Vogelsbergkreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Gießen |
| Verwaltungssitz: | Lauterbach |
| Fläche: | 1.458,96 km² |
| Einwohner: |
108.538 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 74 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | VB |
| Kreisschlüssel: | 06 5 35 |
| NUTS: | DE725 |
| Kreisgliederung: | 19 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Goldhelg 20 36341 Lauterbach |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Manfred Görig (SPD) |
| Lage des Vogelsbergkreises in Hessen | |
Der Vogelsbergkreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Gießen in der Region Mittelhessen bzw. Oberhessen, Osthessen. Das Landratsamt befindet sich in Lauterbach.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Namensgebend für den Kreis ist der Vogelsberg, ein seit Millionen Jahren erloschener, deshalb auch teilweise abgetragener Vulkan, der im Süden des Kreises liegt. Dessen höchste Erhebung ist der Taufstein (770 m), östlich von Schotten. Das nördliche Kreisgebiet reicht noch in die Landschaft der Schwalm. Nachbarkreise sind im Norden der Schwalm-Eder-Kreis, im Nordosten der Landkreis Hersfeld-Rotenburg, im Osten der Landkreis Fulda, im Süden der Main-Kinzig-Kreis und der Wetteraukreis, im Westen der Landkreis Gießen und im Nordwesten der Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Der Vogelsbergkreis hat die geringste Bevölkerungsdichte (76 Einwohner/km2) und zugleich die drittgrößte Fläche aller hessischen Kreise.[2] Obwohl das Kreisgebiet durch die Landwirtschaft geprägt wird, ist aufgrund des Strukturwandels seit den 1950er Jahren gegenwärtig nur noch ein geringer Bruchteil der Erwerbsbevölkerung im primären Sektor beschäftigt. 43,7% der Fläche des Vogelsbergkreises sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Davon wird 52,4% als Grünland bewirtschaftet, womit der Vogelsbergkreis den höchsten Grünlandanteil in Hessen hat.[3]
Die mittelständisch geprägte Industrie (Papier, Verpackung, Metallbau, Werkzeug, Holz, Möbel, Bekleidung) ist überwiegend in den wenigen Städten des Kreises ansässig, insbesondere in Alsfeld und Lauterbach. Von rund 36.000 im Vogelsbergkreis ansässigen Arbeitnehmern sind etwa 16.000 Auspendler in andere Landkreise.[4] Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist auch der Tourismus. Bereits 1956 wurde der Naturpark Hoher Vogelsberg gegründet, der damit der zweitälteste Naturpark in Deutschland (nach dem Naturpark Lüneburger Heide) ist. Er umfasst das Gebiet um den Oberwald und erstreckt sich über den Vogelsbergkreis hinaus auch auf die Nachbarkreise Landkreis Gießen, Main-Kinzig-Kreis und Wetteraukreis. Auf einer ehemaligen Bahntrasse führt der Vulkanradweg durch den östlichen Teil des Kreises.
Im Vogelsbergkreis begann die Nutzung der Windenergie für die Stromerzeugung im deutschen Binnenland. Das Kreisgebiet zählt innerhalb Hessens zu den besonders windhöffigen Standorten.[5] 1990/91 wurde in der Gemeinde Grebenhain der Windenergiepark Vogelsberg als erster deutscher Windpark im Mittelgebirge und zugleich erster Windpark in Hessen zunächst für Versuchszwecke in Betrieb genommen. Die ersten kommerziellen Windparkprojekte in Hessen wurden 1993/94 in den Vogelsberggemeinden Feldatal und Ulrichstein realisiert. Von den bis Jahresende 2012 etwa 700 in Hessen errichteten Windkraftanlagen stehen rund 200 im Vogelsbergkreis.[6][7]
Geschichte [Bearbeiten]
Das heutige Kreisgebiet gehörte zu Beginn des 19. Jahrhunderts überwiegend zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen. Daneben existierten mehrere kleine Territorialherrschaften wie die der Riedesel Freiherren zu Eisenbach und der Reichsgrafen von Schlitz. Seit der Mediatisierung 1806 gehörte das Gebiet vollständig zum Großherzogtum Hessen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wechselten die Verwaltungsstrukturen auf Kreisebene häufig.
