Alterlangen

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49.60138888888910.985277777778273Koordinaten: 49° 36′ 5″ N, 10° 59′ 7″ O

Alterlangen
Stadt Erlangen
Höhe: 273 m ü. NN
Einwohner: 8523 (2006)
Eingemeindung: 1. April 1920
Postleitzahl: 91056
Vorwahl: 09131
Karte

Die Statistischen Bezirke 10 (Heiligenloh), 11 (Alterlangen) und 12 (Steinforst) bilden den amtlichen Stadtteil Regnitz.

Alterlangen, früher Altenerlangen,[1] ist ein ehemaliges Dorf und aktuell ein Statistischer Bezirk der kreisfreien Stadt Erlangen im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Ortslage, die sich westlich des Stadtzentrums befindet, wird im Osten von der Regnitz, im Westen vom Main-Donau-Kanal begrenzt. Die historische Südgrenze verläuft etwa entlang des heutigen Kosbacher Damms. Heute werden die Statistischen Bezirke 10 (Heiligenloh) mit der Ortslage St. Johann, 11 (Alterlangen) und 12 (Steinforst) mit Stadtrandsiedlung sowie Siedlung Sonnenblick zu Alterlangen gezählt. Die amtliche Bezeichnung des gesamten Stadtteils lautet Regnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Am Alterlanger See, Postkarte (um 1900)
Die 1970 geweihte katholische Kirche St. Heinrich, 2012
Die 1963/64 erbaute evangelisch-lutherische Johanneskirche, 2012

Alterlangen wurde im Jahr 1002 als (villa) Erlangon erstmals urkundlich erwähnt und ist die Muttersiedlung der östlich der Regnitz gelegenen Altstadt. Ab 1017 im Besitz des Bamberger Bistums war Erlangen dem Dompropsteiamt Büchenbach zugeordnet. An dieser kirchenrechtlichen Zugehörigkeit änderte sich bis 1920 nichts.[2] Dann wurden die katholischen Gläubigen Alterlangens der Altstädter Herz-Jesu-Gemeinde zugeordnet, ehe Alterlangen 1964 mit St. Heinrich eine eigene Pfarrei wurde.[3] In Alterlangen herrschte ab dem späten 14. Jahrhundert eine grundherrliche Gemengelage: neben der erwähnten Dompropstei hatten auch das Kartäuserkloster Nürnberg, die Pfarrei Altstadt und die Nürnberger Patrizierfamilie Schürstab grundherrliche Rechte. Die Gerichtsbarkeit war zudem zwischen Baiersdorf und Büchenbach aufgeteilt. Diese Gemengelage löste sich erst 1679 mit dem Erlass einer Gemeindeordnung auf, das die Stellung des Bamberger Bistums stärkte.[2]

Da sich das Dorf, das 1810 an Bayern fiel, bis ins Jahr 1811 mit 89 Einwohnern nicht wesentlich vergrößert hatte, wurde es 1818 der Gemeinde Kosbach zugeschlagen. Erst am 1. April 1920 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Erlangen mit damals 446 Einwohnern.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung Alterlangens durch intensive Bautätigkeit rasch an. Neben der oben erwähnten katholischen Pfarrei war 1952 mit der Johanneskirche bereits eine eigene evangelisch-lutherische Pfarrei entstanden.[2] Am 31. Dez. 2006 betrug die Gesamtbevölkerung in Alterlangen 8.523.

Bildung[Bearbeiten]

Im Stadtteil befinden sich vier Schulen. Die Herman-Hedenus-Grundschule und -Hauptschule (gebaut 1960)[4], die Realschule am Europakanal (seit 1970) und das Albert-Schweitzer-Gymnasium (1965 als Gymnasium Erlangen-West)[5]. Im Jahr 1972 wurden die vier nahe beieinander liegenden Schulen zum Schulzentrum West zusammengeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Wolfgang August Fikenscher: Geschichte Königlich Preussischen Friederich-Alexanders-Akademie zu Erlangen vom ihrem Ursprung bis auf gegenwärtige Zeiten, Coburg 1975, S. 25
  2. a b c d  Andreas Jakob: Alterlangen. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2, S. 115f. (Gesamtausgabe online).
  3.  Andreas Jakob: Heinrich, kath. Gemeinde. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2, S. 354 (Gesamtausgabe online).
  4. Geschichte der Herman-Hedenus Hauptschule
  5. Albert Schweitzer-Gymnasium: Die kurze Geschichte des ASG

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alterlangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien