastauftritt in der US-amerikanischen Fernsehserie „The Loner“ (1965)

Allan Sherman (* 30. November 1924 in Chicago als Allan Copelon; † 20. November 1973 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Musiker, Parodist, Satiriker und Fernsehproduzent. Sein größter Erfolg war das Lied Hello Muddah, Hello Fadduh (A Letter from Camp). Sherman gilt als Vorläufer anderer Parodisten wie Weird Al Yankovic, der ihn auf seinem ersten Album ausdrücklich als Ideengeber nennt.

Inhaltsverzeichnis

Autor [Bearbeiten]

Allan Sherman begann seine Karriere in der Unterhaltungsbranche in den späten 1940er-Jahren als Autor für Joe E. Lewis und Jackie Gleason.

TV-Produzent [Bearbeiten]

In den 1950er-Jahren wechselte Sherman zum Fernsehen. Er entwickelte das Konzept der amerikanischen TV-Serie „I've Got A Secret“, deren Produzent er von 1952 bis 1958 war. Nach seine Entlassung, die aus einer mißglückte Folge der Serie resultierte, arbeitete er bis 1961 als Autor und Produzent der Steve Allen Show.

Musiker [Bearbeiten]

1962 unterzeichnete Sherman einen Vertrag mit Warner Bros. Records. Er schrieb, produzierte und sang in den Folgejahren zahlreiche sogenannte Novelty Songs, also Parodien auf bekannte Lieder und Klassiker. Sherman behielt die Melodien der Lieder bei, veränderte aber die Texte.

Sein erstes Album, „My Son, the Folk Singer“ von 1962 enthielt selbst geschriebene Parodien auf bekannte Lieder und Klassiker. Zum bekanntesten Lied dieses Albums wurde Sarah Jackman, eine Parodie auf das französische Kinderlied Frère Jacques, in der sich ein Telefonanrufer bei Sarah Jackman nach dem Verbleib (gemeinsamer) Verwandter erkundigt. Sherman baute das Lied in einer Frage-Antwort-Form auf: Der Anrufer (Sherman) fragte nach einer Person, und die Angerufene (gesungen von Christine Nelson) erzählte daraufhin in Versform aktuellen Familienklatsch (Sherman: „How your uncle Nathan?“ Sarah: „Him I got no faith in“. Sherman: „What's your sister Rita?“ Sarah: „A regular Lolita“). Dieses Lied wurde angeblich vom damaligen US-Präsidenten US-Präsidenten John F. Kennedy in einer Hotellobby gesungen.[1] Das Album enthielt außerdem eine Parodie auf Harry Belafontes Matilda, das bei Sherman zu My Zelda wurde. Das Album „My Son, the Folk Singer“ wurde zu einem Überraschungserfolg. Es war die bis dahin am schnellsten verkaufte Schallplatte der Popmusik.

Ende 1962 folgte das Album „My Son, the Celebrity“ und 1963 „My Son, the Nut“, die weitere Novelty Songs beinhalteten und ebenfalls erfolgreiche Chart-Positionen erreichten. Auf „My Son, the Nut“ veröffentlichte Sherman Hello Muddah, Hello Fadduh (A Letter from Camp), das zu seinem bekanntesten Lied wurde. Das Lied behandelt den Brief eines Jungen aus dem fiktiven Feriencamp „Camp Granada“, in dem sich der Kleine über schlechtes Wetter, schlechtes Essen und schlechtes Aufsichtspersonal beschwert. Als das Wetter besser wird, sind alle Beschwerden hinfällig. Das Lied wurde über der Melodie "Tanz der Stunden" von Amilcare Ponchielli geschrieben, die in den USA vor allem durch ihre Verwendung in dem Disney-Film Fantasia bekannt war.

Nach 1964 endete Shermans Erfolg. Beobachter führen das auf einen Stimmungswechsel in den USA zurück, die nach der Ermordung John F. Kennedys ernster geworden seien und nur noch wenig Interesse für humoristische Lieder gehabt hätten.[2]

Ab 1966 nahm Allan Sherman keine Schallplatten mehr auf. Er trat zwar noch live in Las Vegas auf, erreichte aber auch hier keine Erfolge mehr.

Sherman starb 1973 im Alter von 48 Jahren verarmt an einem Lungenemphysem.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Vgl. Eintrag zu Allan Shermen auf der Internetseite www.allmusic.com (abgerufen am 7. April 2012).
  2. Vgl. Eintrag zu Allan Shermen auf der Internetseite www.allmusic.com (abgerufen am 7. April 2012).