1832 wurde der Landkreis Alsfeld gegründet, der im Laufe der Geschichte mehrmals seine Grenzen veränderte, zuletzt 1938. Im Jahr 1852 war der Landkreis Lauterbach gebildet worden. Dieser Kreis wurde ebenfalls 1938 in seinen Grenzen verändert. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden beide Landkreise unter Einbeziehung der Stadt Schotten (bis 1938 Kreis Schotten, dann Landkreis Büdingen) zum 1. August 1972 zum Vogelsbergkreis vereinigt. Kreisstadt wurde Lauterbach. Dabei lautete übrigens das Kfz-Kennzeichen zunächst LAT, allerdings teilte die Zulassungsstelle in Alsfeld weiterhin ALS zu. Seit 1978 lautet das Kennzeichen VB.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [8]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 35,1 | 21 | 40,3 | 25 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 34,3 | 21 | 37,4 | 23 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 12,8 | 8 | 5,3 | 3 |
| FW | Freie Wähler | 9,7 | 6 | 7,6 | 5 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 4,5 | 3 | 5,3 | 3 |
| LINKE | Die Linke | 3,6 | 2 | – | – |
| REP | Die Republikaner | – | – | 2,4 | 1 |
| Die Linke.WASG | Die Linke.WASG Vogelsberg | – | – | 1,8 | 1 |
| gesamt | 100 | 61 | 100 | 61 | |
| Wahlbeteiligung in % | 53,3 | 53,2 | |||
Landräte [Bearbeiten]
- Roland Manz (Staatsbeauftragter), 1. August 1972 bis 20. Dezember 1972
- Dr. Jochen Zwecker (SPD), Januar 1973 bis April 1987 (außer einer sechsmonatigen Phase Anfang 1985)
- Gerulf Herzog (CDU), Januar 1985 bis Juli 1985
- Hans-Ulrich Lipphardt (SPD), 1. Juni 1987 bis 2000
- Rudolf Marx (CDU), 2000 bis Juni 2012
- Manfred Görig (SPD), seit Juni 2012
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Durch eine Silberleiste schräglinks geteilt; oben in Rot zwei natürliche silberne Türkenbundlilien, unten in Blau der dreimal von Silber und Rot geteilte Löwenkopf mit goldener Krone“ (Wappen-Verleihung 26. Juli 1978)
Die Türkenbundlilien sind dem alten Kreiswappen von Lauterbach entnommen und symbolisieren den Naturpark Hoher Vogelsberg, der Löwe steht für die Landgrafschaft Hessen bzw. deren Nachfolgestaaten, welche den größten Teil des heutigen Kreisgebiets beherrschten. Er findet sich auch im Wappen der Stadt Alsfeld.
Kreisausschuss [Bearbeiten]
Der Kreisausschuss hat 15 Mitglieder und ist das oberste Leitungsgremium der Kreisverwaltung. Vorsitzender ist der hauptamtliche Landrat Manfred Görig (SPD); die 14 Kreisbeigeordneten sind ehrenamtlich tätig.
Kinder- und Jugendparlament [Bearbeiten]
Neben dem Kreistag gibt es im Vogelsbergkreis seit 1992 ein Kinder- und Jugendparlament (KJP), das seit 1999 im Kreistag ein Antrags- und Rederecht hat. Schon seit 1997 darf ein KJP-Mitglied im Jugendhilfeausschuss mit einer Stimme an Entscheidungen mitwirken. Aktiv und passiv wahlberechtigt sind alle Jugendlichen ab der 7. Schulklasse bis vor Vollendung des 18. Lebensjahres.
Verkehr [Bearbeiten]
Das Kreisgebiet ist durch die Bundesautobahn 5 (Frankfurt–Bad Hersfeld) erreichbar. Autobahnabfahrten im Kreisgebiet sind Homberg (Ohm) sowie Alsfeld Ost und Alsfeld West. Ferner über mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen, darunter die B 49, die B 62, B 254 und die B 275. Per Eisenbahn ist der Vogelsbergkreis erreichbar über den ICE-Bahnhof Fulda mit der Vogelsbergbahn Fulda–Lauterbach–Alsfeld–Mücke–Gießen.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[9])
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Gemeinden im Kreis |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Pressestelle Vogelsbergkreis (PDF; 2,4 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Vogelsberg Consult (PDF; 7,3 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Pressestelle Vogelsbergkreis (PDF; 2,4 MB). Abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Energieportal Mittelhessen. Abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Windkraft im Vogelsbergkreis. Abgerufen am 7. Juli 2012
- ↑ Portal Föderal Erneuerbar. Abgerufen am 5. April 2013
- ↑ Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011, Vogelsbergkreis, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011
Weblinks [Bearbeiten]
- Vogelsbergkreis
- Eine Region stellt sich vor
- Links zum Thema Vogelsbergkreis im Open Directory Project
Literatur [Bearbeiten]
- Georg Eurich: Der Vogelsberg im Herzen Deutschlands. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-938-8.
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