Anna Q. Nilsson

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Anna Q. Nilsson

Anna Quirentia Nilsson (* 30. März 1888 in Ystad, Schweden; † 11. Februar 1974 in Hemet, Kalifornien, USA) war eine schwedische Schauspielerin, die während der Stummfilmära ein Filmstar in Hollywood war.

Leben[Bearbeiten]

Anna Q. Nilsson wurde 1888 in Schweden geboren. Nach ersten Erfahrungen auf schwedischen Bühnen emigrierte sie 1910 in die Vereinigten Staaten. Dort arbeitete sie erst als Kindermädchen, später als Fotomodell. Sie saß Modell für Plakate und Poster, unter anderem für Penrhyn Stanlaws. Nach Veröffentlichung einer solchen Illustration wurde ihr eine Rolle in dem Film Molly Pitcher angeboten. Nilsson nahm an und wurde über Nacht zu einem der ersten wirklich berühmten Stars der Filmgeschichte. Ihre Karriere ging steil bergauf, sie arbeitete erfolgreich für FBO, Paramount Pictures, MGM und Warner Brothers. Filme wie Seven Keys to Baldpate (1917), Soldiers of Fortune (1919), The Toll Gate and The Luck of the Irish (beide 1920), und The Lotus Eater (1921) wurden große Erfolge. 1925, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, kurz vor dem Aufkommen des Tonfilms, stürzte Nilsson bei einem Reitausflug vom Pferd und fiel so unglücklich, dass eine Lähmung die Folge war. Zwei Jahre lang musste sie pausieren und das Laufen wieder erlernen.

Ab 1927 arbeitete sie an ihrem Comeback und drehte mehrere Filme pro Jahr, unter anderem auch The Babe comes home mit der Baseball-Legende Babe Ruth. Mit der zunehmenden Popularität des Tonfilms zog sie sich mehr und mehr vom Filmgeschäft zurück, der schwedische Akzent sowie ihr zunehmendes Alter wurden zu einem Problem. Sie widmete sich zwei Jahrzehnte lang fast ausschließlich der Wohltätigkeit. Sie kehrte nur für sehr kleine Rollen (oft auch ungenannt) auf die Leinwand zurück, so beispielsweise 1951 in Vincente Minnellis Ein Amerikaner in Paris. Ihre bekannteste Rolle der Tonfilmära ist ein Cameoauftritt (zusammen mit Buster Keaton und H. B. Warner) in Billy Wilders Drama Boulevard der Dämmerung (1950) mit Gloria Swanson.

Anna Q. Nilsson war zweimal verheiratet. Beide Ehen wurden bereits nach kurzer Zeit wieder geschieden und blieben kinderlos. Nilsson starb 1974 in Kalifornien an Herzversagen.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Anna Q. Nilsson war die erste Schwedin, die einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood erhielt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1911: Molly Pitcher
  • 1912: Victim of Circumstances
  • 1912: Battle of Pottsburg Bridge
  • 1912: Two Spies
  • 1913: Fatal Legacy
  • 1913: The Infamous Don Miguel
  • 1913: John Burns of Gettysburg
  • 1913: Uncle Tom’s Cabin
  • 1914: The Secret of the Will
  • 1914: A Shot in the Dark
  • 1915: Regeneration
  • 1915: Hiding From the Law
  • 1915: In the Hands of the Jury
  • 1916: Scarlet Road
  • 1916: Her Surrender
  • 1917: The Silent Master
  • 1917: The Moral Code
  • 1918: No Man’s Land
  • 1918: The Trail to Yesterday
  • 1918: Heart of the Sunset
  • 1919: Way of the Strong
  • 1919: Cheating Cheaters
  • 1919: Venus in the East
  • 1920: The Luck of the Irish
  • 1920: The Toll Gate
  • 1921: Why Girls Leave home
  • 1921: The Lotus Eater
  • 1922: Pink Gods
  • 1923: Souls for Sale
  • 1924: Painted People
  • 1927: Babe Comes Home
  • 1927: Lonesome Ladies
  • 1927: Hauptmann Sorrell und sein Sohn (Sorrell and Son)
  • 1928: The Whip
  • 1934: School for Girls
  • 1935: Drei Männer im Paradies (Wanderer of the Wasteland)
  • 1938: Prison Farm
  • 1941: Sein letztes Kommando (They Died with Their Boots On)
  • 1942: Girls Town
  • 1945: Die Entscheidung (The Valley of Decision)
  • 1947: Cynthia
  • 1947: Die Farmerstochter (The Farmer's Daughter)
  • 1948: Jedes Mädchen müßte heiraten (Every girl should be married)
  • 1949: Ehekrieg (Adam's Rib)
  • 1949: Malaya
  • 1949: Damals im Sommer (In the Good Old Summertime)
  • 1950: Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard)
  • 1951: Ein Amerikaner in Paris (An American in Paris)
  • 1951: Mississippi-Melodie (Show Boat)
  • 1954: Eine Braut für sieben Brüder (Seven Brides for Seven Brothers)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anna Q. Nilsson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien