Altenschlirf

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50.5358333333339.3875410Koordinaten: 50° 32′ 9″ N, 9° 23′ 15″ O

Altenschlirf
Stadt Herbstein
Höhe: 410 m
Einwohner: 464 (30. Jun. 2010)
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36358
Vorwahl: 06643
Evangelische Andreaskirche

Altenschlirf ist ein Stadtteil von Herbstein im Vogelsbergkreis, Hessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Altenschlirf wurde als Slirefe im Jahre 768 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Siedlungen im östlichen Vogelsberggebiet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Altenschlirf am 31. Dezember 1971 ein Stadtteil von Herbstein.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wahrzeichen von Altenschlirf ist die Andreaskirche mit ihrem markanten Zwiebelturm.

Ein Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens ist das „Volkshaus“ (Dorfgemeinschaftshaus und Mehrzweckhalle), in der unter anderem auch die traditionelle „Wurstkirmes“ veranstaltet wird, die jedes Jahr 10 Tage vor dem Volkstrauertag stattfindet.

Geotope[Bearbeiten]

Ein bedeutendes Relikt des Vulkanismus im Vogelsberg ist die Klippe des Wilden Steins, ein Naturdenkmal aus Alkalibasalt. Es befindet sich 200 m östlich des Ortsausgangs in Richtung Schlechtenwegen. Hier zweigt von der Landstraße ein asphaltierter Weg in südliche Richtung ab, von dem nach 150 m eine schmale Brücke über den Bachlauf der Altefeld führt. Diese überquerend, erreicht man ein kleines Naherholungsgebiet, wo sich die Klippe befindet. Sie verläuft parallel zum Bachlauf, ist auf 30 m gut aufgeschlossen, jedoch im Sommer im dichten Gestrüpp zuweilen schwer zu identifizieren. Der Geotop besteht aus geklüftetem Gestein, das flach nach Westen einfällt und ein teilweise plattiges Aussehen zeigt. Es ist von dunkelgrauer Farbe und enthält zahlreiche Olivin- und Klinopyroxen-Einsprenglinge. Im Dünnschliff schwach erkennbar ist die Einregelung der Pyroxene. Vermutlich entstand dieser Aufschluss dadurch, dass Basalt-Lava aus dem Vogelsberger Oberwald nach Osten floss und hier durch die Erosion der Altefeld als Klippe herauspräpariert wurde.

Ein weiteres interessantes Geotop ist der Kieselgur-Aufschluss zwischen Altenschlirf und Steinfurt. Er befindet sich auf einem großen Privatgrundstück und ist daher nicht öffentlich zugänglich. Im 20. Jahrhundert wurde das Vorkommen zeitweise im Tagebau erschlossen, der aber schon vor Jahrzehnten eingestellt wurde. Da das Wasser in der Abbaugrube nicht mehr abgepumpt wurde, bildete sich ein See von ca. 7000 m² Fläche und einer Tiefe von max. 5,50 m. Es gibt weder Zulauf noch Ablauf. Gespeist wird der See durch mindestens sechs Natur-Quellen, die sich auch im Sommer sehr kalt anfühlen.

Vereinsleben[Bearbeiten]

In Altenschlirf existieren folgende Vereine (Gründungsjahr in Klammern):

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 367.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Vogelsberg - Geotope im größten Vulkangebiet Mitteleuropas. Hrsg. Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, ISBN 978-3-89026-359-5